Die baltische Fußballmeisterschaft 1924/25 des Baltischen Rasen- und Wintersport-Verbandes gewann der VfB Königsberg im Endrundenturnier mit drei Punkten Vorsprung vor dem Stettiner FC Titania und dem SV Neufahrwasser. Dies war der insgesamt siebte Gewinn der baltischen Fußballmeisterschaft für die Königsberger, die sich dadurch für die deutsche Fußballmeisterschaft 1924/25 qualifizierten. Dort schied Königsberg knapp bereits im Achtelfinale aus. Gegen Hertha BSC verlor Königsberg erst in der Verlängerung mit 2:3. Erstmals durfte jeder Verband zwei Teilnehmer für die Endrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft nominieren. Im Baltischen Rasen- und Wintersport-Verband qualifizierte sich fortan somit ebenfalls der Vizemeister für diese Endrunde. Der Stettiner FC Titania schied ebenfalls im Achtelfinale nach einer 2:4-Niederlage gegen den Altonaer FC von 1893 aus.

Modus und Übersicht Die Vereine im Baltische Rasen- und Wintersport-Verband waren in der Saison 1924/25 erneut in drei Kreise eingeteilt, die Kreismeister qualifizierten sich für die Endrunde um die baltische Fußballmeisterschaft. In Ostpreußen und Pommern gab es mehrere Bezirksklassen, deren Sieger in einer Endrunde den jeweiligen Kreismeister ausspielten.

Kreis Kreismeister Ostpreußen VfB Königsberg Danzig SV Neufahrwasser Pommern Stettiner FC Titania

Kreis I Ostpreußen In Ostpreußen wurde erneut in sieben regionalen Bezirksligen gespielt. In dieser Spielzeit wurde in den meisten Bezirken eine Frühjahrsrunde ausgespielt, dessen Sieger sich für die diesjährige ostpreußische Endrunde qualifizierten. Ab Herbst 1924 erfolgte dann die Austragung einer Übergangsrunde, deren Sieger qualifizierten sich für die so genannten Bezirkspokale, in denen die Teilnehmer an der ostpreußischen Endrunde zur kommenden Spielzeit ermittelt wurden.

Bezirk I Königsberg

Frühjahrsrunde

(BM) baltischer Titelverteidiger (M) Titelverteidiger Kreis Ostpreußen (N) Aufsteiger

Übergangsrunde

(BM) baltischer Titelverteidiger (M) Titelverteidiger Kreis Ostpreußen

Bezirk II Tilsit In Folge von Meinungsverschiedenheiten versuchte sich das Gebiet Insterburg vom Bezirk III zu trennen und sich dem Bezirk II anzuschließen. Die ursprüngliche Übergangsrunde des Bezirkes II begann ab 19. Oktober 1924. Der Antrag auf Zuteilung der Stadt Insterburg zum Bezirk II wurde vom Verband am 10. Januar 1925 jedoch abgelehnt, daher wurden die bisher ausgetragenen Spiele mit Insterburger Beteiligung nur als Gesellschaftsspiele gewertet. In der offiziellen Übergangsrunde wurden nur die bisherigen Vereine aus dem Bezirk II berücksichtigt.

Frühjahrsrunde

Übergangsrunde

(N) Aufsteiger

Bezirk III Insterburg-Gumbinnen In Folge der Streitigkeiten zwischen der Stadt Insterburg und den Städten Gumbinnen und Stallupönen und dem daraus folgenden Versuch der Stadt Insterburg, sich dem Bezirk II anzuschließen, gab es in diesem Bezirk keine Übergangsrunde. Für den Bezirkspokal qualifizierte sich daher kein Verein aus Insterburg.

Bezirk IV Südostpreußen Frühjahrsrunde

(N) Aufsteiger

Übergangsrunde

Bezirk V Masuren

Frühjahrsrunde

(N) Aufsteiger

Entscheidungsspiel Platz 1:

Des Weiteren gab es eine Herbstunde, der Sieger ist nicht überliefert. Der SV Lötzen stieg in dieser in die 1. Klasse ab.

Übergangsrunde Wegen Terminnot wurde der SV Sensburg 1920 neben Masovia Lyck vom Bezirksspielausschuss als Teilnehmer zum Bezirkspokal Süd gemeldet.

Bezirk VI Ostpreußen West

Frühjahrsrunde

Des Weiteren gab es eine Herbstunde, der Sieger ist nicht überliefert.

