Der Landkreis Wasserburg am Inn, amtlich Landkreis Wasserburg a.Inn existierte bis 1972. Er gehörte zum bayerischen Regierungsbezirk Oberbayern.
Geographie
Lage Der Landkreis umfasste die historischen Gebiete der früheren Grafschaft Haag, seit 1838 als bayerisches Landgericht organisiert und mit den freisingischen Teilen des Landgerichtes Erding erweitert, und des Landgerichtes Wasserburg.
Fläche und Einwohnerzahl Der Landkreis Wasserburg hatte eine Fläche von rund 651,15 Quadratkilometern mit 62 vorwiegend ländlichen Gemeinden (davon drei Marktgemeinden) mit 1352 Orten, Weilern und Einöden, die Bevölkerung betrug annähernd 52.700 Einwohner (Stand 1970).
Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Nordosten beginnend an die Landkreise Erding, Mühldorf am Inn, Traunstein, Rosenheim und Ebersberg.
Geschichte Landgericht Das Landgericht Wasserburg wurde 1802 als Landgericht älterer Ordnung aus dem kurfürstlichen Landgericht Wasserburg und aus Teilen des aufgelösten kurfürstlichen Landgerichtes Kling gebildet.
1852 schuf das Königreich Bayern sogenannte Distriktsgemeinden. Diese regelten überörtliche Angelegenheiten, wie zum Beispiel den überörtlichen Straßenbau. Für jeden Landgerichtsbezirk gab es einen Distriktsrat.
Bezirksamt und Amtsgericht Das Bezirksamt Wasserburg wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Haag und Wasserburg gebildet. Im Gebiet des königlich bayerischen Bezirksamtes Wasserburg gab es die zwei Distriktsgemeinden Haag und Wasserburg.
1879 wurde das Amtsgericht Wasserburg am Inn errichtet, welches ab 1972 als Zweigstelle des Rosenheimer Amtsgericht bis 2013 fortbestand. Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter trat das Bezirksamt Wasserburg am Inn am 1. Januar 1880 die Gemeinden Obertaufkirchen, Schwindegg und Schwindkirchen an das Bezirksamt Mühldorf ab.
1919 errichtete der Freistaat Bayern die damals Bezirke genannten Selbstverwaltungskörperschaften. Die beiden Distriktsgemeinden wurden aufgelöst und als Bezirk Wasserburg am Inn mit einem Bezirksrat neu gegründet. Einen gewählten Landrat gab es noch nicht. Den Bezirksrat leitete der staatliche Bezirksamtmann.
Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde, wie überall im Deutschen Reich, die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Wasserburg am Inn. Der Behördenleiter hieß nun "Landrat". Ab 1946 wurde er vom Kreistag, ab 1948 vom Wahlvolk gewählt.
Der Landkreis Wasserburg am Inn mit Sitz des Landratsamts in Wasserburg am Inn wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Die Stadt Wasserburg am Inn sowie die Gemeinden Albaching, Amerang, Attel, Babensham, Edling, Eiselfing, Griesstätt, Kling, Pfaffing, Ramerberg, Rott am Inn, Schonstett und Soyen kamen zum Landkreis Rosenheim. Die Gemeinden Gars am Inn, Haag in Oberbayern, Kirchdorf, Maitenbeth, Rechtmehring, Reichertsheim, Oberornau und Unterreit kamen zum Landkreis Mühldorf am Inn. Die Gemeinde Sankt Christoph kam zum Landkreis Ebersberg. Die Gemeinden Isen, Mittbach, Sankt Wolfgang und Schiltern kamen zum Landkreis Erding.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1840 28.876 1864 32.657 1885 33.727 1900 36.148 1910 38.581 1925 39.677 1939 39.151 1950 54.790 1960 49.000 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961 1971 53.300 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973
Bezirksamtsvorstände (bis 1938) und Landräte (ab 1939)
1913–1930: Heinrich Schlimbach 1931–1933: Andreas Dunstmair 1933–1941: Hermann Horst 1942–1945: Wilhelm Moos 1945–1946: Josef Estermann 1946–1948: Hans Niedermeier 1948–1970: Heinrich Stulberger, Bayernpartei, sein Stellvertreter war Karl Neuburger 1970–1972: Josef Bauer, CSU
Gemeinden
Vor Beginn der bayerischen Gebietsreform umfasste der Landkreis in den 1960er Jahren 62 Gemeinden:Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964 Aham Albaching Allmannsau Amerang Attel Au am Inn Babensham Bachmehring Berg Dachberg Edling Elsbeth Evenhausen Farrach Freiham Fürholzen Gars am Inn, Markt Gatterberg Griesstätt Grünthal Haag in Oberbayern Isen, Markt Jeßling Kirchdorf Kirchensur Kling Klostergars Kronberg Lappach Lengmoos Maitenbeth Mittbach Mittergars Oberornau Penzing Pfaffing Pyramoos Ramerberg Rechtmehring Reichertsheim Rettenbach Rosenberg Rott am Inn Sankt Christoph Sankt Wolfgang Schambach Schiltern Schleefeld Schlicht Schnaupping Schönberg Schönbrunn Schonstett Soyen Steppach Titlmoos Utzenbichl Wang Wasserburg am Inn, Stadt Westach Winden Zillham
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen WS zugewiesen. Es wurde bis zum 3. August 1974 ausgegeben. Seit dem 10. Juli 2013 ist es im Landkreis Rosenheim und seit dem 2. Januar 2019 im Landkreis Mühldorf a. Inn erhältlich. (Kennzeichenliberalisierung)
Weblinks Gemeindegrenzkarten vor der Gebietsreform
Literatur Sigfrid Hofmann (Red.): Stadt und Landkreis Wasserburg am Inn. Vergangenheit und Gegenwart. Heimatbuch = Heimatbuch Stadt und Landkreis Wasserburg am Inn. Hoeppner, Pörsdorf b. Assling 1962
Einzelnachweise
Wasserburg Kategorie:Geschichte (Landkreis Mühldorf am Inn) Kategorie:Geschichte (Landkreis Rosenheim) Kategorie:Politik (Landkreis Erding) Kategorie:Geschichte (Landkreis Ebersberg) WasserburgamInn Kategorie:Aufgelöst 1972