Heeslingen () ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Zeven im niedersächsischen Landkreis Rotenburg (Wümme).
Geographie Lage Heeslingen liegt etwa 5 km östlich von Zeven in der Zevener Geest. Durch die Ortschaft fließt die an der Stelle noch ziemlich schmale Oste, die mit dem breiten Ostetal das Landschaftsbild der Gemeinde prägt. Unterhalb der Kirche liegt im Ostetal der Hollengrund, der an mehrere Wanderwege anschließt, die ein paar Mal die Oste schneiden. Der Fluss ist in der Gegend auch für Kanufahrten sehr beliebt.
Gemeindegliederung Boitzen Freyersen Heeslingen (Hauptort, inkl. Osterheeslingen) Meinstedt Sassenholz Steddorf Weertzen Wense Wiersdorf
Nachbargemeinden
Geschichte Älteste Siedlungsspuren werden auf die mittlere Steinzeit vor über 6000 Jahren datiert, aus der jüngeren Steinzeit vor über 3700 Jahren sind etliche Megalithgräber vorhanden.
Aus Urkunden kann nachgewiesen werden, dass 961 ein Kloster in Heeslingen gegründet wurde. Die frühromanische Feldsteinkirche ist die älteste dieser Art zwischen Elbe und Weser. Heeslingen diente wohl auch als von vielen Mooren umgebener Fluchtort in der Zeit der normannischen Übergriffe auf die Städte an Elbe und Weser. So wurde Hamburg 845 von dänischen Wikingern und 915 von slawischen Abodriten zerstört. Ein Höhepunkt der Entwicklung Heeslingens war 1038 die Verleihung des Marktrechts durch den salischen Kaiser Konrad II. Diese bedeutende Phase endete 1141 durch die Verlegung des Klosters ins nahegelegene Zeven während der vorübergehenden Herrschaft Albrecht des Bären als Herzog von Sachsen.
Der Worpsweder Künstler Heinrich Vogeler heiratete Martha Vogeler am 3. März 1901 in Heeslingen.
Heinrich Himmler wurde im Mai 1945 im Ortsteil Meinstedt durch das britische Militär gefasst.
Herkunft des Ortsnamens Alte Bezeichnungen des Ortes sind um 955 Heslinge, 988 Hasalinge und um 1059 Heslinga.
Am ehesten stammt der Ortsname Heeslingen vom Haselnussstrauch ab (hasel, hassel). Die Endung „-ing“ bedeutet „Ort“ oder „Stelle“. Heeslingen bedeutet also der „Ort am Haselnussstrauch“.
Verwaltungsgeschichte und Eingemeindungen mini|Ortstafel Während der Franzosenzeit gehörte Hesslingen 1810/11 zur Mairie Heeslingen, Kanton Zeven im Königreich Westphalen und von 1811 bis 1814 unter Napoleon Bonaparte direkt zum Französischen Kaiserreich.
Vor 1885 bildete Heeslingen mit den umliegenden Ortschaften die Börde Heeslingen im Amt Zeven. Nach 1885 gehörte Heeslingen dem Kreis Zeven an, der 1932 im Landkreis Bremervörde aufging. Dieser fusionierte 1977 mit dem alten Landkreis Rotenburg (Wümme) zum heutigen Landkreis Rotenburg (Wümme).
Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, wurden die zuvor selbständigen Gemeinden Boitzen, Meinstedt, Sassenholz, Steddorf, Weertzen, Wense und Wiersdorf in die Gemeinde Heeslingen eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1824 – ¹ 1848 369 ² 1910 607 1925 696 1933 803 1939 834 1950 1267 1956 1251 1973 1598 1975 4038 ³ Jahr Einwohner Quelle 1980 4100 ³ 1985 4159 ³ 1990 4141 ³ 1995 4303 ³ 2000 4733 ³ 2005 4826 ³ 2010 4803 ³ 2015 4756 ³ 2019 4832 ³ ¹ 36 Feuerstellen (inkl. Osterheeslingen) ² in 62 Wohngebäuden (inkl. Osterheeslingen) ³ jeweils zum 31. Dezember
Politik Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Heeslingen besteht aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 3001 und 5000 Einwohnern. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.
