Die 14. Handball-Europameisterschaft der Männer wurde vom 9. bis zum 26. Januar 2020 in Norwegen, Österreich und Schweden ausgetragen. Zehn Jahre nach der Europameisterschaft 2010 war der Österreichische Handballbund damit wieder Gastgeber einer internationalen Handballgroßveranstaltung. Europameister wurde Spanien, das seinen Titel aus dem Jahr 2018 durch einen 22:20-Finalsieg über Kroatien verteidigen konnte.
Ausrichter mini|Vergabe der Europameisterschaft 2020 in Dublin Der Kongress der Europäischen Handballföderation (EHF) vergab die Veranstaltung während seiner Sitzung am 20. September 2014 in Dublin, Irland. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde eine Handball-Europameisterschaft in drei Ländern ausgetragen. Ursprünglich bewarben sich Österreich, Schweden und Norwegen noch als Einzelveranstalter, schlossen sich dann aber aus organisatorischen Gründen zusammen und verfolgten nun das gemeinsame Ziel, die Männer-EM 2020 auszurichten.
Aufgrund des Zusammenschlusses der drei Nationen trat bereits 2020 der neue Spielmodus mit der Aufstockung von 16 auf 24 Nationen in Kraft. Ursprünglich war dies erst für die Endrunde im Jahre 2022 vorgesehen.
Ursprünglich war die EM 2020 vom 10. bis zum 26. Januar angesetzt, doch die EHF veränderte den Zeitrahmen der kontinentalen Titelkämpfe im September 2018.
Qualifikation
Teilnehmende Nationen Österreich, Schweden und Norwegen waren als Veranstalter bereits fix für die Europameisterschaft 2020 qualifiziert. Die restlichen Nationen wurden während der EM-Qualifikationsphase in der Saison 2018/19 ermittelt.
Folgende Mannschaften (24) nahmen an der Endrunde teil:
Land Qualifiziert als Datum der Qualifikation Bisherige Teilnahmen an Europameisterschaften Titel 01Gastgeber 0020. Sep. 2014 12 (1994, 1996, 1998, 2000, 2002, 2004, 2008, 2010, 2012, 2014, 2016, 2018) 1994, 1998, 2000, 2002 01Gastgeber 0020. Sep. 2014 8 (2000, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014, 2016, 2018) 01Gastgeber 0020. Sep. 2014 3 (2010, 2014, 2018) 01Europameister 2018 0028. Jan. 2018 13 (alle von 1994 bis 2018)2018 01Gruppensieger 0014. Apr. 2019 12 (1994, 1996, 1998, 2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2016, 2018) 2004, 2016 01Gruppensieger 0014. Apr. 2019 9 (2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2016, 2018) 01Gruppensieger 0014. Apr. 2019 13 (alle von 1994 bis 2018) 01Gruppenzweiter 0012. Juni 2019 01 Gruppensieger 0012. Juni 2019 5 (1998, 2012, 2014, 2016, 2018) 01Gruppensieger 0012. Juni 2019 13 (alle von 1994 bis 2018) 2008, 2012 01Gruppensieger 0012. Juni 2019 11 (1994, 1996, 1998, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014, 2016, 2018) 01Gruppensieger 0013. Juni 2019 13 (alle von 1994 bis 2018) 2006, 2010, 2014 01Gruppenzweiter 0013. Juni 2019 5 (1994, 2000, 2002, 2004, 2006) 01Gruppenzweiter 0013. Juni 2019 12 (1994, 1996, 1998, 2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014, 2016) 1996 01Gruppenzweiter 0016. Juni 2019 8 (2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014, 2016) 01Gruppenzweiter 0016. Juni 2019 3 (2002, 2004, 2006) 01Gruppendritter 0016. Juni 2019 5 (2010, 2012, 2014, 2016, 2018) 01Gruppenzweiter 0016. Juni 2019 10 (2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014, 2016, 2018) 01Gruppendritter 0016. Juni 2019 01Gruppensieger 0016. Juni 2019 5 (2008, 2014, 2016, 2018) 01Gruppenzweiter 0016. Juni 2019 9 (1996, 1998, 2002, 2004, 2008, 2010, 2012, 2014, 2018) 01Gruppendritter 0016. Juni 2019 01Gruppenzweiter 0016. Juni 2019 3 (2008, 2014, 2016) 01Gruppendritter 0016. Juni 2019 5 (2000, 2002, 2004, 2006, 2010)
Kader
Am 6. Dezember 2019 veröffentlichte die Europäische Handballföderation die maximal 28 Spieler umfassenden vorläufigen Aufgebote aller Teilnehmer. Dieser Kader musste zum Turnierbeginn auf 16 Spieler reduziert werden. Daraus wurden die Spieler für jedes Spiel nominiert. Während der Vorrunde, der Hauptrunde und der Finalrunde durften je zwei Spieler gegen solche aus dem vorläufigen Kader ausgetauscht werden, also maximal sechs Wechselmöglichkeiten. Ein ausgetauschter Spieler durfte später wieder zurückgetauscht werden.
