Dies ist eine Teilliste von Zwischenfällen bemannter militärischer Luftfahrzeuge der Jahre bis 1980. Für die übrige Zeitspanne siehe Liste von Zwischenfällen (Militärluftfahrt) ab 1981.
Für Zwischenfälle von Verkehrsluftfahrzeugen siehe Listen von Luftfahrt-Zwischenfällen. Für Zwischenfälle von Luftfahrzeugen der Allgemeinen Luftfahrt siehe Liste von Zwischenfällen (Allgemeine Luftfahrt). Für Zwischenfälle von Luftfahrzeugen aller französischen Luftstreitkräfte siehe Liste von Zwischenfällen der Französischen Luftstreitkräfte seit 1945.
In diese Liste sollen nur Unfälle eingetragen werden, die den Relevanzkriterien für Zwischenfälle genügen.
Unfälle von Transportluftfahrzeugen sind mit (T) gekennzeichnet.
Einträge mit eigenem Artikel in Wikipedia sind mit (A) gekennzeichnet.
Auflistung nach Jahr 1911 1913 1921 1922 1923 1925 1933 1935 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949 1950 1951 1952 1953 1954 1955 1956 1957 1958 1959 1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980
Liste Abstürze von Luftschiffen sind hellblau unterlegt.
1911 Datum Ort Streitkraft / Flugnummer Luftfahrzeugtyp Opfer Beschreibung Manöverraum 1. Armeekorps (VD), Schweiz Schweiz Dufaux 5 0 Mit der Dufaux 5 wurden erste Armee-Aufklärungsflüge durchgeführt. Am Schlusstag ereignete sich eine Bruchlandung, bei der das Flugzeug einen Totalschaden erlitt; es gab keine Verletzten. Dies war der erste militärische Aufklärungseinsatz eines Flugzeugs in der Schweizer Armeegeschichte.
1913 Datum Ort Streitkraft / Flugnummer Luftfahrzeugtyp Opfer Beschreibung Nordsee, Deutschland Kaiserliche Marine (Deutschland) Luftschiff „L 1“ (LZ 14) 14 Der unter der zivilen Bezeichnung LZ 14 gebaute Zeppelin stürzte in die Nordsee. Nur 6 Insassen überlebten, 14 starben. Johannisthal bei Berlin, Deutschland Kaiserliche Marine (Deutschland) Luftschiff „L 2“ (LZ 18) 28 Der unter der zivilen Bezeichnung LZ 18 gebaute Zeppelin stürzte ab.
1921 Datum Ort Streitkraft / Flugnummer Luftfahrzeugtyp Opfer Beschreibung Hull, Großbritannien im Auftrag der US-Marine Luftschiff R38 (ZR-2) 44 Das in Großbritannien als R38 gebaute Luftschiff zerbrach bei einer Testfahrt vor seiner Auslieferung an die US-Marine (US-Benennung: ZR-2).
1922 Datum Ort Streitkraft / Flugnummer Luftfahrzeugtyp Opfer Beschreibung Hampton, USA US Army Air Service Luftschiff Roma 34 Das in Italien gebaute US-amerikanische Luftschiff kollidierte mit einer Stromleitung und verbrannte.
1923 Datum Ort Streitkraft / Flugnummer Luftfahrzeugtyp Opfer Beschreibung Mittelmeer französische Marine Luftschiff Dixmude 52 Das französische Luftschiff (zivile Baunummer Zeppelin LZ 114, für die deutsche Marine als L 72 geplant) verschwand bei einem Flug von Toulon nach Algier über dem Mittelmeer. Teile des Wracks und die Leiche des Kommandanten wurden später gefunden.
1925 Datum Ort Streitkraft / Flugnummer Luftfahrzeugtyp Opfer Beschreibung Caldwell, USA US-Marine Luftschiff ZR-1 USS Shenandoah 14 Das US-amerikanische Starrluftschiff stürzte infolge von Scherwinden in einem Gewittersturm ab. 14 der 43 Besatzungsmitglieder starben.
1933 Datum Ort Streitkraft / Flugnummer Luftfahrzeugtyp Opfer Beschreibung New Jersey, USA US-Marine Luftschiff ZRS-4 USS Akron 73 Das US-amerikanische Starrluftschiff kam in einen Sturm und stürzte ins Meer. Mit 73 Toten und 3 Überlebenden ist es bis heute (Stand 2020) der opferreichste Unfall in der Luftschifffahrt. Bei der Rettungsaktion starben die beiden Besatzungsmitglieder eines kleineren Luftschiffs, als dieses verunglückte.
