Hermann Stetza, gebürtig Hermann Stetzakowski, auch bekannt als Salto-King, (* 31. Oktober 1897 in Osterode; † 18. September 1991 in Berlin) war ein deutscher Stuntman und Schauspieler.

Leben Der Sohn eines Kutschers betätigte sich zunächst als Akrobat und Artist in Varietéveranstaltungen. Aufgrund seines Markenzeichens, des Überschlags, nannte man Hermann Stetza bald den „Salto King“. Kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs konnte der agile und drahtige Osteroder seine Kunstfertigkeiten auch im Film zur Geltung bringen. Vor allem Harry Piel setzte ihn regelmäßig ein, behauptete aber lange Zeit, dass er seine Stunts stets selber mache. 1921 kam es schließlich zum Offenbarungseid, als mehrere Zeitungen Piel mit seiner Flunkerei konfrontierten und dieser eingestehen musste, dass auch er mit professionellen Stuntmen wie Stetza arbeite. So berichtete Hans Richter im Kinobrief: „Nicht er macht die Sensationen, sondern ein Artist an seiner Stelle. Das kann man ihm nicht übelnehmen, nur wenn er, wie er das getan haben soll, behauptet, er habe alles selbst gemacht, dann ist das unfair. Schließlich ist es aber doch dem Publikum gleichgültig, wer sich in Lebensgefahr begibt, ob es Piel ist oder ein Pielersatz… .“Kinobrief (Kino) Heft 58 vom April 1921, S. 7 f.

Als Piel 1923 neue Wege beschreiten und seine Filme nicht mehr einzig auf Stuntszenen aufbauen wollte, kam es zur Trennung zwischen dem Allround-Filmemacher und seinem besten Stuntman. Stetza wurde nun vermehrt auch mit regulären Rollen bedacht und oftmals als sich mit dem Helden prügelnder Ganove oder als Polizist auf turbulenter Verbrecherjagd eingesetzt. Mehrfach agierte der schmale Stetza als Double von Hans Albers, mit dem eine entfernte Ähnlichkeit bestand. In drei Filmen, Die Todesfahrt im Weltrekord, Höllentempo und Der blaue Diamant, erhielt Stetza sogar die jeweilige Hauptrolle.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Stetza vor allem mit kleinen Rollen von der DEFA bedacht. Seine langjährige körperliche Überbeanspruchung führte jedoch dazu, dass Stetza die Arbeit als Stuntman und Kleindarsteller einstellen musste. Er schlug sich fortan mit anderen Jobs durch, die allerdings meist im Zusammenhang mit der Film- und Fernsehbranche standen. Eine seiner späten Tätigkeiten war die eines Eintrittskartenkontrolleurs bei Dieter Thomas Hecks ZDF-Hitparade.

Filmografie 1919: Der große Unbekannte 1920: Das Gefängnis auf dem Meeresgrunde 1920: Die Luftpiraten 1920: Der Verächter des Todes 1920: Das fliegende Auto 1921: Der Fürst der Berge 1921: Unus, der Weg in die Welt. Der Fürst der Berge, 2. Teil 1921: Der Reiter ohne Kopf (3 Teile) 1922: Das verschwundene Haus 1922: Das schwarze Kuvert 1923: Abenteuer einer Nacht 1923: Rivalen 1924: Auf gefährlichen Spuren 1929: Die Flucht vor der Liebe 1929: Die Todesfahrt im Weltrekord 1933: Höllentempo 1934: Der blaue Diamant 1935: 1000 Mark Belohnung (Kurzfilm) 1935: Die letzte Fahrt der Santa Margareta 1939: Zwielicht 1942: Vom Schicksal verweht 1950: Familie Benthin 1951: Zugverkehr unregelmäßig 1952: Das verurteilte Dorf 1952: Geheimakten Solvay 1952: Anna Susanna 1953: Die Störenfriede 1954: Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse 1954: Kein Hüsung 1954: Stärker als die Nacht 1954: Leuchtfeuer 1955: Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse 1955: Robert Mayer – Der Arzt aus Heilbronn 1956: Thomas Müntzer 1956: Zar und Zimmermann 1956: Der Hauptmann von Köln 1957: Vergeßt mir meine Traudel nicht 1957: Gejagt bis zum Morgen 1966: Die Fahrt ins Blaue (Fernsehfilm) 1980: Kaltgestellt

Weblinks Hermann Stetza auf defa-Sternstunden.de

Hermann Stetza auf cyranos.ch

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Stuntman Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1897 Kategorie:Gestorben 1991 Kategorie:Mann