Kämmeritz (historisch auch: Cämmeritz) ist eine moderne Wüstung im ehemaligen Landkreis Merseburg-Querfurt in Sachsen-Anhalt. Sie wurde durch den Braunkohleabbau im Geiseltal zerstört.
Geographische Lage Kämmeritz lag im Geiseltal nordöstlich von Krumpa. Nachbarorte waren Lützkendorf im Westen und Geiselröhlitz im Osten. Die ehemalige Ortsflur liegt heute im Süden des Geiseltalsees.Karte mit den verschwundenen Orten im Geiseltal
Geschichte 1718 wurde die Dorfkirche Kämmeritz errichtet, wobei ein frühgotischer Turm eines Vorgängerbaus einbezogen wurde.Götz Eckardt (Herausgeber), Schicksale deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg, Band 2, Henschel Verlag Berlin, ISBN 3-926642-24-6, Seite 330 Cämmeritz, später auch Kämmeritz geschrieben, gehörte bis 1815 zum wettinischen, später kursächsischen Amt Freyburg.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 34 f. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam der Ort zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Querfurt im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.
Um das Jahr 1900 umfasste Kämmeritz neun Haushalte. Im Ort lebten vor allem Landwirte (drei Haushalte). Das Dorf wies ein Gasthaus sowie eine Glaserei auf.Adreß- und Geschäfts-Handbuch für den Kreis Querfurt. Hrsg. v. Kreis Querfurt. Verlag W. Schneider. Querfurt, 1899. S. 130. 1927 lebten in Kämmeritz 327 Einwohner in 92 Haushalten.Adreßbuch. Einwohnerverzeichnis, Wohnungs- und Geschäftsanzeiger Kreis Querfurt. Hrsg. v. Richard Jaeckel. Bd. 1. Verlagsanstalt Richard Jaeckel. Querfurt, 1927. S. 51ff.
1938 wurden die Orte Krumpa, Lützkendorf und Cämmeritz zusammengeschlossen.Interessantes zu Lützkendorf
1944 wurde die Kirche des Orts bei einem Luftangriff zerstört. Die Ruine wurde in den Jahren 1945/46 abgerissen.Götz Eckardt (Herausgeber), Schicksale deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg, Band 2, Henschel Verlag Berlin, ISBN 3-926642-24-6, Seite 330
Im Zuge des Braunkohlenabbaus im Geiseltal wurde Kämmeritz im Jahr 1966 umgesiedelt und 1967 abgebaggert (devastiert).
Persönlichkeiten Josef Fleckenstein (1919–2004), Historiker und Hochschullehrer
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung in Braunsbedra Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Saalekreis) Kategorie:Aufgelöst 1966