1935 Datum Ort Streitkraft / Flugnummer Luftfahrzeugtyp Opfer Beschreibung Point Sur, USA US-Marine Luftschiff ZRS-5 USS Macon 2 Das US-amerikanische Starrluftschiff ging nach einem Sturmschaden am Leitwerk über dem Meer verloren. 81 der 83 Besatzungsmitglieder überlebten. Moskau, Sowjetunion Sowjetunion Tupolew ANT-20 und Polikarpow I-5 49 Eine Polikarpow I-5 kollidierte während eines Formationsfluges mit dem Verkehrsflugzeug ANT-20. Beide Flugzeuge stürzten ab.
1938 (A) 27. August – Beim CFIT von 4 der 5 Fokker C.V-E einer Formation der Tessiner Fl Kp 10 auf dem Weg zur Giornata Internazionale Aviatora in Lugano kamen in den wolkenverhangenen Muotathaler Heubergen sieben von acht Insassen ums Leben (siehe Flugunfall an den Muotathaler Heubergen).
1939 (A) 15. August – Truppenübungsplatz Neuhammer, Niederschlesien. Bei einer Sturzflugvorführung der Luftwaffe prallten aufgrund einer falsch eingeschätzten Wolkenuntergrenze 13 Junkers Ju 87 des Stuka-Geschwaders 76 auf dem Boden auf; alle 26 Besatzungsmitglieder starben (siehe Stuka-Flugunfall von Neuhammer).
1940 (A) 13. August – Eine Lockheed Hudson der Royal Australian Air Force (Luftfahrzeugkennzeichen A16-97) stürzte beim Landeanflug auf den Flughafen Canberra aus ungeklärter Ursache ab. Alle vier Besatzungsmitglieder und alle sechs Passagiere kamen ums Leben. Drei der Passagiere waren Minister der australischen Regierung, ein weiterer Generalstabschef der Australian Army. Angenommene Ursache war ein Strömungsabriss (siehe Flugzeugabsturz in Canberra 1940).
1941 (T) Am 24. Juli 1941 fing ein Triebwerk an einer Douglas DC-3/C-50B der United States Army Air Forces (USAAF) (Luftfahrzeugkennzeichen 41-7705) kurz vor der Landung auf der Wright-Patterson Air Force Base (Ohio, USA) Feuer und löste sich vom Flugzeug. Bei der folgenden Bruchlandung wurde das Flugzeug zerstört. Alle 7 Insassen überlebten den Unfall. Es war der erste Totalverlust einer DC-3 der USAAF.
1942 14. Januar – Eine Douglas B-18 A der United States Army Air Forces (USAAF) (Luftfahrzeugkennzeichen 37-619) wurde auf dem Rückweg von einer U-Boot-Patrouille infolge Orientierungsverlust in schlechtem Wetter gegen den Mount Waternomee in Woodstock in New Hampshire geflogen. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden zwei der sieben Besatzungsmitglieder getötet, fünf konnten aus dem Wrack entkommen. Das Flugzeug war auf dem Westover Airfield in Chicopee in Massachusetts stationiert.Unfallbericht Douglas B-18A Bolo 37-619, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 9. Mai 2023.
(T) Am 19. April 1942 verunglückte eine Douglas DC-3-228/C-49H der United States Army Air Forces (USAAF) (42-38254) beim Start am Flugplatz Hastings (Sierra Leone). Dabei wurden 20 Insassen getötet.
(T) Am 1. Juli 1942 stürzte eine Douglas DC-3/C-49E der United States Army Air Forces (USAAF) (42-56093) bei Welon (West Virginia, USA) ab. Vorher war am Flughafen Cincinnati-Municipal Lunken (Ohio) in schlechtem Wetter dreimal durchgestartet worden. Beim vierten Versuch war die Geschwindigkeit zu hoch und das Flugzeug schlug heftig auf der Landebahn auf. Der Kapitän erhöhte die Triebwerksleistung und beschloss, nach Florence, South Carolina, weiterzufliegen. Etwas später geriet das Flugzeug außer Kontrolle. Aus einer Höhe von 250 Metern stürzte es auf ein offenes Feld und wurde durch Aufprall und Feuer zerstört. Alle 21 Insassen, zwei Besatzungsmitglieder und 19 Passagiere, wurden getötet.
(T) Am 15. August 1942 wurde eine Douglas DC-3/C-53 der United States Army Air Forces (USAAF) (42-6463) 1,6 Kilometer östlich des Garnet Peak (Massachusetts, USA) ins Gelände geflogen. Das Flugzeug prallte gegen Bäume an einem Berghang, stürzte ab und ging in Flammen auf. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden von den 20 Insassen 17 getötet, alle vier Besatzungsmitglieder und 13 Passagiere.
(T) Am 23. August 1942 wurde eine Douglas DC-3/C-47-DL der United States Army Air Forces (USAAF) (41-7803) in die Nordseite des Moel-y-Gaer Mountain, Wales, geflogen. Das Flugzeug zerbrach und ging in Flammen auf. Die Maschine war auf dem Weg zur USAAF Station bei Atcham (England). Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden von den 13 Insassen 12 getötet, alle vier Besatzungsmitglieder und 8 Passagiere.
