Mettenheim ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn.

Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt etwa 70 km östlich von München, im Osten des Landkreises und in der Planungsregion Südostoberbayern.

Der südliche Teil des Gemeindegebietes gehört zum Naturraum „Unteres Inn­tal“, der nördliche zum Naturraum „Isar-Inn-Hügelland“. Die Grenze zwischen den Naturräumen verläuft ungefähr entlang einer Linie von Langenstegham, Stadlmoos und Solling. Die Isen durchquert das Gemeindegebiet von West nach Ost.

Der Ort Mettenheim liegt in einer weitläufigen Talniederung zwischen den Flüssen Inn und Isen und 5 km nordwestlich der Kreisstadt Mühldorf am Inn.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde hat 33 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Gumattenkirchen, Lochheim und Mettenheim.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Grundherr in Mettenheim wurde schon im 8. Jahrhundert als Schenkung des bayerischen Herzogs Odilo der Bischof von Salzburg. In dem im 12. Jahrhundert mit Bertoldus und Fridericus de Mettinheime urkundlich erwähnten Ortsadel kann man Salzburger Ministerialen vermuten.

Mettenheim gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Neumarkt des Kurfürstentums Bayern. Mittels der Obmannschaft Mettenheim und des Vogtgerichts Mühldorf (Unteramt Altmühldorf) übte das Erzstift Salzburg bis zu seiner Aufhebung im Jahr 1803 die niedere Gerichtsbarkeit über seine hiesigen Untertanen aus. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Mettenheim.

Unter dem Nationalsozialismus und Kriegsende Nachdem die NS-Führung im Frühjahr 1944 entschieden hatte, die Rüstungsproduktion vor Bombenangriffen zu schützen, wurden ab Juli 1944 tausende KZ-Häftlinge nach Mettenheim gebracht, um das Projekt Weingut I zu bauen. Untergebracht wurden sie im KZ-Außenlagerkomplex Mühldorf. Im Bereich der heutigen Mettenheim-Hart Siedlung befand sich zwischen Römerstraße und Münchener Straße ein Konzentrationslager.

Am Nachmittag des 2. Mai wurde Mettenheim von der 14th Armoured Divion A PO 446 der US-Army besetzt. Da die Wehrmacht auf dem Rückzug war, kam es zu keinerlei Kampfhandlungen. Nach der Befreiung wurden die Baracken als Unterkunft für Heimatvertriebene und Flüchtlinge bis mindestens 1948 genutzt. Anschließend wurden die Baracken sowie der Flugplatz abgerissen.

Eingemeindungen Am 1. Oktober 1934 wurde die Gemeinde Lochheim eingegliedert. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern kam am 1. Januar 1972 Gumattenkirchen hinzu.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2106 auf 3538 Einwohner bzw. um 68 % – der höchste prozentuale Zuwachs im Landkreis im genannten Zeitraum. 1961: 1288 Einwohner 1970: 1672 Einwohner 1987: 2015 Einwohner 1991: 2344 Einwohner 1995: 2682 Einwohner 2000: 2870 Einwohner 2005: 3245 Einwohner 2010: 3445 Einwohner 2015: 3481 Einwohner

Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahl 2020 ergab folgende Stimmenanteile und Sitzverteilung: +Partei/Liste%SitzeCSU36,46SPD10,42Überparteiliche Wählergruppe38,46Junge Union14,82Wahlbeteiligung64,6 % Erster Bürgermeister ist Josef Eisner (CSU).

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Theater, Musik und Veranstaltungsorte für kulturelle Veranstaltungen Kulturhof MettenheimKulturhof Mettenheim der Gemeinde Mettenheim. Abgerufen am 23. Februar 2017 Volksbühne Mettenheim (tritt im Kulturhof Mettenheim auf) mit Jugendgruppe, die Jugendtheater spieltVolksbühne Mettenheim. Abgerufen am 23. Februar 2017

Baudenkmäler

St. Michael, die katholische Pfarrkirche von Mettenheim Im Gemeindeteil Gumattenkirchen ist die gotische St. Rupert-Kirche sehenswert.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|St. Michael, Mettenheim Betriebe, Beschäftigung und Flächennutzung 2017 gab es 508 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort, am Wohnort waren es 1507 Personen. Im Jahr 2016 bestanden 49 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2357 ha. Davon waren 2033 ha Ackerfläche.

Bildung 2018 gab es folgende Einrichtungen: Kindergärten: Eine Kindertagesstätte mit 124 Plätzen und 115 Kindern Volksschulen: Eine mit sieben Lehrern und 130 Schülern Gemeindezentrum mit Volksbühne, Musikschule und Zweigstelle der VHS Mühldorf (2007 fertiggestellt)

Verkehr Die A 94 durchquert das Gemeindegebiet von West nach Ost mit der Anschlussstelle Mühldorf-West (AS 19) im Westen. Weiterhin verlaufen die Staatsstraßen 2550 und 2352 sowie die Kreisstraßen MÜ 6, MÜ 33, MÜ 38, MÜ 39 und MÜ 52 durch das Gebiet der Gemeinde.

Die Bahnstrecke München–Simbach, die von der Südostbayernbahn betrieben wird, verläuft im Süden durch das Gemeindegebiet und am Südrand des Ortes Hart, jedoch ohne einen Haltepunkt. Anschlüsse bestehen in Ampfing und Mühldorf am Inn (Bahnhof Mühldorf (Oberbay)).

Der Inn-Radweg und der Benediktweg streifen die Gemeinde im äußersten Süden. Auch der Radweg Isentalwegradtourenchef.de - Isentalweg verläuft durch die Gemeinde.

Der Sonderlandeplatz Flugplatz Mühldorf liegt ganz im Osten noch teilweise in der Gemeinde, direkt nördlich der Isen.

Persönlichkeiten Maria Kraetzinger (1869–1951), Künstlerin und Malerin Gerd von Haßler (1928–1989), deutscher Journalist, Hörspielsprecher, Musiker, Autor und Produzent, lebte und arbeitete in Mettenheim Ambros Seelos (1935–2015), deutscher Saxophonist, Klarinettist, Bandleader und Arrangeur; lebte zuletzt in Mettenheim

Weblinks

Website der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Mühldorf am Inn Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)