mini|Siegfried I. Graf Siegfried I. (* um 919;: 919; Hlawitschka: um 918/921; Brandenburg, S. 94: ca. 922; Wolf, S. 106: 924/929, um 928 † wohl 28. Oktober 998Schwennicke; „Zum 28. Oktober überliefern die Notae Necrologiae Coufungenses (Nekrolog des Klosters Kaufungen): Sigefridus Kunuz com. pater Chunigundis imperatoricis obiit. Da auch die Mutter und die Gemahlin Siegfrids und ein Sohn des Ehepaares im Merseburger Necrolog begegnen…, ist die Identifizierung wohl gesichert, zumal der zum 26. Oktober ins Lüneburger Necrolog eingetragene Graf gleichen Namens als occius bezeichnet ist…“ (Gerd Althoff: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. 1984, S. 420; die Angabe bei Brandenburg, Tafel 5 S. 10 (15. August 998) ist falsch (Werner, S. 471).)) gilt als Gründer von Luxemburg.

Leben Seine Mutter war Kunigunde, Tochter der Ermentrud/Irmintrud (um 875/8–930/40), einer Tochter zweiter Ehe (um 875) des westfränkischen Königs Ludwig II., genannt der Stammler. Sein Vater ist nicht zweifelsfrei belegt; verheiratet war seine Mutter mit dem lothringischen Grafen Wigerich, der zu Siegfrieds Geburt möglicherweise bereits verstorben war, und danach mit dem Grafen Richwin von Verdun.

Siegfried trat erstmals um 950 auf. Zu der Zeit war er Laienabt des Klosters Echternach.Werner, S. 471 Er ist 982 als Graf im Moselgau nachgewiesen,Brandenburg, Tafel 5 S. 10, Anmerkung S. 123; Werner S. 471 darüber hinaus Vogt der Reichsabtei St. Maximin zu Trier und des Klosters Echternach.Schwennicke: bezeugt 981 für St. Maximin, 997 für Echternach; Brandenburg, Anmerkungen S. 123: bezeugt 974 für Echternach und 981 für St. Maximin; Werner: „Siegfried ist um 950 als (Laien-)Abt von Echternach, dann als Vogt nachweisbar“ Am 17. April 963 erwarb er als „Comes“ (Graf) die Burg Lucilinburhuc in der heutigen Stadt Luxemburg an der Alzette im Tausch gegen Ländereien in Feulen bei Ettelbrück (Sauer) mit dem Kloster St. Maximin.Brandenburg, Anmerkungen S. 123; zum Datum: Werner, S. 471; zu Feulen: Thiele Um 964 beerbte er seinen Halbbruder, den „Ardennengrafen“ Giselbert.Thiele 964 erwarb er vom Trierer Erzbischof Heinrich Ländereien bei Saarburg mit dem Inselberg, auf dem sich die Saarburg befand.zum Nachweis vgl. entsprechender Artikel 984 kämpfte er bei den Auseinandersetzungen um die Nachfolge des Kaisers Otto II. in Lothringen auf der Seite Ottos III., geriet in die Gefangenschaft der Gegenseite in Person des westfränkischen Königs Lothar. Nach dessen Tod 986 gelang Siegfried die Flucht.Walter Mohr, Geschichte des Herzogtums Lothringen, Band I, S. 59–61. Am 26. Oktober 997 wurde Siegfried letztmals als lebend erwähnt.

Ehe und Nachkommen Siegfried heiratete um 950/963um 950 (Hlawitschka, S: 214), 955/960 (Renn, S. 58), um 962/963 (oder um 960) (Wolf, S. 106), vor 964, wohl ca. 950 (Brandenburg, S. 94); der Sohn Heinrich ist am 17. September 964 erstmals bezeugt, allerdings als einziges seiner Kinder Hadwig (* um 935/945Wolf, S. 106; † 13. Dezember nach 993Schwennicke), deren Herkunft unbekannt ist. Das Paar hatte elf bezeugte Kinder:nach Schwennicke Heinrich († 1026), Graf in den Ardennen, Vogt von St. Maximin, 1004–1009 und 1017–1026 Herzog von Bayern Siegfried, 983 und 985 bezeugt († 15. August, ohne Jahr),Armin Wolf: Die Herkunft der Grafen von Northeim aus dem Hause Luxemburg, in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Bd. 69, 1997, S. 427–440. vielleicht Stammvater der Grafen von Northeim (siehe dort) – noch strittige Filiation Giselbert († 1004), Graf im Moselgau Friedrich († 1019), Graf im Moselgau, Vogt Stablo und Malmedy, Graf im HessengauWolf, S. 119 Dietrich († 1047), Bischof von Metz Adalbero († nach 1037) Elekt von Trier Liutgard († nach 1005); ⚭ 980 Graf Arnulf von Holland († 993) (Gerulfinger) Kunigunde „die Heilige“ († 1033); ⚭ 1001 Heinrich II. der Heilige († 1024), Herzog von Bayern, 1002 deutscher König, 1014 Kaiser (Liudolfinger) Eva († 1040); ⚭ Gerhard III. Graf von Metz († 1024/25) (Matfriede) Ermentrude, Äbtissin; vermutlich die Äbtissin Ermentrudis der Fraumünsterabtei in Zürich (um 995 – um 1030) Tochter ⚭ Graf Thietmar

Siehe auch Das deutsche Fürstengeschlecht der Luxemburger

Literatur Heinz Renn: Das erste Luxemburger Grafenhaus. 1941. Andreas Thiele: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte. Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt a. M. 1993, Tafel 66. Erich Brandenburg: Die Nachkommen Karls des Großen. Neudruck 1998. Karl Ferdinand Werner: Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation). Band IV In: Wolfgang Braunfels: Karl der Große Lebenswerk und Nachleben. René Klein: Wer waren die Eltern des Grafen Siegfried? Eine neue Hypothese zum Ursprung des ersten Luxemburger Grafenhauses. In: Luxemburgische Gesellschaft für Genealogie und Heraldik. Jahrbuch 1998. Association Luxembourgeoise de Généalogie et d’Héraldique, Annuaire 1998, S. 9–27. Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Band I.2 (1999) Tafel 202/203. Eduard Hlawitschka: Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen. Ein kommentiertes Tafelwerk. Band I: 937-1137, 2 Teile, 2006 (MGH, Hilfsmittel 25, 1-2) Armin Wolf: Ahnen deutscher Könige und Königinnen. In: Herold-Jahrbuch. Neue Folge. 15. Band (2010)

Michel Pauly: Geschichte Luxemburgs. München 2011. Charles Cawley, Foundation for Medieval Genealogy, im Netz: www.fmg.ac. Luxembourg; wird laufend aktualisiert.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Familienmitglied der Wigeriche Kategorie:Familienmitglied der Wigeriche (Linie Luxemburg) Kategorie:Kunigunde von Luxemburg Kategorie:Graf (Luxemburg) Kategorie:Abt (Echternach) Kategorie:Geboren im 10. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 998 Kategorie:Mann