Am 29. August 1942 stürzte eine Handley Page Halifax Mk.II der britischen Royal Air Force (BB214) über dem Laacher See (Vulkaneifel) brennend ab. Alle Besatzungsmitglieder starben bei dem Vorfall. Noch immer befindet sich Munition im See, möglicherweise auch mit Langzeitzünder.Unfallbericht HP Halifax BB214, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 18. Februar 2024.
(T) Am 10. November 1942 geriet eine Douglas DC-3/C-47-DL der United States Army Air Forces (USAAF) (41-18564) über dem Owen-Stanley-Gebirge (Britisch-Neuguinea) in einen sehr starken Abwind und schlug auf dem Mount Obree auf. Von den 23 Insassen kamen 17 ums Leben, drei Besatzungsmitglieder und 14 Passagiere.
(T) Am 5. Dezember 1942 stürzte eine Douglas DC-3/C-47-DL der United States Army Air Forces (USAAF) (41-18494) 5 Kilometer südlich des Montgomery-Maxwell Field (Alabama, USA) ab. Nähere Einzelheiten sind derzeit nicht verfügbar. Alle 12 Insassen kamen ums Leben.
1943 (T) Am 15. Januar 1943 stürzte eine Douglas DC-4/C-54-DO der United States Army Air Forces (USAAF) (Luftfahrzeugkennzeichen 41-32939), die durch die US-amerikanische Trans World Airlines (TWA) betrieben wurde, 40 Kilometer ostnordöstlich von Paramaribo (Suriname) in den Dschungel, nachdem sie in der Luft zerbrochen war. Die Ursache konnte nicht ermittelt werden. Alle 35 Insassen, zehn Besatzungsmitglieder und 25 Passagiere, kamen ums Leben. Dies war der erste Totalverlust einer DC-4 und auch der erste tödliche Unfall dieses Typs.
(T) Am 24. Februar 1943 wurde mit einer Curtiss C-46 Commando der United States Army Air Forces (USAAF) (41-5176) auf dem Flugplatz Buffalo (Staat New York, USA) eine Notlandung durchgeführt. Dabei ging die Maschine in Flammen auf. Die beiden Piloten, die einzigen Insassen auf dem Flug, überlebten. Es war der erste Totalschaden einer C-46.
(T) Am 24. März 1943 kam es an einer Curtiss C-46R-5-C1 Commando der United States Navy (US Navy) (Bu 39492) im Landeanflug auf die Bolling Air Force Base (Washington, D.C., USA) zu einem Strömungsabriss und darauffolgendem Absturz, nach dem die Maschine ausbrannte. Alle 4 Besatzungsmitglieder, die einzigen Insassen, kamen ums Leben. Es war der erste Unfall einer C-46 mit Todesopfern.
(T) Am 27. März 1943 fiel an einer Douglas DC-3/C-47-DL der Royal Australian Air Force (RAAF) (A65-2) beim Start vom Flugplatz Brisbane-Archerfield (Australien) ein Triebwerk aus. Beim Versuch der Piloten, Höhe zu gewinnen, kam es zum Strömungsabriss und Absturz. Alle 23 Insassen, vier Besatzungsmitglieder und 19 Passagiere, kamen ums Leben.
Am 4. Mai 1943 war ein schwerer Bomber des Typs Consolidated B-24 Liberator der United States Army Air Forces (USAAF) (Luftfahrzeugkennzeichen 41-23728) während des Rückwegs in die USA auf dem Flug zum Flugplatz Kaldaðarnes (Island), als er bei schlechter Sicht am Tafelvulkan Fagradalsfjall zerschellte. Von den 15 Insassen wurden 14 getötet. Als Einziger überlebte der Heckschütze.Unfallbericht B-24D 41-23728, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 13. Februar 2025.
(T) Am 15. Mai 1943 wurde eine Douglas DC-3/C-47-DL der United States Army Air Forces (USAAF) (41-18562) bei Nebel 30 Kilometer nordnordwestlich von Morganton (North Carolina) (USA) gegen den Gingercake Mountain geflogen. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 18 Insassen getötet.
(T) Am 28. Mai 1943 wurde eine Curtiss C-46A-10-CU Commando der United States Army Air Forces (USAAF) (41-12355) südwestlich von Denver (Colorado, USA) in 2590 Meter Höhe in den Black Mountain geflogen. Beide Piloten schliefen, nachdem sie den Autopiloten eingeschaltet hatten. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden beide Piloten getötet.
(T) Am 7. Juni 1943 stürzte eine Douglas DC-3/C-47A-20-DL der United States Army Air Forces (USAAF) (42-23512) 6,4 Kilometer nordöstlich des Militärflugplatzes Laurinburg-Maxton (North Carolina, USA) ab, als sie in schlechtes Wetter geriet. Von den 20 Insassen kamen 12 ums Leben.