Die Akademie-Mitteilungen waren das offizielle Informationsorgan der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart, sie wurden 1972 von Wolfgang Kermer gegründet.Men of Achievement. Fifth Edition 1978. Editorial Director: Ernest Kay. International Biographical Center, Cambridge, England, 1978, ISBN 0-900332-48-4, S. 288 Insgesamt erschienen bis 1978 acht Ausgaben, die den Berichtszeitraum 1972 bis 1977 umfassten.swb.bsz-bw.de Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg, abgerufen am 15. Dezember 2017

Aus der Notwendigkeit und der Überzeugung heraus, eine Kunsthochschule brauche Kontakt zur Gesellschaft, sie bedürfe lebendiger Beziehungen zur Bevölkerung, zur Politik, zu Verbänden, überdies auch zu den ehemaligen Hochschulangehörigen, entstanden die Akademie-Mitteilungen in einer von der Studentenbewegung ausgelösten, noch immer hochschulpolitisch virulenten Zeit. Sie berichteten aus dem Leben der Hochschule und wollten zugleich der offenen Aussprache dienen. So hieß es im Editorial zur ersten Ausgabe, sie hätten die Aufgabe, „regional und überregional Bericht zu geben“, sei doch „manches, was gelegentlich zu einem verzeichneten Bild geführt [habe], auf einen offenbar stockenden Informationsfluß zurückzuführen“. An anderer Stelle verlautete: „Dieses Mitteilungsblatt soll sachlich berichten und frei von Polemik sein“.Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: I. [Erster] Rechenschaftsbericht des Rektors über die Zeit vom 22. Dezember 1971 bis 22. Dezember 1972: dem Großen Senat erstattet von Prof. Dr. Wolfgang Kermer am 14. Februar 1973. Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, o. J. , S. 47. Zusammen mit den Beiträgen zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart entwickelten sich die Akademie-Mitteilungen „seit 1972 zu einem Spiegel des zeitgenössischen und historischen Kunstgeschehens im Lande“.Die kulturellen Aufgaben der Kunsthochschulen. In: Kulturelle Angebote: Beitrag der Kunsthochschulen zum kulturellen Leben in der Region, hrsg. vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg, Karlsruhe 1986 (Schriftenreihe „Aus der Welt von Wissenschaft und Kunst“; 8), S. 11.

Gründer, Herausgeber und Chefredakteur war der Kunsthistoriker und damalige Rektor der Hochschule, Wolfgang Kermer, von dem auch der überwiegende Teil der namentlich nicht eigens bezeichneten Beiträge stammt.

Die zunächst in halbjährlichen Abständen erschienenen, anfangs mit finanzieller Unterstützung der „Vereinigung von Freunden der Akademie der bildenden Künste e. V. Stuttgart“ hergestellten Hefte umfassten ab der sechsten Ausgabe größere Zeiträume. Mit ihren Hauptabschnitten I Organe und Lehrkörper, II Studium, III Veranstaltungen in der Akademie, IV Bibliothek, V Verwaltung, VI Allgemeine Mitteilungen lieferten sie ein detailliertes Bild von den personellen, sachlichen und hochschulrechtlichen Verhältnissen und Entwicklungen der Hochschule sowie von den Ausstellungs- und publizistischen Aktivitäten ihrer Mitglieder und Alumni auch dann, als das Gewicht der Beiträge externer Autoren größer wurde und sich die überregionale Ausrichtung verstärkte. Von insgesamt 12 war der Heftumfang zuletzt auf 160 Seiten gestiegen, die Bebilderung umfangreicher und farbiger geworden. Als Dokument eines Zeitabschnitts tief greifender inhaltlicher und organisatorischer Neustrukturierung einer Kunsthochschule mit Hochschullehrern wie Albrecht Ade, Gunter Böhmer, Paul Uwe Dreyer, Erwin Heinle, Herbert Hirche, Rudolf Hoflehner, Alfred Hrdlicka, Erich Mansen, Heinz Mohl, Hugo Peters, Jürgen Rose, Rudolf Schoofs, K. R. H. Sonderborg, Hans Gottfried von Stockhausen, Rolf E. Straub, Arno Votteler, Kurt Weidemann, Herta-Maria Witzemann, Leo Wollner stehen die Akademie-Mitteilungen innerhalb der baden-württembergischen Hochschullandschaft der 1970er Jahre einzigartig da und haben auch bis heute keine Parallele mehr gefunden.

