Gablenz, , ist ein Ortsteil der Gemeinde Neuhausen/Spree im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg. Die bis 2004 selbständige Gemeinde schloss in diesem Jahr mit 14 anderen Gemeinden zur Großgemeinde Neuhausen/Spree zusammen.
Geographie Gablenz liegt ungefähr sieben Kilometer östlich von Neuhausen und rund 15 Kilometer südöstlich von Cottbus. Die Gemarkung grenzt im Norden an Sergen, im Osten an Jethe, im Südosten an Trebendorf, im Süden an Drieschnitz-Kahsel und im Westen an Komptendorf. Der Ortskern liegt auf etwa . Im Norden bildet das Jether Grenzfließ die ungefähre Gemarkungsgrenze. Das Erlenfließ zieht sich von Süden nach Norden durch die Gemarkung und den Ort und mündet in das Jether Grenzfließ. Im Ortsbereich mündet der von Osten kommende Graben 30a Trebendorf in das Erlenflließ. Der westliche Teil der Gemarkung ist geschlossen von Wald eingenommen.
Im Nordosten liegt der große Johannisteich. Er bildet das Zentrum des Naturschutzgebietes Sergen-Kathlower Teich- und Wiesenlandschaft.
Gablenz ist über die L 47 mit Neuhausen/Spree verbunden. Die L 47 biegt im Ort nach Norden ab und führt weiter nach Sergen. Die Landesstraße 48 (ehemalige Bundesstraße 115) führt direkt zur Bundesautobahn 15 (Anschlussstelle Roggosen). In die andere Richtung führt die L48 fast direkt nach Döbern. Zum Ortsteil Gablenz gehört der Wohnplatz Gablenzer Ausbau.
Geschichte Gablenz wird urkundlich erstmals 1427 genannt, allerdings nur indirekt als ein Hans von Gablenczk in einer Urkunde erscheint. Übersehen wurde bisher eine Jutta von Zabeltitz aus dem Hause Gablenz, die mit dem Schlosshauptmann von Trebbin, Christoph von Maltitz verheiratet war und die 1399 gestorben ist. Allerdings gibt diese Quelle keine Belege an. Deren Sohn Nicol soll mit einer Elisabeth von Zabeltitz, wiederum aus Gablenz verheiratet gewesen sein. Das Dorf selber wird als Gablentz 1536 erstmals genannt. Der Name leitet sich von aso.*Jablońc ab, zu *jabloń für dt. „Apfelbaum“. Nach Rudolf Lehmann war Gablenz seiner Struktur nach ein Sackgassendorf.
Besitzgeschichte Nach der Zabeltitz’schen Familiengeschichte war Gablenz schon 1480 im Besitz der Familie von Zabeltitz. Allerdings fehlen die Belege für diese Angabe. Nach Rudolf Lehmann war Gablenz bereits vor 1536 im Besitz der Familie von Zabeltitz. Die bisher übersehene Jutta von Zabeltitz aus dem Hause Gablenz, die mit dem Schlosshauptmann von Trebbin, Christoph von Maltitz verheiratet war und die 1399 gestorben sein soll, würde den Besitz der von Zabeltitz in Gablenz bis um 1370 zurück verlegen.
mini|Gablenz auf dem Urmesstischblatt 4353 Döbern 1845, Ausschnitt Erster sicher nachgewiesener Besitzer von Gablenz ist um/vor 1536 Siegmund von Zabeltitz, der in diesem Jahr nicht nur mit Gablenz, sondern auch noch mit den Gütern Branitz, Gahro, Grötsch, Anteil Haasow, Kiekebusch, Klein Lieskow, Tranitz und dem Vorwerk und Burglehn in Cottbus belehnt wurde. Er war mit Anna von Schlieben, einer Schwester von Eustachius von Schlieben, Hauptmann auf Zossen verheiratet, mit der er die Söhne Hans, Jobst, Georg und Christoph hatte. Nach der Zabeltitzschen Familiengeschichte starb er schon 1538, was wohl kaum stimmt, denn bei der Musterung der Ritterpferde 1565 in der Herrschaft Cottbus mussten Sigemund v. Zabeltitz Erben drei Ritterpferde stellen. Er ist damit wohl nicht viele Jahre vor 1565 verstorben. 1519 wurde der Anna von Schlieben zum Leibgedinge 100 Gulden und zwei Malter Korn aus den Dörfern Babow, Branitz, Grötsch, Kiekebusch, Anteil Haasow, Tranitz und freie Wohnung auf dem Burglehn Cottbus zugesichert. Sollte sie wieder heiraten, würde die freie Wohnung und der Zins von zwei Malter Korn an die Lehnserben fallen, die 100 Gulden jährlichen Zins sollte sie bis an ihr Lebensende behalten.
