Die Beeskower Platte ist eine weitgehend geschlossene Hochfläche im Brandenburger Landkreis Oder-Spree. Sie ist nach der Kreisstadt Beeskow benannt.
Bei der flachwelligen Platte handelt es sich überwiegend um eine saaleeiszeitliche Grundmoräne. Die heutige Oberflächengestalt hat sich durch die erneute Vergletscherung in der letzten Eiszeit herausgebildet. Das mittlere Höhenniveau schwankt zwischen 60 und 75 m ü. NN, die angrenzenden Niederungen liegen auf einer Höhe von etwa 38 bis 45 Metern. Die höchste Erhebung bildet mit 150,2 Metern die Stauchmoräne Dubrower Berge im nordwestlichen Randbereich der Platte. Die Hochfläche wird an drei Seiten von der Spree umflossen beziehungsweise von den Spreetalungen begrenzt, darunter dem Berliner Urstromtal. Einen Teil des westlichen Abschlusses bildet der zweitgrößte natürliche See Brandenburgs, der Scharmützelsee. Die Kulturlandschaft des Plateaus prägen weite Ackerflächen. Die Beeskower Platte war die zentrale Region der mittelalterlichen Herrschaft Beeskow, die zur Markgrafschaft Lausitz gehörte. Erst 1575 fielen die Herrschaft und damit das Plateau faktisch an Brandenburg.
Als Beeskower Platte wird zudem die Naturräumliche Haupteinheit Nr. 824 in der Haupteinheitengruppe Ostbrandenburgisches Heide- und Seengebiet bezeichnet. Die geologische Beeskower Platte und der Naturraum Beeskower Platte unterscheiden sich in ihrer Abgrenzung.
Lage und Abgrenzung Die Beeskower Platte befindet sich südlich des Berliner Urstromtals und südlich des Verwaltungs- und Wirtschaftszentrums Fürstenwalde. Die namengebende Stadt Beeskow liegt am mittleren Ostrand des Plateaus rund 80 Kilometer südöstlich von Berlin und etwa 30 Kilometer südwestlich von Frankfurt (Oder). Nördlich der Platte verläuft die Bundesautobahn 12 von Berlin über Frankfurt nach Polen. Hauptverkehrsader ist die Bundesstraße 246, die das Plateau etwa in der Mitte von West nach Ost passiert. Die Bundesstraße 87 quert einen Teil des Gebiets am Ostrand von Nord nach Süd.Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg: (Menu – „Mehr Daten“ – anklicken und entsprechend auswählen; zu den Gemarkungsgrenzen „Liegenschaftskataster“ und dort „Gemarkungen“ zuschalten.) In etwa parallel zur Bundesstraße 246 quert die eingleisige Nebenbahn Königs Wusterhausen–Grunow die Hochfläche. Die Glienicker Schlucht, die sich in der glazialen Rinne des Blabbergrabens in einer Breite von rund 100 Metern bis zu 25 Meter tief in die Beeskower Platte geschnitten hat, überbrückt die Bahnstrecke auf dem 1898 erbauten, denkmalgeschützten Lindenberger Viadukt. Bahnhöfe oder Haltepunkte bestehen in Wendisch-Rietz, Lindenberg, Buckow und Beeskow.
Geomorphologische Platte Definition (Übersicht) In großräumigen Darstellungen wird die nordwestlich angrenzende Storkower Platte unter dem Begriff Beeskower Platte subsumiert.Werner Stackebrandt, Volker Manhenke (Hrsg.): Atlas zur Geologie von Brandenburg. Landesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe Brandenburg (heute: Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, LBGR), 2. Aufl., 142 S., 43 Karten, Kleinmachnow 2002, ISBN 3-9808157-0-6, S. 9. Mitunter werden zudem die Lieberoser und Beeskower Platte ohne Differenzierung als Beeskower Platte gekennzeichnet oder als Beeskow-Lieberoser Platte in einem Begriff zusammengefasst.Olaf Juschus: Das Jungmoränenland südlich von Berlin […]. Kapitel 1: Abb. 1: Die Landschaftsgliederung südlich Berlins (stark vereinfacht). Bei kleinräumiger Betrachtung wird die Beeskower Platte als geologische Hochfläche wie folgt abgegrenzt:Olaf Juschus: Das Jungmoränenland südlich von Berlin […]. Kapitel 1: Abb. 2: Platten und Urstromtalungen im Jungmoränenland südlich Berlins.
