mini|hochkant=1.9| Der Hochsprung der Frauen bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin wurde am 9. August 1936 im Olympiastadion Berlin ausgetragen. Siebzehn Athletinnen nahmen teil.
Olympiasiegerin wurde die Ungarin Ibolya Csák vor der Britin Dorothy Odam und der Deutschen Elfriede Kaun.
Bestehende Rekorde WeltrekordWeltrekorde. Hochsprung Frauen, abgerufen am 19. Juli 20211,65 mJean Shiley ()Finale OS Los Angeles, USA7. August 1932Mildred Didrikson ()Olympischer Rekord1,65 mJean Shiley ()Finale OS Los Angeles, USA7. August 1932Mildred Didrikson () Der bestehende olympische Rekord wurde hier in Berlin nicht erreicht.
Sport im Zeichen des Nationalsozialismus Ein besonderes Kapitel war der Umgang der deutschen Sportverbände mit seinen jüdischen Sportlern. Dies wird besonders deutlich am Beispiel der Hochspringerin Gretel Bergmann. Ihr wurden immer wieder schon in den Vorjahren Steine in den Weg gelegt, um ihren Sport ausüben zu können. Dennoch gelang ihr im Olympiajahr mit 1,60 m die Einstellung des deutschen Rekords. Aber das nationalsozialistische Regime sorgte dafür, dass sie bei den Deutschen Meisterschaften 1936 nicht teilnehmen durfte. Für die Olympischen Spiele wurde sie erst recht nicht nominiert. Sie emigrierte bald darauf in die Vereinigten Staaten, wo sie noch zwei Jahre lang ihren Sport sehr erfolgreich ausübte.Jüdische Olympia-Hoffnung, Deutschlandfunk 13. April 2009, abgerufen am 11. August 2017
Intersexualität bei Frauenwettbewerben mini|hochkant=0.7| Auch 1936 war die Problematik der Intersexualität bei Frauenwettbewerben bereits durchaus aktuell. Im Rennen über 100 Meter stellte sich die Frage nach der Geschlechterrolle. Betroffen war Stanisława Walasiewicz, 1932 Olympiasiegerin und hier in Berlin Silbermedaillengewinnerin. Sie wurde 1980 in Cleveland bei einem Raubüberfall, in den sie zufällig hineingeraten war, erschossen. Die nachfolgende Obduktion ergab, dass sie männliche Geschlechtsorgane hatte und sie intersexuell war. Dies hatte jedoch keine offiziellen Auswirkungen auf ihre sportlichen Resultate.Matt Tullis, Who was Stella Walsh? The story of the intersex Olympian, sbnation.com, 27. Juni 2013, abgerufen am 17. Juli 2021
Im Hochsprung belegte Heinrich Ratjen, angetreten als Frau unter dem Namen Dora Ratjen, zunächst den vierten Platz. Zwei Jahre darauf wurden offiziell alle ihre/seine Resultate annulliert, nachdem sich herausgestellt hatte, dass Heinrich Ratjen ein Mann war.Das Doppelleben der Dora Ratjen, ndr.de, 18. August 2011, abgerufen am 17. Juli 2021
Durchführung des Wettbewerbs Der Hochsprung wurde am 9. August mit allen Teilnehmerinnen gemeinsam durchgeführt. Die aufgelegten Sprunghöhen sind der Tabelle unten zu entnehmen.
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: o übersprungen – verzichtet x ungültig
Wettbewerbsverlauf und Resultat 9. August 1936, 15;00 Uhr Wetterbedingungen: sonnig, 21–22 °C, Windgeschwindigkeit 1,3–1,6 m/sThe XIth Olympic Games Berlin 1936, S. 696, digital.la84.org, englisch (PDF; 60.845 KB), abgerufen am 19. Juli 2021 Platz Name Nation 1,30 m 1,40 m 1,50 m 1,55 m 1,58 m 1,60 m 1,62 m Endresultat Anmerkung 1 Ibolya Csák o o o o o xo xxx 1,60 m 1,62 m im Stechen mit Dorothy Odam und Elfriede Kaun 2 Dorothy Odam – o o o o xo xxx 1,60 m 1,60 m im Stechen mit Ibolya Csák und Elfriede Kaun 3 Elfriede Kaun – o o o xxo xxo xxx 1,60 m ogV im Stechen mit Ibolya Csák und Dorothy Odam 4 Marguerite Nicolas – o o xxo xxo xxx 1,58 m 5 Fanny Koen o o o o xxx 1,55 m Annette Rogers o o o o xxx Doris Carter o – xo xxo xxx 8 Alice Arden o o o xxx 1,50 m Kathlyn Kelley o o o xxx Margaret Bell o o xo xxx Wanda Nowak o o xo xxx Nellie Carrington – o xxo xxx 13 Catherine Stevens o o xxx 1,40 m Jantina Koopmans o xo xxx Junko Nishida o xxo xxx 16 Irja Lipasti xxo xxx 1,30 m DSQ Dora Ratjen – o o xo o xxx 1,58 m Dora Ratjen hieß eigentlich Heinrich Ratjen und war ein Mann Favoritin auf den Sieg war vor allem die Britin Dorothy Odam, spätere Dorothy Tyler, die vor den Spielen 1,65 m übersprungen hatte, was eigentlich die Einstellung des Weltrekordes bedeutet hätte. Aber ihre Leistung wurde offiziell nicht anerkannt.
Der Olympiasieg wurde im Stichkampf ermittelt, nachdem drei Springerinnen genau jene 1,60 m bewältigt hatten, welche die nicht nominierte Gretel Bergmann vor den Spielen übersprungen hatte – s.o. Die Ungarin Ibolya Csák übersprang dabei als einzige 1,62 m. Dorothy Odam gewann Silber und Bronze ging an die Deutsche Meisterin Elfriede Kaun. Der olympische Rekord von 1,65 m, aufgestellt durch Jean Shiley und Mildred Didrikson bei den vorangegangenen Spielen wurde nicht erreicht.Athletics at the 1936 Berlin Summer Games: Women's high jump, web.archive.org, sports-reference.com, abgerufen am 22. September 2017
Ibolya Csák errang die erste ungarische Goldmedaille einer Frau in der Leichtathletik. Dorothy Odam und Elfriede Kaun gewannen die ersten Medaillen ihrer Länder im Hochsprung der Frauen.
Video 1936, High Jump, Women, Olympic Games, Berlin, youtube.com, abgerufen am 19. Juli 2021 Berlin 1936 - Olympics - Olympia - Athletics - Leichtathletik - Footage 2, Bereich 2:59 min bis 3:35 min, youtube.com, abgerufen am 19. Juli
Literatur Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 1: 1896–1936, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970, S. 308f
Weblinks Athletics at the 1936 Berlin Summer Games: Women's high jump, web.archive.org, sports-reference.com, abgerufen am 22. September 2017 Berlin 1936 Athletics, high jump women, Seite des IOC, olympics.com, abgerufen am 19. Juli 2021 Olympedia, 1936 Summer Olympics, Athletics High Jump, Women, olympedia.org (englisch), abgerufen am 19. Juli 2021 The XIth Olympic Games Berlin 1936, S. 696f, digital.la84.org, englisch (PDF; 60.845 KB), abgerufen am 19. Juli 2021
Einzelnachweise
Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 1936 Kategorie:Frauenleichtathletikwettbewerb