Von den vier Brüder Hans, Jobst, Georg und Christoph scheint Hans früh verstorben zu sein, er taucht nicht mehr in den Urkunden auf. Jobst wurde 1562 von Hans von Zeschau bei einem Streit angeblich in Notwehr erschlagen. Christoph war verheiratet und hatte drei Söhne; er starb vor 1571. 1571 erhielten (ein anderer) Christoph von Zabeltitz zu Hänchen und Caspar von Zobeltitz zu Schorbus für sich und ihres verstorbenen Bruders Hans zu Illmersdorf unmündigen Sohn Caspar die Lehn für ihre Besitzungen vom brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg. Gesamthänder war u. a. auch Jürge/Georg, Siegmunds Sohn zu Tranitz, der auch die Lehnspflicht für die unmündigen Söhne seines verstorbenen Bruders Christoph ablegte.
Am 10. August 1574 empfing nun der letzte der vier Brüder Jürge/Georg von Zabeltitz zu Tranitz die Lehn vom brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg für sich und die unmündigen Kinder seines verstorbenen Bruders Christoph, namens Eustachius, Jürgen und Christoph. Georg trat 1577 in die Kottbuser Schützengilde ein und starb nach den Aufzeichnungen der Schützengilde 1585. Er hinterließ einen Sohn namens Siegmund und eine Tochter namens Pamphilia. Siegmund war schon 1585 in die Kottbuser Schützengilde eingetreten, vermutlich anstelle seines verstorbenen Vaters. Siegmund wurde am 28. April 1586 und erneut am 17. Februar 1588 mit den vom Vater ererbten Gütern Tranitz, Grötsch, Gablenz, Branitz, Klein Lieskow, Haasow, Kiekebusch und dem Freihaus und Vorwerk in Cottbus belehnt. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten musste er das Freihaus und das Vorwerk in Cottbus verkaufen. Für ein Darlehen musste er Klein Lieskow für drei Jahre an den Rat der Stadt Cottbus verpfänden. Gablenz musste er für 7.000 Taler an Hans von Schlieben auf Vetschau/Spreewald verpfänden. Schließlich verkaufte Siegmund von Zabeltitz Gablenz am 8. Februar 1600 für 7.000 Taler an seinen Vetter Heinrich von Zabeltitz auf Groß Leine.
Nach dem Erwerb von Gablenz ist Heinrich von Zabeltitz wohl nach Gablenz übersiedelt. Er war mit Catharina von Zicker verheiratet und starb vor 1609. Er hinterließ die Töchter Elisabeth, die später Caspar von Minckwitz heiratete und Anna, die mit Hans Christoph von Pannwitz auf Babow verheiratet war sowie den bei seinem Tod unmündigen Sohn Wolf Ernst. Dietrich von Zabeltitz auf Eichow wurde als dessen Vormund eingesetzt. Wolf Ernst von Zabeltitz starb aber schon 1635 als Oberstleutnant ohne Leibeserben. Gablenz kam nun an die Söhne des Dietrich, Sebastian und Georg von Zabeltitz auf Eichow, die am 9. Oktober 1635 den Lehnbrief über Gablenz erhielten. Allerdings war das Gut Gablenz stark mit Schulden belastet. Außerdem mussten sie die Verpflichtung übernehmen, ihre vier Schwestern auszustatten. Die zwei Brüder von Zabeltitz verkauften daher Gablenz am 8. August 1638 für 6.532 Taler an ihre vier Schwestern Margarethe, Anna, Elisabeth und eine NN. Diese wiederum verkauften Gablenz noch im selben Jahr an Caspar von Minckwitz, der mit ihrer Cousine Elisabeth von Zabeltitz verheiratet war. Sie hatten am 20. Februar 1637 in der Cottbuser Oberkirche geheiratet. In das dortige Kirchenbuch ist auch die Taufe der Tochter Anna Sofie (* 5. Juni 1642) und des Sohnes Wilhelm Friedrich (* 18. April 1642) eingetragen. 1646 kaufte Caspar von Minckwitz von seinem Bruder Wilhelm noch das Gut Groß Jehser hinzu und suchte zum 10. April 1646 um die Belehnung nach. 1651 kaufte er auch noch das Dorf Rehnsdorf für 2.500 Taler. Schon vorher oder kurz nachher hatte er Gablenz an seinen Vetter Otto Wilhelm von Minckwitz verkauft. 1652 ist er als Besitzer von Gablenz belegt. Doch auch dieser blieb nicht lange im Besitz von Gablenz. 1664 verkaufte er das Gut an Caspar Siegmund von Truchseß.
Caspar Siegmund von Truchseß von Wellerswalde auf Wilmersdorf, Groß Oßnig, Klein Loitz (vor 1669 Reuthen) und Gablenz, und Ursula Margaretha von Schönberg vereinbarten am 29. März 1683 ein Ehegeld in Höhe von 1.400 Talern. Am 10. Februar 1670 wurde er mit Gablenz belehnt. Nach Krüger und Houwald soll Caspar Siegmund von Truchseß Gablenz bereits 1674 für 5.200 Taler an Caspar Christoph von Köckritz.