Übergangsrunde

Bezirk VII Ostpreußen Mitte

Frühjahrsrunde Die Abschlusstabelle ist aktuell nicht überliefert, SV Hindenburg Rastenburg setzte sich durch.

Übergangsrunde

Endrunde um die ostpreußische Meisterschaft Qualifiziert für die diesjährige ostpreußische Endrunde waren die Sieger der jeweiligen Frühjahrsrunden in den Bezirken. Die Endrunde wurde in zwei Gruppen ausgespielt, die Gruppensieger trafen im Finale aufeinander.

Gruppe A:

(BM) baltischer Titelverteidiger (M) Titelverteidiger Kreis Ostpreußen

Gruppe B:

Finale Ostpreußen

Bezirkspokale In den Bezirkspokalen 1925 wurden die Teilnehmer für die Endrunde Ostpreußens 1925/26 ermittelt. Qualifiziert waren die Sieger und Zweitplatzierten der jeweiligen Übergangsrunden in den sechs Bezirken (im Bezirk Königsberg direkt per Liga).

Bezirkspokal Ost

Bezirkspokal Süd

Bezirkspokal West

Kreis II Danzig Im Kreis Danzig wurde in dieser Spielzeit wieder eingleisig gespielt.

(M) Titelverteidiger Kreis Danzig (N) Aufsteiger

Kreis III Pommern Der Kreis Pommern war erneut in sieben Bezirken eingeteilt, die Bezirkssieger spielten in der pommerschen Fußballendrunde den Kreismeister Pommerns aus. Zur kommenden Spielzeit wurden mehrere Bezirke zu so genannten Abteilungen zusammengelegt.

Bezirk I Stolp

(N) Aufsteiger

Bezirk II Köslin Pl.Verein Sp. S U NPunkte 1. Kösliner SV Phönix 10 8 2 0 18:2 2. SV 1910 Kolberg 10 6 2 2 14:6 3. SV Viktoria Kolberg 10 7 0 3 14:6 4. SV Preußen Köslin 10 2 2 6 6:14 5. SC Labes (N) 10 2 0 8 4:16 6. SC Alemannia Kolberg 10 2 0 8 4:16

(N) Aufsteiger

Bezirk III Stettin

(M) Titelverteidiger Kreis Pommern (N) Aufsteiger

Bezirk IV Stargard

(N) Aufsteiger

Bezirk V Schneidemühl Tabelle ist nicht die Abschlusstabelle, diese ist nicht überliefert.

(N) Aufsteiger

Bezirk VI Vorpommern Pl.Verein 1. VfB Torgelow 2. Pasewalker SC 3. MSV Blücher Pasewalk 4. SC Vorwärts Löcknitz 5. SC Eggesin 1923 6. SC Ueckermünde

Bezirk VII Gollnow Der Bezirk wurde in zwei Gruppen ausgespielt, auf die Austragung eines Finalspiels zwischen beiden Gruppensiegern zur Ermittlung des Bezirksmeisters wurde verzichtet. Der Bezirksspielausschuss bestimmte den SC Blücher Gollnow als Teilnehmer an der pommerschen Fußballendrunde.

Unterbezirk Ost:

Unterbezirk West:

Endrunde um die pommersche Meisterschaft Die qualifizierten Mannschaften trafen im K.-o.-System aufeinander, um den pommerschen Fußballmeister zu ermitteln.

Viertelfinale

| colspan="5"| VfB Torgelow (Sieger Bezirk VI Vorpommern) erhielt ein Freilos.

Halbfinale

Finale

Endrunde um die baltische Fußballmeisterschaft Die Endrunde um die baltische Fußballmeisterschaft wurde in der Saison 1924/25 im Rundenturnier mit Hin- und Rückspiel ausgetragen. Qualifiziert waren die Meister der drei Kreise. Am Ende setzte sich der VfB Königsberg mit drei Siegen durch. Für Königsberg war es bereits der siebte Meistertitel. Erstmals qualifizierte sich auch der Vizemeister für die Endrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft. Als Vizemeister setzte sich der Stettiner FC Titania in einem Entscheidungsspiel, auf Grund von Punktgleichheit, gegen den SV Neufahrwasser durch.

Kreuztabelle 192524px|VfB Königsberg24px|Stettiner FC Titania24px|SV Neufahrwasser VfB Königsberg 1:0 2:3 Stettiner FC Titania 1:4 3:2 SV Neufahrwasser 0:3 1:1

Abschlusstabelle

Entscheidungsspiel um Platz 2

Literatur

#1924 Kategorie:Fußballsaison 1924/25