Gruppenauslosung Die Auslosung der Vorrundengruppen fand am 28. Juni 2019 in Wien statt. Die vierundzwanzig qualifizierten Mannschaften wurden vor der Auslosung entsprechend ihrem Abschneiden in der Qualifikation auf vier Töpfe verteilt. Zudem ordnete der Gastgeberverband den sechs Gruppen und ihren Gastgeberstätten je eine Mannschaft zu, wobei gemäß Reglement das zu erwartende Zuschauerinteresse berücksichtigt wurde. Gruppentopf 1Gruppentopf 2Gruppentopf 3Gruppentopf 4 Die sechs für je eine Gruppe gesetzten Mannschaften:
Kroatien in Gruppe A in Graz Österreich in Gruppe B in Wien Deutschland in Gruppe C in Trondheim Norwegen in Gruppe D in Trondheim Dänemark in Gruppe E in Malmö Schweden in Gruppe F in Göteborg
Die Auslosung ergab nach Zuordnung der restlichen Mannschaften folgende Gruppen: Gruppe A GrazGruppe B WienGruppe C TrondheimGruppe D TrondheimGruppe E MalmöGruppe F Göteborg (gesetzt) (gesetzt) (gesetzt) (gesetzt) (gesetzt) (gesetzt)
Austragungsorte In Österreich, Schweden und Norwegen wurden jeweils zwei Vorrundengruppen gespielt. Zudem organisierten Österreich und Schweden noch je eine Hauptgruppe. Das Finalwochenende mit Semifinale und Finale fand in Schweden statt.
Göteborg MalmöScandinaviumMalmö Arena Kapazität: 12.000 Kapazität: 13.000 180px 200px Stockholm TrondheimTele2 ArenaTrondheim Spektrum Kapazität: 22.000 Kapazität: 8.000 180px 210px Graz WienGraz Messe ArenaWiener Stadthalle Kapazität: 6.000 Kapazität: 10.000 180px
Vorrunde Gruppe A Österreich – Graz Messe Arena Gruppe B Österreich – Wiener Stadthalle Gruppe C Norwegen – Trondheim Spektrum Gruppe D Norwegen – Trondheim Spektrum Gruppe E Schweden – Malmö Arena Gruppe F Schweden – Scandinavium, Göteborg
Die Vorrundenspiele bestritten Österreich in Wien, Norwegen in Trondheim (Gruppe D) und Schweden in Göteborg, sowie Kroatien in Graz, Deutschland in Trondheim (Gruppe C) und Dänemark in Malmö.
Hauptrunde Gruppe I Österreich – Wiener Stadthalle Gruppe II Schweden – Malmö Arena
Finale und Platzierungsspiele Schweden – Tele2 Arena, Stockholm
Vorrunde Gruppe A
Gruppe B
Gruppe C
Gruppe D
Gruppe E
Gruppe F
Hauptrunde Farbe Bedeutung Tabellenplatz qualifiziert für das Halbfinale Tabellenplatz qualifiziert für das Spiel um Platz 5 Mannschaft ist ausgeschieden
Gruppe I aus der Vorrunde übernommen: Kroatien – Belarus 31:23 Österreich – Tschechien 32:29 Spanien – Deutschland 33:26
Gruppe II aus der Vorrunde übernommen: Norwegen – Portugal 34:28 Ungarn – Island 24:18 Slowenien – Schweden 21:19
Finalspiele
Halbfinale
Spiel um Platz 5
Spiel um Platz 3
Finale
Abschlussplatzierung Rang Team Sp. S U N Tore Diff. 20px|Gold9810278:226+52 20px|Silber9711227:205+22 20px|Bronze9801273:236+37 4.9504245:242+35.8602232:202 +306.8404228:220 +8RangTeamSp.SUNToreDiff.P7.7403182:169 +1388.7313205:214−979.7313176:189−13710.7313209:217−8711.7304191:195−4612.7205172:183−11413.311185:83+2314.310282:79+3215.310279:84−5216.310277:87−10217.310280:94−14218.310270:84−14219.300374:83−9020.300372:81−9021.300373:85−12022.300376:91−15023.300373:90−17024.300373:93−200
Spanien qualifizierte sich als Europameister direkt für die Olympischen Spiele im Sommer in Tokio. Weltmeister Dänemark hat sich ebenfalls direkt für die Olympischen Spiele qualifiziert. Die vier Halbfinalisten Norwegen, Spanien, Slowenien und Kroatien haben sich für die Weltmeisterschaft 2021 qualifiziert. Da Norwegen, Frankreich, Deutschland, Schweden, Kroatien und Spanien den 2. bis 7. Platz bei der Weltmeisterschaft 2019 erreichten, waren sie schon im Voraus für die Qualifikationsturniere zu den Olympischen Spielen qualifiziert. Daher gingen die zusätzlichen Startplätze für die Qualifikationsturniere an Slowenien und Portugal als bestplatzierte Teams, die sich noch nicht qualifiziert hatten. Die Platzierung der Plätze 1 bis 6 ergibt sich aus dem Ergebnis des jeweiligen