Neben dem Informationszweck zugleich als experimentell-typografisches Projekt gedacht, änderten die Akademie-Mitteilungen dreimal ihr Äußeres, was sich allein schon im Wechsel des Formats und in den verschiedenen Varianten der Außentitel zeigte. Die Satzgestaltung blieb durchgängig zweispaltig. Zunächst lag die typografische Gestaltung beim Institut für Buchgestaltung der Akademie unter der Leitung von Walter Brudi. Horst Wöhrle, Lehrer für Satz und bis zu deren Einstellung Mitarbeiter der Reihe, schuf das Layout bis zur fünften Ausgabe, wobei er im Zuge der Umgestaltung sämtlicher Drucksachen der Hochschule auf ein einheitliches Konzept mittels einer durchgängig verwendeten Schrift (Akzidenz-Grotesk) den Heften Nr. 4 und 5 ein neues Gesicht gab. Ab der sechsten Ausgabe trat mit der von Manfred Kröplien als neuem Leiter des Instituts für Buchgestaltung geschaffenen, schon vom rein typografisch bestimmten Cover her auf funktionale Gliederung und Durchgängigkeit des Satzspiegels angelegten Gestalt ein erneuter Wandel des visuellen Erscheinungsbildes ein, wodurch die Hefte, schnörkellos und auf Lesbarkeit bedacht, eine geradezu zeitlose Konzeption erhielten.Zwischen Buch-Kunst und Buch-Design: Buchgestalter der Akademie und ehemaligen Kunstgewerbeschule in Stuttgart; Werkbeispiele und Texte. Ausgew. und hrsg. von Wolfgang Kermer. Cantz, Ostfildern-Ruit 1996, ISBN 3-89322-893-4, S. 165, 185-186, 199, Abb. S. 145.

Bei reduzierten Finanzierungsmitteln und steigenden Herstellungskosten wurden die Akademie-Mitteilungen mit Heft 8/1978 eingestellt.Wolfgang Kermer: Zusammenfassender Bericht des Rektors für die Zeit vom 1. September 1976 bis 30. Juni 1980 vor dem Senat der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart am 8. Juli 1980. Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Stuttgart 1980, S. 55.Ders.: Zusammenfassender Bericht des Rektors für die Zeit vom 1. Juli 1980 bis 31. Dezember 1982 vor dem Senat der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart am 25. Januar 1983. Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Stuttgart 1983, S. 13.

Erscheinungsverlauf Akademie-Mitteilungen 1: Für die Zeit vom 1. Oktober 1971 bis 31. März 1972; April 1972 Akademie-Mitteilungen 2: Für die Zeit vom 1. April 1972 bis 30. September 1972; Oktober 1972 Akademie-Mitteilungen 3: Für die Zeit vom 1. Oktober 1972 bis März 1973; April 1973 Akademie-Mitteilungen 4: Für die Zeit vom 1. April 1973 bis 31. Oktober 1973; November 1973 Akademie-Mitteilungen 5: Für die Zeit vom 1. November 1973 bis 31. März 1974; April 1974Ders.: Zur fünften Ausgabe der „Akademie-Mitteilungen“ (1974). In: Ders.: „1968“ und Akademiereform: von den Studentenunruhen zur Neuorganisation der Stuttgarter Akademie in den siebziger Jahren. Cantz, Ostfildern-Ruit 1998 (= Beiträge zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, hrsg. von Wolfgang Kermer; 9) ISBN 3-89322-446-7, S. 42–43.30 Exemplare dieser Ausgabe enthielten, im Impressum eigens vermerkt, jeweils fünf handsignierte und numerierte Originalgraphik-Beilagen von Eugen Funk (Offsetlitho), Johannes Hewel (Radierung), K.R.H. Sonderborg (Radierung), Hans Gottfried von Stockhausen (Radierung), Horst Wöhrle (Typografik). Akademie-Mitteilungen 6: Für die Zeit vom 1. April 1974 bis 31. März 1975; Mai 1975Ders.: „1968“ und Akademiereform: von den Studentenunruhen zur Neuorganisation der Stuttgarter Akademie in den siebziger Jahren. Cantz, Ostfildern-Ruit 1998 (= Beiträge zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, hrsg. von Wolfgang Kermer; 9) ISBN 3-89322-446-7, S. 193, Abb. 76. Akademie-Mitteilungen 7: Für die Zeit vom 1. April 1975 bis 31. Mai 1976; August 1976 Akademie-Mitteilungen 8: Für die Zeit vom 1. Juni 1976 bis 31. Oktober 1977; März 1978

Literatur Günther Wirth: Aktivisten einer Akademie: Stuttgarts Kunsthochschule öffnet sich nach draußen. In: Stuttgarter Zeitung, 1. Dezember 1972, S. 37. Ders.: In geordneten Bahnen: Die Stuttgarter Kunstakademie informiert über die letzten beiden Semester. In: Stuttgarter Zeitung, 25. Juli 1975, S. 20. Ders.: Grund zum Optimismus: ein Rechenschaftsbericht der Stuttgarter Kunstakademie. In: Stuttgarter Zeitung, 8. November 1976, S. 21. k[arl] d[iemer]: Akademie-Mitteilungen: neue Phase tiefgreifender Veränderungen. In: Stuttgarter Nachrichten, 11. November 1976, S. 23. Günther Wirth: Wachsende Bürokratisierung: eine Selbstdarstellung der Stuttgarter Kunstakademie. In: Stuttgarter Zeitung, 20. Juni 1978, S. 12. Wolfgang Kermer: Daten und Bilder zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Edition Cantz, Stuttgart 1988 (= Verbesserter Sonderdruck aus: Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: eine Selbstdarstellung. Edition Cantz, Stuttgart 1988), o. P. [14–15] Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (Hrsg.): Publikationen. Zusammenstellung und Redaktion: Gabriele Merkes. Druck und Herstellung: Jung & Brecht, Stuttgart 1997, S. 15.

Einzelnachweise

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