Antonio Violetta (* 7. Februar 1953 in Crotone) ist ein italienischer Bildhauer. Er lebt und arbeitet in Bologna. Zu den bedeutenden Stationen seiner Ausstellungstätigkeit zählen die Teilnahme an der documenta 7 in Kassel 1982 sowie an der 42. Biennale di Venezia und der Quadriennale di Roma 1986.
Leben Violetta studierte an der Accademia di Belle Arti di Bologna. Seine erste Einzelausstellung hatte er 1976 in der Galleria Ferrari in Verona. 1978 folgten Einzelausstellungen in der Galleria Mario Diacono in Bologna und der Galerie Michèle Lachowsky in Brüssel, 1980 stellte er bei Françoise Lambert in Mailand aus.
1982 nahm Violetta an der documenta 7 in Kassel teil, wo er den Skulpturenzyklus Momenti di pietra von 1980 und das Werk Cieli von 1982 zeigte.documenta 7 Kassel. Bd. 1: Visuelle Biographien der Künstler. Bd. 2: Aktuelle Arbeiten der Künstler. Kassel 1982, S. 404, ISBN 3-920453-02-6. 1984 entstand die Werkgruppe Pagine, die zunächst in Rom und später im Frankfurter Kunstverein sowie in der Galleria Civica di Modena gezeigt wurde. Während eines Aufenthalts in Köln schuf er 1985 außerdem die Serie Kölner Seiten, die in der Galerie Reckermann und anschließend im Frankfurter Kunstverein ausgestellt wurde. 1986 nahm Violetta an der 42. Biennale di Venezia und an der Quadriennale di Roma teil.
1988 war er auf Einladung von Lea Vergine an der Ausstellung Geometrie dionisiache in der Rotonda della Besana in Mailand beteiligt. Im folgenden Jahr schuf er die monumentalen Bronzeskulpturen Wind und Place of Sound für die japanische Stadt Mito und nahm an der Ausstellung Prospect 89 in der Schirn Kunsthalle Frankfurt teil. Weitere internationale Ausstellungen führten ihn 1992 an das Museo de Arte Contemporáneo Sofía Imber in Caracas und 1993 an die Maison des Arts in Laon.
Ab 1994 rückte die menschliche Figur stärker in den Mittelpunkt seiner bildhauerischen Arbeit. 1997 zeigte er Werke dieser neuen Werkphase in einer Einzelausstellung in der Galleria Corraini in Mantua. 1999 richtete die Galleria d’Arte Moderna Palazzo Forti in Verona eine von Giorgio Cortenova kuratierte Einzelausstellung mit Arbeiten aus den Jahren 1994 bis 1998 aus; im selben Jahr nahm Violetta erneut an der Quadriennale di Roma teil.
2000 schuf er die Bronzeskulptur Omnia vincit Amor für die Stadt Ravenna. 2002 präsentierte er in der Galleria d’arte moderna di Bologna die Skulpturengruppe Il viaggio di Ulisse, zu der Roberto Roversi einen poetischen Text verfasste. 2004 folgten Einzelausstellungen in Triest und Faenza, 2009 erschien bei Skira eine von Alberto Fiz herausgegebene Monografie über sein Werk.
2014 zeigte das Museo della Città in Rimini unter dem Titel Lascia che avvenga la sovversione eine Einzelausstellung mit neueren Skulpturen und Arbeiten auf Papier. 2023 widmete ihm das Museo internazionale delle ceramiche in Faenza eine Einzelausstellung anlässlich der Veröffentlichung des Bandes Antonio Violetta. La scultura emozionale von Bruno Corà und Irene Biolchini. Dabei wurde unter anderem die Terrakotta- und Grafitarbeit Pagina von 1984 gezeigt, die Violetta dem Museum schenkte. 2024 zeigte die Raccolta Lercaro in Bologna unter dem Titel Movimenti eine Retrospektive seines Schaffens.
Werk Violettas frühe Arbeiten sind durch die Auseinandersetzung mit Material, Oberfläche und deren Verhältnis zum umgebenden Raum geprägt. In den Werkgruppen Pagine und Movimenti bearbeitete er insbesondere Terrakotta durch Einschnitte, Furchen und Linien und bezog die plastischen Formen auf den sie umgebenden Raum.
Seit Mitte der 1990er Jahre wurde die menschliche Figur zu einem zentralen Motiv seiner Arbeit. Dabei griff Violetta sowohl auf reale als auch auf historische und mythologische Figuren zurück und arbeitete weiterhin vorwiegend mit Terrakotta. Das MIC Faenza unterscheidet in seiner plastischen Arbeit unter anderem die keramischen Werkzyklen Pagine (1984–1989) und Torsi (2008–2019).
Literatur Giorgio Cortenova (Hrsg.): Antonio Violetta. Opere 1994–1999. Electa, Mailand 1999, ISBN 88-435-6960-0. Alberto Fiz (Hrsg.): Antonio Violetta. Skira, Mailand 2009, ISBN 978-88-6130-928-9. Bruno Corà, Irene Biolchini: Antonio Violetta. La scultura emozionale. Gli Ori, Pistoia 2023, ISBN 978-88-7336-911-0.
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Einzelnachweise
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