Nördliche/Nordöstliche Begrenzung: Berliner Urstromtal, Luftlinie rund 15 Kilometer Östliche Begrenzung: Schwielochsee-Spree-Rinne, Luftlinie rund 21 Kilometer Südliche Begrenzung: Rinne der Krummen Spree, Luftlinie rund 18 Kilometer Westliche Begrenzung: Scharmützelsee-Glubigseen-Rinne, Luftlinie rund 23 Kilometer.
Nördliche/Nordöstliche Begrenzung: Berliner Urstromtal Etwa zwischen Fürstenwalde und Sauen/Neubrück begrenzt das Berliner Urstromtal die Beeskower Platte nach Norden. Das Urstromtal, das die Schmelzwasser des Frankfurter Stadiums der letzten Eiszeit vor rund 18.000 Jahren abführte,Managementplanung Natura 2000 im Land Brandenburg. S. 4. verläuft hier von Nord (Fürstenwalde) nach Südost (Sauen/Neubrück) und wird in entgegengesetzter Richtung von der Spree und teils vom Oder-Spree-Kanal durchflossen. Teilabschnitte des Flusses werden in diesem Bereich als Fürstenwalder Spree und Drahendorfer Spree bezeichnet. Während die Beeskower Platte zu den übrigen Talungen überwiegend allmählich abfällt, kennzeichnet die Grenze zum Urstromtal eine streckenweise deutliche Hangkante. Nördlich des Urstromtals schließt sich die Lebuser Platte an.
Östliche Begrenzung: Schwielochsee-Spree-Rinne Aus südlicher Richtung vom Schwielochsee/Glower See kommend, mündet die Spree etwa bei Neubrück in das Berliner Urstromtal ein. Zwischen dem Schwielochsee/Glower See und Neubrück nutzt sie für ihren Lauf eine weichselglaziale Nebenrinne, die zwischen dem Berliner und Baruther Urstromtal von Norden nach Süden verläuft. Den Mittelpunkt des Zwischenurstromtals bildet mit einer Wasserfläche von 13,3 km² der größte natürliche See Brandenburgs, der Schwielochsee, in den der Fluss bei seiner Dreiviertel-Umrundung der Beeskower Hochfläche von Westen her mit einem Nebenarm einmündet; der heutige Hauptarm der Spree fließt in den sogenannten Hals zwischen dem Schwielochsee und Glower See.Bundesamt für Naturschutz: „Brandenburg“ wählen, dort Gebiets-Nr. 82401 Beeskower und Leuthener Platte aufrufen. Etwa auf halber Strecke der östlichen Platten-Begrenzung liegt der Kern der Stadt Beeskow im Spreetal. Jenseits der Niederung schließen sich im Südosten die Nordausläufer der Lieberoser Platte an, die etwa bei Ragow in das in diesem Bereich stark verbreiterte Berliner Urstromtal übergehen.
mini|Krumme Spree bei Kossenblatt Südliche Begrenzung: Rinne der Krummen Spree Die südliche Plattenbegrenzung bildet der 22,4 Kilometer lange Spreeabschnitt zwischen dem Neuendorfer See und dem Schwielochsee/Glower See, die sogenannte Krumme Spree. Die Bezeichnung findet sich bereits im Krummspreeischen Kreis, der im 17. Jahrhundert in der Niederlausitz bestand. Zwar wurde die Krumme Spree zwischen 1906 und 1912 erheblich begradigt und der Flusslauf um 45 % gekürzt, dennoch hat der Flussabschnitt einen nach wie vor stark mäandrierenden Charakter. Die bei der Begradigung abgeschnittenen Flussschlingen sind als Altarme noch vorhanden und werden im Rahmen des Gewässerentwicklungskonzepts Krumme Spree renaturiert und wieder durchgängig gemacht. Im glazialen Rinnensystem wird die Niederung nach dem Dorf Briescht als Brieschter Talung bezeichnet. Die Talung, in der die Spree von West nach Ost fließt, trennt die Beeskower Platte vom Unterspreewald mit dem Biosphärenreservat Spreewald und von den Moränenflächen der Leuthener Sandplatte.Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei im Forschungsverbund Berlin e. V.: Ökologisch begründetes Bewirtschaftungskonzept für die Spree unter dem Aspekt der bergbaubedingten Durchflußreduktion. Berichte des IGB, Heft 11, Berlin 2001 S. 9 f.G.E.O.S. Freiberg Ingenieurgesellschaft mbH: Durchführung von speziellen Untersuchungen bezüglich Sulfat im brandenburgischen Einzugsgebiet der Spree unter den Bedingungen des Sanierungs- und des aktiven Bergbaus . Auftraggeber: Landesumweltamt Brandenburg. Freiberg 2009 PDF S. 12 f.