Die letzten Gemeinderatswahlen ergaben folgende Sitzverteilungen:
Partei 2021 2016 CDU 9 9 SPD 4 5 Grüne 1 1 Linke1 – FDP – 0
Bürgermeister Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Frank Braasch (CDU) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke mini|St.-Viti-Kirche mini|Bördenheimathaus
Die St.-Viti-Kirche wurde etwa 961 aus Feldsteinen im romanischen Stil erbaut und ist damit der wohl älteste erhaltene Kirchenbau dieser Art zwischen Elbe und Weser. Sie war bis zu dessen Verlegung nach Zeven 1141 Sitz eines Kanonissenstifts. Der neugotische Turm wurde 1897 angebaut. Pfarrhaus Kirchstraße 16 vom dritten Drittel des 19. Jh. Im Bördenheimathaus sind über 800 Exponate des bäuerlichen Alltags und ländlichen Handwerks ausgestellt. Teilweise gibt es auch Sonderausstellungen.
Vereine Freiwillige Feuerwehr Heimat- und Fördergemeinschaft Heeslinger Börde Landjugend Heeslingen
Aktivitäten
72-Stunden-Aktion als Teil einer landesweiten Initiative, bei der Ortsgruppen innerhalb von 72 Stunden nachhaltige Projekte umsetze Heeslinger Festspiele: Ein beliebtes regelmäßiges Event im örtlichen Stadtpark, bei dem lustige Teamspiele wie Oldtimer-Treckerziehen, Kistenstapeln, Schubkarrenrennen oder Entenangeln durchgeführt werden. Erntedankumzug & Schmuckwagen: Bei regionalen Festen beteiligt sich die Landjugend aktiv durch Mitwirkung an Umzügen und durch künstlerisch gestaltete Motivwagen.
Sport Fußballverein Heeslinger SC, 2013 Nachfolgeverein des TuS Heeslingen (u. a. DFB-Pokal Teilnahme in der Saison 2010/11) gegründet und spielt seit der Saison 2015/16 in der fünfklassigen Fußball-Oberliga Niedersachsen. Die Heimspiele werden im Waldstadion mit 4000 Plätzen in Heeslingen ausgetragen.
Wirtschaft, Verkehr, Infrastruktur Wirtschaft Die Gemeinde ein Grundzentrum für die umliegenden Orte.
Die Fricke-Gruppe ist in Heeslingen ansässig.
Verkehr Der Haltepunkt Heeslingen liegt an der Bahnstrecke Wilstedt–Tostedt, nordöstlich von Zeven oberhalb der Richtung Hamburg verlaufenden Bahnlinie. Der Personenverkehr ist hier seit 1971 eingestellt. Die nächsten Bahnhöfe sind die Bahnhöfe Kutenholz, Bargstedt und Harsefeld an der Bahnstrecke Bremerhaven–Buxtehude. Anschluss an Hamburg und Bremen besteht am 24 km entfernten Bahnhof Scheeßel an der Bahnstrecke Hamburg–Bremen.
Durch die Gemeinde verläuft die Landesstraße 124, die Anschluss nach Zeven an die Bundesstraße 71 bietet. Autobahnanschluss besteht an der Bundesautobahn 1 im 11 km entfernten Elsdorf.
Der Radfernweg Hamburg–Bremen verläuft ebenfalls durch die Gemeinde.
Es bestehen Busanbindungen, auch nach Hamburg und Bremen.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Hans Müller-Brauel (1867–1940), Historiker und Heimatforscher Wilhelm Duden (* 1947), Motorrad-Bahnrennfahrer
Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen
Hans-Jürgen Bargfrede (* 1959), Fußballspieler Fynn Kliemann (* 1988), Musiker Philipp Bargfrede (* 1989), Fußballspieler
Literatur
Weblinks
Website der Samtgemeinde
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Rotenburg (Wümme) Kategorie:Ort in der Stader Geest Kategorie:Ort an der Oste Kategorie:Ersterwähnung 961