mini|hochkant=1.35|Pfarrkirche St. Peter und Paul Eching am Ammersee ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schondorf am Ammersee.

Eching, das am nördlichen Rand des Ammersees liegt, grenzt direkt an das große Naturschutzgebiet Ampermoos und an das bewaldete Erholungsgebiet „Weingarten“ direkt am Ammersee an.

Gemeindegliederung Gemeindeteile sind das Pfarrdorf Eching am Ammersee und der Weiler Gießübl. Es gibt nur die Gemarkung Eching am Ammersee.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Erstmals erwähnt wird Eching 1065 als Ehingun, der Name leitet sich von dem Personennamen Echo ab.

Eching gehörte zum Kurfürstentum Bayern und war ein Teil der geschlossenen Hofmark Greifenberg der Freiherren von Perfall. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2019 wuchs die Gemeinde von 1265 auf 1709 um 444 Einwohner bzw. um 35,1 %. Jahr 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2018 2019202120222025 Einwohner 749 1293 1350 1416 1477 1657 1653 1681 1729 1709170417291634 Politik Gemeinderat Die Sitzverteilung im Gemeinderat nach den Kommunalwahlen seit 2002:

+ JahrBürgerblockCSU CSU/BürgerblockBis zur Kommunalwahl 2014 traten CSU und der parteifreie Bürgerblock unter einer gemeinsamen Liste zur Wahl an. Menschen für Menschen gesamt Wahlbeteiligung in %202684––1279,8202075––1277,1201493––12 2008 –– 10 2 12 67,3 2002 –– 11 1 12 70,3

Bürgermeister Ehrenamtlicher Erster Bürgermeister ist Michael Smida (* 1969, Bürgerblock). Er ist seit 1. Mai 2026 im Amt.

Sein Vorgänger war Siegfried Luge (* 1943, CSU), welcher ab dem 1. Mai 1996 für 30 Jahre Bürgermeister war. Siegfried Luge galt als lebensältester erster Bürgermeister/Oberbürgermeister einer kreisangehörigen Gemeinde in Bayern.

Wappen

Wirtschaft und Infrastruktur mini|rechts|Rathaus Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft 2022 gab es 434 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort, 659 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort und 25 Arbeitslose. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe ebenfalls einen Betrieb. 2020 bestanden 8 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 423 ha.

Die Gemeindesteuereinnahmen 2022 betrugen 32.318 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 1.275 T€.

Östlich des Ortes befindet sich die Kläranlage Ammersee, die ab 1969 erbaut wurde und mittlerweile aus mehreren Absetzbecken besteht. Im Jahr 2024 wurde die deutschlandweit erste Photovoltaikanlage auf einem Klärteich eingerichtet. Sie soll ein Megawatt Strom pro Jahr produzieren.

Freizeit und Einzelhandel In den vergangenen Jahren entwickelte sich die Gemeinde sehr stark. Neben einem großen Sportzentrum verfügt sie nun über ein Einkaufs- sowie Gesundheitszentrum mit mehreren Fachärzten und seit 6. Oktober 2014 auch über eine Apotheke.

Alle fünf Jahre feiern mehrere Ortsvereine gemeinsam die Echinger Festwoche. Die für das Jahr 2020 geplante 10. Echinger Festwoche musste wegen der Covid-19-Pandemie zunächst verschoben werden und wurde schließlich abgesagt. Im Jahr 2025 fand wieder eine Festwoche statt.

Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2021): Kinderhaus (Krippe und Kindergarten) mit 88 Plätzen Volkshochschule Ammersee West

Aufgrund der Veränderungen der Schullandschaft, v. a. wegen sinkender Schülerzahlen in der Mittelschule, werden die Grundschüler des Schulverbandes Windach nun zentral im Windacher Schulkomplex unterrichtet. Daher gibt es seit 2009 keine Grundschule mehr in Eching. Das Echinger Schulgebäude wurde ab Anfang 2016 für einige Jahre als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Nach einem anschließenden Komplettumbau, wurde das Gebäude 2025 als Begegnungszentrum wiedereröffnet.

ÖPNV In der Nähe des Kreisverkehrs an der St2070 befinden sich die beiden Haltestellen für die Buslinien 40, 41 und 913 der Landsberger Verkehrsgemeinschaft (LVG).

Busverbindungen in Eching starten am Kreisverkehr, dem Rathaus, der Zankenhauser Straße und dem Nachbarort Stegen.

Seit dem 12. Dezember 2021 fährt die Linie 807 alle 40 Minuten durch Eching, im Ringverkehr mit 16 Haltestellen zwischen: Türkenfeld (S-Bahn) – Beuern – Neugreifenberg – Greifenberg – Eching – Zankenhausen – Türkenfeld.

Baudenkmäler mini|hochkant=1.00|Bildhäuschen

Bodendenkmäler

Sonstiges Die beschauliche Gemeinde geriet durch die Entführung von Ursula Herrmann deutschlandweit ins Licht der Öffentlichkeit.

Thilo Bode, der Gründer und ehemalige Geschäftsführer der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch, wurde 1947 in Eching am Ammersee geboren.

Der Schweizer Landschaftsmaler Hans Beat Wieland verbrachte viel Zeit in Eching am Ammersee und erbaute am Kaaganger um 1900, inspiriert von seinen Norwegen-Reisen, die sogenannte Wielands-Hütt (Norwegerhaus). Die Holzverkleidung ist in typischem ochsenblutrot und das Haus hat ein Grassodendach, eine in Skandinavien Jahrhunderte alte Tradition der Dachbegrünung. 2023 wurde das Gebäude nach jahrelangem Rechtsstreit abgerissen.

Literatur Maximilian von Perfall: Historische Beschreibung mehrerer Ortschaften der Umgegend von Greifenberg. München 1848 (Volltext).

Weblinks

Website der Gemeinde Eching am Ammersee

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Landsberg am Lech Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Ersterwähnung 1065

Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ort am Jakobsweg (Münchner Jakobsweg)