1701 verkaufte Caspar Christoph von Köckritz Gablenz für 13.000 Taler an den Oberjägermeister und Amtshauptmann der Ämter Potsdam und Saarmund Christian von Pannwitz. Zu seinem Besitz gehörte neben Gablenz auch Kahren, Koppatz, Anteil Haasow und Sergen. Er starb am 28. November 1703 in Berlin. 1704 teilten seine Söhne den väterlichen Besitz. Gablenz und Sergen kamen an Friedrich Wilhelm von Pannwitz.
Friedrich Wilhelm von Pannwitz erhielt neben Gablenz und Sergen außerdem 6.000 Taler Wertausgleich (5.000 Taler). Er war Vizekanzler der Neumärkischen Regierung in Küstrin, Amtshauptmann zu Cottbus und Peitz, Domherr in Halberstadt und Ritter des Johanniterordens. 1721 kaufte er noch Kathlow hinzu. Er war mit Helene Juliane von Arnim, Tochter des Georg Abraham von Arnim und der Anna Sophia Helena von Rohr, verheiratet. Das Paar hatte 15 Kinder, von denen aber viele im Kindesalter starben. Die Töchter waren: Helene Anne, verheiratet mit Hans Christoph von Schöning, Eva Elisabeth, Agnese Charlotte, Juliane Dorothea, Sophie Dorothea, Christiane Marie Margarethe, Juliane und Juliane Dorothee Henriette. Am 25. April 1731 starb er in Küstrin. Erbe war sein einziger Sohn Anton Dietrich Wilhelm von Pannwitz.
Anton Dietrich Wilhelm von Pannwitz war mit Charlotte Marie von Kleist verheiratet; die Ehe blieb ohne Nachkommen. 1740 leistete Anton Dietrich Wilhelm von Pannwitz zu Sergen, Gablenz, Kathlow, Tranitz, Roggosna, Gablenz, Klein Lieskow, Grötsch und Anteil Haasow anlässlich des Regierungsantritts von Friedrich II. die Erbhuldigung in Cottbus. Am 2. Oktober 1782 ist er gestorben. Sein gesamter Besitz fiel an Gottfried Carl August von Schöning, den Sohn seiner Schwester Anna Helene, die mit Hans Christoph von Schöning verheiratet war. Christian Gulde nennt für 1784 die Geschwister Pannwitz als Besitzer von Gablenz. mini|Gablenz auf dem Messtischblatt 4353 Döbern von 1919 (Aufnahme 1901 mit Nachträgen), Ausschnitt Mit seinem Testament vom 26. November 1802 gründete Gottfried Carl August von Schöning die nach ihm benannte Schöningsche Stiftung. Sie wurde nach seinem Tod um 7. Juli 1807 in die Tat umgesetzt. Diese Stiftung hatte den Zweck, adligen Grundbesitzern in der Neumark, besonders aber im Kreis Cottbus zu helfen, die ohne ihr Verschulden in Vermögensverfall gekommen waren, und bei denen die Aussicht bestand, dass sie mit einem Kredit der Stiftung finanziell wieder auf die Beine kommen würden.
1826 sollten die Güter Kathlow, Sergen und Gablenz erneut diesmal auf 12 Jahre verpachtet werden. Die Minimumpacht wurde mit 3.217 Talern 15 Groschen und 7 Pfennige, davon 1.072 Taler 15 Gr in Gold.
1832 wurden die Stiftungsgüter Kathlow, Sergen und Gablenz wieder auf 12 Jahre verpachtet. Die jährliche Pachtsumme betrug für Kathlow 1251 Taler, für Sergen mit Gablenz 1996 Taler. 1834 ist ein Amtmann Papenfuß auf Sergen belegt.
1844 sollten die Vorwerke Kathlow, Sergen und Gablenz sowie die Karpfenteiche bei Kathlow, Sergen und Gablenz auf 24 Jahre neu verpachtet werden. Die Größe des Gutes in Gablenz wird dabei mit 454 Morgen 73 Quadratruten Acker, 3 M 14 QR Gärten, 131 M 30 Qr Wiesen und 81 M 33 QR Hütung angegeben; der Karpfenteich hatte 4 M und 65 QR Fläche. Die jährliche Pachtsumme betrug 2537 Taler 26 Groschen 7 Pfennige, davon musste ein Drittel in Gold bezahlt werden. Mit der Pacht war auch die Verwaltung des Rent- und Polizeiamtes Kathlow verbunden. Die Pächter hatten außerdem die Rechte auf die aus den Dörfern Sergen, Roggäsen, Gablenz, Kathlow und Haasow zu leistenden Ernte-, Hand-, Spinn- und Schafscherdienste. Als Pächter wurde Hermann Johannes Theodor Mothes angenommen.