Maria Singer (* 1. Februar 1914 in Ebenzweier, Gemeinde Altmünster, Österreich-Ungarn; † 4. Juni 2003 in Aschheim, Oberbayern) war eine österreichische Schauspielerin, bayerische Volksschauspielerin und Charakterdarstellerin.
Leben Maria Singer war die Tochter eines Bahnbeamten, der 1924 an die Strecke Salzburg-Wien versetzt wurde. Die Familie zog in die Nähe von Salzburg, wo Maria das Mozarteum besuchte und Gesangs- und Sprecherziehung erhielt. Sie nahm an Schulaufführungen teil und wirkte bei Aufführungen des Jedermann als Statistin mit. Ihre schauspielerische Ausbildung absolvierte sie von 1932 bis 1934 am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Reinhardt hatte das Mädchen bei den Jedermann-Proben entdeckt. Ihre erste Bühnenrolle erhielt sie 1934 am Stadttheater von Schneidemühl/Pommern, wo sie ihren Kollegen Hans Musäus (1910–1981) kennenlernte, den sie zwei Jahre später heiratete. Der gemeinsame Sohn Peter Musäus (* 1939) wurde ebenfalls Schauspieler.
Nach der Ausbildung folgten zahlreiche Engagements, unter anderem in Memel, Königsberg, Tübingen, Kassel und Hannover. Während des Zweiten Weltkrieges wirkte sie am Stadttheater von Klagenfurt. Im Jahr 1964 wurde Singer von August Everding für die Münchner Kammerspiele verpflichtet, wo sie u. a. an der Seite von Therese Giehse und Walter Sedlmayr spielte. 1972 wirkte sie bei den Salzburger Festspielen mit. Neben ihren Bühnenrollen trat die Schauspielerin seit den 1960er-Jahren verstärkt auch in Film und Fernsehen auf, darunter Publikums-Erfolge wie der Komödienstadel, Kir Royal, Weißblaue Geschichten, Die Scheinheiligen und Der Bulle von Tölz. Sie arbeitete mit Hans Moser, Heinz Rühmann, Rainer Werner Fassbinder, Gerhard Polt und Franz Xaver Bogner. Nebenbei war sie als Sprecherin für den Bayerischen Rundfunk tätig.
Im Jahr 1999 war Maria Singer mit dem Stück Der Bauer als Millionär zum letzten Mal auf einer Münchner Theaterbühne zu sehen. Bis zuletzt war sie an Fernsehproduktionen beteiligt. Am 4. Juni 2003 starb sie im Alter von 89 Jahren in Aschheim bei München.
Filmografie (Auswahl) Filme 1962: Der verkaufte Großvater 1967: Der Paukenspieler 1968: Professor Columbus 1969: Die Kleinbürger 1969: Frei bis zum nächsten Mal 1971: Das Feuerwerk 1971: Napoleon und Joghurt 1972: 8051 Grinning 1972: Die Lokalbahn 1972: Der Ignorant und der Wahnsinnige, Aufzeichnung von den Salzburger Festspielen 1973: Der Mensch Adam Deigl und die Obrigkeit 1973: Sonja schafft die Wirklichkeit ab oder Ein unheimlich starker Abgang 1973: Tatort: Tote brauchen keine Wohnung 1976: Weder Tag noch Stunde 1977: Bolwieser 1977: Der Fall Winslow 1977: Gefundenes Fressen 1979: Frau W. 1981: Die Rumplhanni 1981: Rigoletto hat keine Pause oder Der lästige Ungar 1983: Martin Luther 1983: Magdalena 1983: Kehraus 1984: Atemnot 1985: Der Komödienstadel: Politik und Führerschein 1985: Der Komödienstadel: Paraplü und Perpendikel 1986: Tatort: Riedmüller, Vorname Sigi 1987: 38 – Auch das war Wien 1989: Sturm im Wasserglas 1990: Abrahams Gold 1993: Sein letzter Wille 1994: Der Komödienstadel: Die Hochzeitskutsche 1995: Sau sticht 1998: Lychees weiß-blau 1999: Geschichten aus dem Nachbarhaus 1994: Der Komödienstadel: Der Zigeunersimmerl 1999: Doggy Dog – Eine total verrückte Hundeentführung 2001: Tatort: Ein mörderisches Märchen 2001: Die Scheinheiligen 2003: Geschichten aus dem Nachbarhaus – Pauline & Co.
Fernsehserien 1962: Funkstreife Isar 12 1968: Das Kriminalmuseum: Der Scheck 1975: Rufzeichen 1976: Geburtstage 1976: Inspektion Lauenstadt (Folge: Bauer Schlegel) 1977–1984: Derrick (5 Folgen) 1977–1986: Der Alte (8 Folgen) 1977–1986: Polizeiinspektion 1 (7 Folgen) 1981: Die Rumplhanni 1982: Meister Eder und sein Pumuckl (1.03,2.09,2.11 3 Folgen) 1984: Franz Xaver Brunnmayr (9 Folgen) 1986: Lauter Glückspilze 1986: Kir Royal 1987: Waldhaus 1987: Hans im Glück (Mini-Serie) 1987: Die Hausmeisterin 1992: Der Bergdoktor 1993: Weißblaue Geschichten 1995: Frankenberg (Serie) 1997: Frauenarzt Dr. Markus Merthin 1997: Der Bulle von Tölz: Bei Zuschlag Mord 1998: Der Bulle von Tölz: Tod in Dessous 1999: Zwei Männer am Herd
Hörspiele (Auswahl) 1969: Walter Netzsch: Der beinahe unaufhaltsame Aufstieg des Mathias Grüneisl. Eine gerade noch utopische Groteske (Minna, Mathias Grüneisls Frau) – Regie: Hellmuth Kirchammer (Original-Hörspiel, Science-Fiction-Hörspiel – BR) 2000: Gordian Beck: Lauter nette Menschen – Regie: Christoph Dietrich (Kriminalhörspiel – BR)
Literatur Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 872.
Weblinks
Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Darstellender Künstler (München) Kategorie:Darstellender Künstler (Österreich) Kategorie:Person (Altmünster) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1914 Kategorie:Gestorben 2003 Kategorie:Frau