Willy Bartelsen (* 2. Februars. Abbildungen Grabstein + Reliefplatte 1929 in Flensburg; † 5. Juli 2001 ebenda) war ein deutscher Kriminalbeamter und Schauspieler.
Leben und Werk Nach der Mittleren Reife begann Willy Bartelsen eine Ausbildung als Inspektorenanwärter bei der damaligen Deutschen Reichsbahn. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erlernte er dann das Maurerhandwerk, sattelte aber Anfang der 1950er Jahre erneut um und ging nach Kiel zur 1951 in Schleswig-Holstein gegründeten Bereitschaftspolizei. Dort bewarb er sich bei der Kriminalpolizei und begann 1958 seine Beamtenlaufbahn als Polizeioberwachtmeister in seiner Geburtsstadt.Doris Kreis-Achilles: Kein Rückzug aufs Altenteil: Willy Bartelsen im Ruhestand, Flensburger Tageblatt vom 2. Februar 1989 Im Januar 1989 ging Bartelsen als Leiter des Kommissariats zur Bekämpfung von Kapitalverbrechen in den Ruhestand.Vor allem Flensburger Jung, Flensburger Tageblatt vom 3. Februar 1999
Nachdem Willy Bartelsen bereits in der Schule Theater gespielt hatte, setzte er dieses Hobby während seiner Kieler Zeit fort und schloss sich, nach Flensburg zurückgekehrt, der dortigen Niederdeutschen Bühne an. In dem Stück Herr Staatsanwalt geiht angeln stand er dort das erste Mal auf der Bühne. Insgesamt wirkte Bartelsen seit der Spielzeit 1958/59 in 63 Inszenierungen mit, u. a. in Keen Utkomen mit dat Inkomen von Fritz Wempner, das am 23. Februar 1986 auf N3 ausgestrahlt wurde.Achim Klünder (Hg.): Lexikon der Fernsehspiele, 1978/87 Band II, S. 49, Verlag Walter de Gruyter
Willy Bartelsen, der nie eine Schauspielschule besucht hatte, wurde ab den 1970er Jahren in Film- und Fernsehproduktionen sporadisch in Nebenrollen besetzt, nach seiner Pensionierung dann zunehmend häufiger. Oft verkörperte er dabei Personen seines Zivilberufs, so in seiner ersten Rolle in dem Fünfteiler Bauern, Bonzen und Bomben unter der Regie von Egon Monk, später in Filmen wie Karniggels, Der demokratische Terrorist oder in einer Folge der Serie Freunde fürs Leben. Weiterhin sah man Bartelsen in mehreren Episoden der Serien Großstadtrevier und Der Landarzt. Eine seiner größeren Rollen spielte er in seiner letzten Produktion, dem 2000 entstandenen Abenteuerfilm Dreamgate.
Auch als Sprecher in Hörspielproduktionen des Norddeutschen Rundfunks und Radio Bremens war Willy Bartelsen tätig, des Weiteren hielt er Lesungen ab, leitete Stadtführungen und trat lange Zeit beim jährlichen Neujahrsempfang der Stadt Flensburg als Kaakmann auf, der das zurückliegende Jahr in heiteren und ironischen Versen Revue passieren lässt.Dirk Hentschel: Abschied von Willy Bartelsen, Moin-Moin vom 11. Juli 2001
Darüber hinaus engagierte sich Willy Bartelsen in vielen sozialen Einrichtungen seiner Heimatstadt, wobei er die Arbeit in dem von ihm 1982 mitgegründeten Förderverein zur Erhaltung der Flensburger Bergmühle, den er 18 Jahre lang als Vorsitzender leitete, zu seinem Lebenswerk zählte. Ferner unterstützte er die Bemühungen, das sogenannte Eckener-Haus an der Flensburger Norderstraße zur Erinnerung an die Brüder Hugo und Alexander Eckener für die Öffentlichkeit zu erhalten. Bartelsen gehörte daneben dem Rotary Club Flensburger Förde (dem er von 1984 bis 1985 als Präsident vorstand) und dem SPD-Kulturausschuss an und unterstützte die Flensburger Lettland-Hilfe.