Westliche Begrenzung: Scharmützelsee-Glubigseen-Rinne Die westliche Begrenzung der Beeskower Platte bildet die Scharmützelsee-Glubigseen-Rinne, die vom Berliner Urstromtal bei Fürstenwalde/Langewahl nach Süden in leicht südwestlicher Richtung bis nach Alt-Schadow am Neuendorfer See verläuft. Von Nord nach Süd besteht die Rinne aus folgenden topographischen Objekten: Petersdorfer See, Wierichwiesen (Niedermoorwiesen), Scharmützelsee, Kleiner Glubigsee, Großer Glubigsee, Glubig-Melang-Fließ (teils auch als Grubenmühlenfließ bezeichnet), Springsee, Glubig-Melang-Fließ, Melangsee, Grubensee (auch: Tiefer See), Godnasee und Josinsky-Luch. Flossen die Schmelzwasser der Rinne ursprünglich nach Süden Richtung Baruther Urstromtal/Spreewald, so hat sich die Fließrichtung nacheiszeitlich nach Norden zum Berliner Urstromtal umgekehrt.Wolfgang Zwenger: Die Geologie des Scharmützelseegebiets. […] S. 52 f.Olaf Juschus: Das Jungmoränenland südlich von Berlin […]. Kapitel 4.6: Glaziale Rinnen im Jungmoränenland südlich Berlins.
mini|Westhang der Beeskower Platte über dem Scharmützelsee
Der nördliche Rinnenteil trennt die Beeskower von der westlich anschließenden Storkower Platte. Zwischen dem Petersdorfer und dem Scharmützelsee bildet die Rinne einen scharfen Einschnitt zwischen den Rauener Bergen im Westen und den Soldatenbergen/Dubrower Bergen im Osten. Der weichselzeitlich überprägte, saaleeiszeitliche Stauchungskomplex ist durch ein stark gegliedertes Relief geprägt.Gerd Huschek, Matthis Kayser: Untersuchung der Böden im direkten Umfeld der UBA-Messnetz-Standorte in den neuen Ländern zur Vervollständigung des bundesweiten Umweltbeobachtungsnetzes im Hinblick auf ein integriertes und repräsentatives Monitoring . Hrsg.: Umweltbundesamt, Forschungsbericht 29971226 UBA-FB 0, Berlin 2002 PDF S. 49 ff.Wolfgang Zwenger: Die Geologie des Scharmützelseegebiets. […] S. 51 f. Da die Petersdorfer Höhen mit den Rauenschen Bergen laut Werner Stackebrandt strukturgeologisch eine Einheit bilden,Werner Stackebrandt: Neotektonische Aktivitätsgebiete in Brandenburg (Norddeutschland). […] S. 167. wird die Storkower Platte oft generalisierend der Beeskower Platte zugeschlagen. Beispielsweise verortet ein Forschungsbericht des Lehrstuhls Gewässerschutz an der Universität Cottbus den Scharmützelsee „im Saarower Hügelland auf der Beeskower Platte“.Brigitte Nixdorf, Mike Hemm u. a.: Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands, Teil 5, Brandenburg, Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Abschlussbericht F&E Vorhaben FKZ 299 24 274, im Auftrag des Umweltbundesamtes am Lehrstuhl Gewässerschutz der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, 2004 PDF, siehe Kapitel 1.25 Scharmützelsee S. 107.
Im südlichen Rinnenteil ist die Abgrenzung der Beeskower Platte nach Westen ebenfalls leicht unscharf. Hier wird der schmale Hügelstreifen zwischen der Linie Glubigseen-Godnasee-Neuendorfer See und der gleichfalls von Nord nach Süd verlaufenden Kehrigker Talung (unter anderem gebildet aus den Griesenseen, den Wuckseen, dem Langen See, Krummen See und den Milaseen) gelegentlich noch auf die Beeskower Platte gelegt und erst die westlich der Kehrigker Talung folgende Groß Eichholzer Platte als gesonderte geologische Hochfläche definiert.
Naturräumliche Haupteinheit