mini|hochkant=2|Bürgermeisterwahlen 2015 in Kärnten einschließlich der Ergebnisse der Stichwahlen. mini|Bürgermeisterwahlen von 2009 im Vergleich. Die Liste Gewählte Bürgermeister in Kärnten 2015 gibt die anlässlich der Wahl 2015 gewählten Bürgermeister in Kärntner Gemeinden an.
In Kärnten ist ein Kandidat dann zum Bürgermeister gewählt, wenn er im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit, also mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen für sich verbuchen kann. Ist dies nicht der Fall, so treten in einem zweiten Wahlgang die beiden stimmenstärksten Kandidaten in einer Stichwahl gegeneinander an.Kärntner Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlordnung 2002 (K-GBWO 2002) – § 84. Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramts; abgerufen am 6. April 2015.
Wahlergebnis In 95 (71,97 Prozent) der 132 Gemeinden wurde der Bürgermeister bereits im ersten Wahlgang gewählt. In 37 Gemeinden (28,03 Prozent) waren Stichwahlen um das Gemeindeoberhaupt erforderlich, da kein Kandidat die erforderliche 50-Prozent-Hürde überspringen konnte.
Bei der Wahl 2015 war es erstmals in der Geschichte Kärntens erforderlich, in einer Gemeinde eine zweite Stichwahl durchzuführen, da die beiden Kandidaten nach der ersten Stichwahl die gleiche Anzahl von Stimmen für sich verbuchen konnte.Preitenegg: Gleichstand bei Stichwahl. ORF Kärnten, 15. März 2015; abgerufen am 6. April 2015.
Nur 84 der 132 Gemeinden (63,64 Prozent) haben nach den Wahlen von 2015 den gleichen Bürgermeister, wie in der letzten Funktionsperiode. In 48 Gemeinden (36,36 Prozent) wurde ein neuer Bürgermeister gewählt, wobei in 33 Gemeinden (68,75 Prozent) der bisherige Bürgermeister nicht mehr antrat und in 15 Gemeinden (31,25 Prozent) der bisherige Bürgermeister zwar neuerlich antrat, jedoch keine Mehrheit mehr bekam. In 28 von diesen 48 Gemeinden (58,33 Prozent) fand bei den Bürgermeistern – sieht man von den Wechseln von BZÖ/FPK zur FPÖ ab – auch ein Parteiwechsel statt, während in 20 Gemeinden (41,67 Prozent) der Wechsel des Bürgermeisters innerhalb der Parteiwechsel vonstattenging. Für die Wechsel siehe dazu folgende Tabelle:
+ Mehrheitswechsel bei Bürgermeistern Partei SPÖ ÖVP FPÖ Listen Gewinne gesamt zu SPÖ – 2 4 2 8 zu ÖVP 8 – 4 0 12 zu FPÖ 3 1 – 0 4 zu Listen 2 1 1 – 4 Verluste gesamt 13 4 9 2 —
Die meisten Kandidaten bewarben sich in der Landeshauptstadt Klagenfurt um das Bürgermeisteramt. Maria-Luise Mathiaschitz konnte sich dabei gegen zehn weitere Kandidaten, darunter auch den bisherigen Bürgermeister Christian Scheider, im zweiten Wahlgang durchsetzen. In fünf Gemeinden traten sechs Kandidaten an und in zehn Gemeinden waren es fünf Wahlwerber. Im Gegensatz dazu trat in sechs Gemeinden überhaupt nur ein Kandidat an, was jedoch in keiner Gemeinde zu einer hundertprozentigen Zustimmung führte. Das beste Ergebnis hatte dabei Johannes Pirker in Dellach im Drautal mit 88,93 Prozent, während Josef Schachner in Heiligenblut am Großglockner gerade einmal auf 61,31 Prozent kam.
Die höchste Zustimmung fand Josef Müller in Griffen, der trotz zweier Mitbewerber auf 91,15 Prozent der Stimmen kam. Nur knapp geringer fiel der Stimmenanteil für Johannes Pirker in Dellach im Drautal (88,93 Prozent) und für Andreas Grabuschnig in Eberstein (88,79 Prozent) aus. Mit gerade einmal einer einzigen Stimme Mehrheit konnte sich Anna Zarre in Albeck im ersten Wahlgang gegenüber dem bisher amtierenden Bürgermeister Unterweger Siegfried durchsetzen. Bei den Stichwahlen hatte Siegfried Ronacher in Hermagor-Pressegger See das knappste Ergebnis aufzuweisen; die Mehrheit von gerade einmal sieben Stimmen reichten dazu, die Nachfolge von Rauscher Vinzenz antreten zu dürfen.
Frauenanteil Unter den 432 Bewerbern um das Amt des Bürgermeisters befanden sich lediglich 35 Frauen. Dennoch konnten die Frauen ihren Anteil mehr als verdoppeln, denn anstatt bisher drei stehen nach der Wahl von 2015 insgesamt sieben Damen ihrer Gemeinde als Bürgermeister vor; und dies obwohl Marialuise Mittermüller in Steindorf am Ossiacher See nicht mehr antrat und Christine Ploner in Dellach im Gailtal nicht mehr wiedergewählt wurde. Dennoch ist der Frauenanteil mit 5,30 Prozent gering. Lediglich Sonya Feinig in Feistritz im Rosental wurde im Amt bestätigt. Neben Maria-Luise Mathiaschitz in Klagenfurt kamen und Anna Zarre in Albeck kamen weiters Gabriele Dörflinger in Klein St. Paul, Hilde Gaggl in Krumpendorf, Silvia Häusl-Benz in Pörtschach und Marika Lagger-Pöllinger in Lendorf neu hinzu. Fünf der sieben Frauen wurden erst im Rahmen der Stichwahl gewählt.
Wahlergebnisse