mini|Grab von Willy Bartelsen auf dem Flensburger Mühlenfriedhof Willy Bartelsen starb 72-jährig nach langer schwerer Krankheit am 5. Juli 2001. Er hinterließ seine Frau, mit der er seit 1954 verheiratet war, sowie zwei Söhne und eine TochterFelicitas Gloyer: Bergmühle: Buntes Angebot zum 30. Vereinsjubiläum, Flensburger Tageblatt vom 28. März 2011, abgerufen am 2. April 2015. Einer seiner Söhne ist der in Mexiko lebende Musiker Jörg Bartelsen.Gipsy mit Flensburger Wurzeln, Moin-Moin vom 11. September 2012, abgerufen am 2. April 2015
Filmografie (Auswahl) 1973: Bauern, Bonzen und Bomben 1979: Kümo Henriette 1979: Ein Kapitel für sich 1982: Kreisbrandmeister Felix Martin – Ein Routinetag 1982: Die Fischer von Moorhövd – Der neue Mann 1984: Das Rätsel der Sandbank (Fernsehserie) 1984: So ein Theater 1984: Zielscheiben 1987: Das Rätsel der Sandbank (Film) 1986: Finkenwerder Geschichten 1986: Es muß nicht immer Mord sein – Die Gelegenheit 1987: Der Landarzt (3 Folgen als Heiner Plötsch) 1988: Die Bertinis 1989: Traffik – The Farmer 1989: Traffik – The Courier 1990: Das Haus am Watt 1991: Das Heimweh des Walerjan Wróbel 1991: Großstadtrevier – Treffpunkt Kino 1991: Karniggels 1992: Die Männer vom K3 – Auf Sand gebaut 1992: Löwenzahn – Peter auf hoher See 1993: Der Landarzt – Stein des Anstoßes 1993: Der Landarzt – Die Konkurrenz 1992: Der demokratische Terrorist 1994: Immenhof – Ritt in die Zukunft 1994: Adelheid und ihre Mörder – Tod in der Geisterbahn 1994: Nur eine kleine Affäre 1995: Alles außer Mord – Marion No. 5 1995: Freunde fürs Leben – Kuhhandel 1995: Stubbe – Von Fall zu Fall – Stubbe sieht rot 1996: Schlag 12 1996: Die Männer vom K3 – Kurz nach Mitternacht 1996: Heimatgeschichten – Liebe, Kunst und Kühe 1997: Großstadtrevier – Jens, 7 Jahre 1997: Großstadtrevier – Der G-Man 1998: Löwenzahn – Peter auf dem Deich 1998: Tatort – Schüsse auf der Autobahn 1998: Ufos über Waterlow 1998: Heimatgeschichten – Das Erbe von Greetsiel 1998: Stubbe – Von Fall zu Fall – Stubbe und das fremde Mädchen 1999: Der Landarzt – Neues Leben 1999: Die Männer vom K3 – Tod eines Festmachers 1999: Löwenzahn – Peters Flußfahrt 1999: Ärzte – Dr. Voigt – Leben auf dem Spiel 2000: Dreamgate
Hörspiele 1977: Johanninacht – Regie: Curt Timm 1978: De holsteensche Faust – Regie: Curt Timm 1979: Söben Tügen – Regie: Curt Timm 1990: Die Schipper-Kids (Folge 3: Die Schipper-Kids und der schlappe Hund) – Regie: Frank Grupe
Auszeichnungen 2001: Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für ehrenamtliche Aktivitäten und Engagement auf humanitärem GebietHohe Ehrung für Bartelsen, Flensburger Tageblatt am 12. Juni 2001
Literatur
Michael Sturm: Bartelsen, Willy. In: Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm (Hrsg.): Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg. Büro Oeding, Agentur STURM, Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte e.V., Flensubrg 2009, ISBN 978-3-925856-61-7, S. 23f.
Weblinks
Willy Bartelsen in der ARD-Hörspieldatenbank
Einzelnachweise
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