Platzierungsspieles. Platz 7 und 8 wird den beiden viertplatzierten Mannschaften, Platz 9 und 10 den beiden fünftplatzierten Mannschaften und Platz 11 und 12 den beiden sechstplatzierten Mannschaften aus der Hauptgruppe zugeordnet. Die Mannschaft mit der höheren Punktzahl ist besser platziert. Sollten beide Mannschaften die gleiche Punktzahl haben, wird die Rangfolge wie folgt ermittelt: höhere Tordifferenz in allen Gruppenspielen höhere Anzahl der geworfenen Tore in allen Gruppenspielen höchste Mannschaft, gegen welche die Mannschaft in der Vorrunde nach der endgültigen Rangliste der EHF EURO gespielt hat Die Plätze 13 bis 18 werden den sechs drittplatzierten Mannschaften und Platz 19 bis 24 den sechs viertplatzierten Mannschaften aus der Vorrunde zugeordnet. Die Mannschaft mit der höheren Punktzahl ist besser platziert. Sollten Mannschaften die gleiche Punktzahl haben, wird die Rangfolge wie folgt ermittelt: höhere Tordifferenz in allen Gruppenspielen höhere Anzahl der geworfenen Tore in allen Gruppenspielen höchste Mannschaft, gegen welche die Mannschaft in der Vorrunde nach der endgültigen Rangliste der EHF EURO gespielt hat das Los
All-Star-Team Vor dem Endspiel wurden die nachfolgenden Spieler für ihre Leistungen ausgezeichnet und in das All-Star-Team gewählt.
Position Name Land Wertvollster Spieler (MVP) Domagoj Duvnjak Tor Gonzalo Pérez de Vargas Linksaußen Magnus Jøndal Rückraum links Sander Sagosen Rückraum Mitte Igor Karačić Rückraum rechts Jorge Maqueda Rechtsaußen Blaž Janc Kreis Bence Bánhidi Bester Abwehrspieler Hendrik Pekeler
Statistiken Torschützenliste RangSpielerToreWürfeQuote7-m-Tore7-m-WürfeSpiele1 Sander Sagosen6510463 %141992 Mikita Wajlupau476375 %202573 Nikola Bilyk466472 %74 Jure Dolenec426664 %101495 Arsjom Karaljok375074 %7 Ondřej Zdráhala5963 %141877 Alex Dujshebaev365862 %9 Domagoj Duvnjak5467 %9109 Magnus Jøndal5072 %1016910 Igor Karačić356157 %029 Robert Weber4873 %1012712 Janko Božović346057 %713 Ángel Fernández Pérez333985 %814 Bence Bánhidi324276 %7 Jorge Maqueda5262 %9Quelle: sportsresult.com, Stand: 26. Januar 2020
Torhüter RangSpielerQuoteParadenWürfeSpiele1 Nebojša Grahovac40 %123032 Johannes Bitter35 %431238 Niklas Landin Jacobsen349834 Torbjørn Bergerud34 %902659 Andreas Palicka4412876 Mikael Appelgren33 %391177 Gonzalo Pérez de Vargas6619998 Rodrigo Corrales32 %411309 Klemen Ferlin86272910 Vincent Gérard31 %24773 Adam Morawski26833 Alfredo Quintana Bravo722317 Nebojša Simić321037Quelle: sportsresult.com, Stand: 26. Januar 2020
Fair-Play
Platz Team SpieleDisqualifikationalternativtext=|21x21px17x17px|alternativtext= Punkte17x17px|alternativtext=17x17px|alternativtext= pro Spiel Summe1.71986,6462.3787,32239422 4.3957,7235.922697,9716.31758,0247.31058,3253113259.724138,76110.932168,98011.31079,02712.31249,328934167314.712799,76815.7125149,96916.8341210,08017.314310,33118.9381910,69519.735610,97620.7341011,17821.316211,33422.81391312,09623.316612,73824.3117514,74413x13px = 1 Punkt, 13x13px = 2 Punkte, 13x13px = 5 Punkte (Die 13x13px wird bei der EHF als Rote Karte geführt, bitte aber bei Vergabe zusätzlich eintragen)Quelle: sportsresult.com, Stand: 26. Januar 2020
Schiedsrichter Da die Europameisterschaft 2020 auf 24 Teams aufgestockt wurde und erstmals in drei Ländern ausgetragen wurde, führte die EHF ein neues System ein, um die Belastung der Schiedsrichter zu verteilen. Insgesamt kamen 18 Gespanne in der Vorrunde zum Einsatz, die in Graz, Wien, Trondheim, Malmö und Göteborg gespielt wurde. Elf dieser 18 Gespanne kamen ausschließlich in der Vorrunde zum Einsatz. Die sieben weiteren wurden sowohl in der Vorrunde als auch in der Hauptrunde eingesetzt. Des Weiteren kaen zum Start der Hauptrunde fünf weitere Schiedsrichterpaare dazu. Welche Gespanne am Finalwochenende zum Einsatz kamen, wird im Verlauf des Turniers festgelegt.