Der stille Don (Originaltitel: Тихий Дон, Tichi Don) ist ein sowjetischer Spielfilm in drei Teilen von Sergei Gerassimow aus den Jahren 1957 bis 1958. Der Regisseur hatte auch das Drehbuch verfasst. Es basiert auf dem gleichnamigen Roman von Michail Scholochow. Der vorliegende Artikel behandelt lediglich den ersten Teil, der am 27. März 1959 in der Bundesrepublik Deutschland in die Kinos kam. Die Teile 2 und 3 konnte man erstmals im Oktober 1968 im Ersten Deutschen Fernsehen (ARD) sehen.
Handlung Russland 1913. In dem abgelegenen Kosakendorf Tatarsk leben die Menschen nach ihren alten patriarchalischen Traditionen. Hier ist der junge, die Freiheit liebende Kosak Grigori Melechow aufgewachsen. Er und seine Nachbarin Axinja sind einander in Liebe zugetan, obwohl Axinja – wenn auch sehr unglücklich – mit dem jähzornigen Stepan Astachow verheiratet ist. Als dieser zu einem Manöver eingezogen wird, leben Grigori und Axinja zusammen, als wären sie ein Ehepaar. Weil dies vor den Augen der Dorfgemeinschaft geschieht, lässt es sich nicht vermeiden, dass Stepan Astachow nach seiner Rückkehr von der Untreue seiner Frau erfährt. Daraufhin bestraft er sie mit brutaler Gewalt. Aus der Freundschaft der benachbarten Familien Melechow und Astachow ist erbitterte Feindschaft geworden. Der alte Melechow bestimmt, dass sein Sohn die reiche und schöne Bauerntochter Natalja heiraten muss. Nur widerwillig fügt sich Grigori dem Willen seines Vaters; doch die Eheleute bleiben einander fremd.
Um ihre Liebe zueinander ausleben zu können, fliehen Grigori und Axinja heimlich aus dem Dorf. Es gelingt ihnen, auf dem Gut des Fürsten Listnizki Arbeit und ein neues Zuhause zu finden. Es dauert nicht lange, und Axinja bringt ein Mädchen zur Welt. 1914 bricht der Erste Weltkrieg aus, und Grigori muss als Soldat an die Front. Während seiner Abwesenheit erkrankt der Säugling und stirbt. In ihrer Verzweiflung und Einsamkeit lässt sich Axinja auf ein Abenteuer mit dem Sohn ihres Dienstherren ein. Unterdessen wird Grigori im Krieg verwundet. Nach einem längeren Aufenthalt im Lazarett bekommt er Heimaturlaub. Als er feststellt, dass seine Geliebte ihm untreu geworden ist, peitscht er den jungen Fürsten mit einer Reitpeitsche aus und kehrt zu seiner ihm angetrauten Frau nach Tatarsk zurück.
Synchronisation Die deutsche Synchronfassung entstand im DEFA Studio für Synchronisation in Ost-Berlin. Erika Hirsch schrieb das Dialogbuch, Ernst Dahle führte Regie, Heinz Baldin und Herbert Henke waren für den Ton verantwortlich und Iris Füssel für den Tonschnitt.
+RolleDarstellerSynchronsprecherGrigori MelechowPjotr GlebowEberhard MelliesNatalja, seine FrauSinaida KirijenkoErika Müller-FürstenauStepan AstachowAlexander BlagowestowHelmut Müller-LankowAxinja, seine FrauElina BystrizkajaHelga RaumerPantelei Melechow, Grigoris VaterDaniil IltschenkoMartin FlörchingerIljinitschna, Grigoris MutterAnastassija FilippowaLotte LoebingerPjotr, Grigoris BruderNikolai SmirnowHeinz VossGeneral Nikolai Alexejewitsch ListnizkiAlexander SchatowWerner Schulz-WittanJewgeni, sein SohnIgor DmitrijewHubert SuschkaStockmannWiljam SchatunowskiGerry WolffMitka KorschunowBoris NowikowWalter JupéMichail KoschewoiGennadi KarjakinHans-Joachim Martens
Kritik
Das Lexikon des internationalen Films zieht folgendes Fazit: „Fern aller Schwarzweißmalerei vermeidet der Film fast ebenso sehr wie der Roman «die Idealisierung der siegreichen Bolschewiki durch die ungeschminkte Bloßlegung der moralischen und charakterlichen Schwächen auch und gerade der Kommunisten» (Kindlers Literatur Lexikon). Der mit gewaltigem Aufwand in Szene gesetzte Sechsstundenfilm überzeugt am meisten in den vorzüglich gestalteten dialoglosen Außenaufnahmen.“Lexikon des internationalen Films, rororo-Taschenbuch Nr. 6322 (1988), S. 3606 Lobend äußert sich auch der Evangelische Film-Beobachter: „Ein Drama der Leidenschaft, das vor allem durch die Kraft und Fülle seiner Menschenbilder überzeugt.“Evangelischer Filmbeobachter, herausgegeben vom Evangelischen Presseverband München, Kritik Nr. 278/1959 Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden erteilte dem Werk das Prädikat «Wertvoll».
Quelle Programm zum Film: Das Neue Film-Programm, erschienen im gleichnamigen Verlag, Mannheim, Nr. 4337
Fortsetzung Der stille Don (1957, Teil 2) Der stille Don (Teil 3)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1957 Kategorie:Sowjetischer Film Kategorie:Erster Weltkrieg im Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Kriegsfilm Kategorie:Michail-Alexandrowitsch-Scholochow-Verfilmung