mini|Salzburg – Waagplatz: Wandmalerei von Karl Reisenbichler aus dem Jahre 1928 für die Versicherung Der Anker mini|Sgraffito Dreifaltigkeitsgasse 2 mini|Bauernaufstand in Salzburg mit Georg von Frundsberg (mittig) Karl Reisenbichler (* 2. März 1885 in Attersee, Oberösterreich; † 21. Dezember 1962 in Großgmain bei Salzburg) war ein österreichischer Maler und Radierer.

Reisenbichler war Schüler von Griepenkerl, Unger und Delug an der Wiener Akademie der bildenden Künste.

Er malte Sgraffitos an Hausfassaden in Bad Aussee, Mondsee, Steyr und Salzburg – etwa am Haus Linzer Gasse Nr. 1, am Rathausplatz 2, am Waagplatz oder am Haus Dreifaltigkeitsgasse Nr. 2. Außerdem gestaltete er das Kriegerdenkmal bei der Georgikirche Bischofshofen sowie Fresken in der Pfarrkirche Ebensee. Im Sternbräu von Salzburg befinden sich mehrere seiner großformatigen Bilder. Im Ersten Weltkrieg entstand sein Radierungszyklus „Totentanz“, in dem er die Hilflosigkeit der Menschheit im Angesichts des Todes an der Front darstellte. Er war auch an der Gründung der Malervereinigung Wassermann beteiligt, ohne aber dessen Mitglied zu werden.

Das Ölbild Protestantenauswanderung sowie mehrere Kriegsbilder zählen zu seinem Werk. Für die Finanzierung des Umbaus der sogenannten Brucknerorgel im Stift Sankt Florian gestaltete er 1929 einen Stifterbrief.

Zum 13. März 1933 trat er als illegales Mitglied und nach seiner Übersiedlung nach München im Jahre 1935 als legales Mitglied der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.527.425).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/34350369Projekt NS-Straßennamen in Salzburg Es gelang ihm, zu einem gefragten Regimekünstler aufzusteigen; zwischen 1935 und 1938 schuf er nationalsozialistische Wandmalereien für Auffanglager der Österreichischen Legion in Bocholt und Dorsten, darunter auch antisemitische Darstellungen.Marius Lange: „Stellt die Pfaffen an die Wand!“ Die Österreichische Legion im Münsterland 1935–1938. Aschendorff Verlag, Münster 2022, S. 81 f. (Google Books) 1942 wurde er zum Salzburger Landesleiter der Reichskammer der bildenden Künste ernannt und brachte es u. a. mit einem Porträt von Adolf Hitler zu einigem Ruhm. Nach 1945 kam es zu dem tiefen Fall des Künstlers, der fast keine bedeutsamen Aufträge mehr bekam. In seinem neuen Heimatort Großgmain schuf er 1954 als Auftragswerk der Gemeinde das Sgraffito „Das Bauernjahr“ an der Außenwand der Volksschule. In Mondsee gestaltete er 1957 das Kriegerdenkmal neu.

Ehrungen In Salzburg-Aigen ist eine Straße nach ihm benannt.

Weblinks

Karl Reisenbichler - Österreichische Nationalbibliothek Karl Reisenbichler auf Salzburgwiki

Literatur Cornelia Mathe: Expressive Anfänge eines Regimekünstlers. Zwei Blätter zum Bauernkrieg von Karl Reisenbichler (1885–1962). In: Salzburg Museum, Das Kunstwerk des Monats. 39. Jahrgang, 2026, Blatt 456.

Einzelnachweise

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