mini|Gerichtsgebäude in Tsingtau Diese Liste nennt die Gerichte der ehemaligen deutschen Kolonien. Für die Gerichtsorganisation im deutschen Kolonialreich siehe Gerichtsorganisation der ehemaligen deutschen Kolonien.

Liste der ordentlichen Gerichte für Weiße Obergerichte Obergericht Jaluit für die Marshallinseln Obergericht Buea für Togo und Kamerun Obergericht Kiautschou in Kiautschou Obergericht Daressalam in Deutsch-Ostafrika Obergericht Windhuk in Deutsch-Südwestafrika Obergericht Rabaul (bis 1910 Obergericht Herbertshöhe in Deutsch-Neuguinea) Obergericht Samoa in Samoa

Bezirksgerichte Bezirksgerichte waren in den Schutzgebieten unter Zuziehung von Beisitzern erkennende Gerichte erster Instanz.§ 1 der Vf. des Reichskanzlers vom 25. Dez. 1900 Das Bezirksgericht bestand aus dem Bezirksrichter als Vorsitzendem und zwei Beisitzern – in Strafsachen vier Beisitzern.§ 8 KonsGG.; § 6 der Kaiserlichen Verordnung vom 9. Nov. 1900 Es war zuständig für die durch das Gerichtsverfassungsgesetz und die Prozessordnungen (Zivil- und Strafprozeßordnung) den Schwurgerichten§ 7 der Kaiserlichen Verordnung vom 9. Nov. 1900 und den Landgerichten in erster Instanz zugewiesenen Sachen sowie für die Verhandlung und Entscheidung über das Rechtsmittel der Beschwerde gegen die Entscheidungen des Bezirksrichters in Strafsachen.§ 10 KonsGG.

Bezirksgericht Daressalam in Deutsch-Ostafrika (für die Bezirke Bagamojo, Daressalam, Kilwa, Langenburg, Lindi, Morogoro, Rufiji, Ssongea sowie die Militärstationen Iringa und Mahenge)Hubatsch: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte, S. 369 Bezirksgericht Tanga in Deutsch-Ostafrika (für die Bezirke Tanga, Wilhelmstal und Pangani) Bezirksgericht Muansa in Deutsch-Ostafrika (für den Bezirk Muansa sowie die Residenturen Bukoba und Ruanda) Bezirksgericht Tabora in Deutsch-Ostafrika (für die Bezirke Dodoma, Tabora, Udjidji, Bismarckburg und die Residentur Urundi) Bezirksgericht Moschi in Deutsch-Ostafrika (für die Bezirke Moschi, Aruscha und Kondoa-Irangi) Bezirksgericht Duala in Kamerun Bezirksgericht Kribi in Kamerun Bezirksgericht Lomie in Kamerun Bezirksgericht Lome in Togo Bezirksgericht Windhuk in Deutsch-Südwestafrika Bezirksgericht Swakopmund in Deutsch-Südwestafrika Bezirksgericht Keetmanshoop in Deutsch-Südwestafrika Bezirksgericht Omaruru in Deutsch-Südwestafrika Bezirksgericht Lüderitzbucht in Deutsch-Südwestafrika Bezirksgericht Rabaul in Deutsch-Neuguinea (Bismarckarchipel) Bezirksgericht Friedrich-Wilhelmshafen in Deutsch-Neuguinea (Kaiser-Wilhelmsland) Bezirksgericht Ponape in Deutsch-Neuguinea (Ostkarolinen und Marshallinseln) Bezirksgericht Jap in Deutsch-Neuguinea (Westkarolinen, Palauinseln und Marianen) Bezirksgericht Apia in SamoaDeutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 198 f.

Disziplinargerichte mini|Siegelmarke K. Disziplinarkammer für die Schutzgebiete Als Disziplinargerichte für die Schutzgebiete wirkte in erster Instanz die Disziplinarkammer für die Schutzgebiete mit Sitz in Potsdam und in zweiter Instanz der Disziplinarhof für die Schutzgebiete mit Sitz in Berlin.AusfBest. zum KolBG. vom 8. Juni 1910, RGBl. S. 1091 Die Disziplinarkammer bestand aus sieben, der Disziplinarhof aus elf Mitgliedern.

Eingeborenengerichte Für die Eingeborenen bestanden lokal sehr unterschiedliche Formen von Eingeborenengerichten.

Literatur Walther Hubatsch (Hrsg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815 - 1945. Bd. 22. Bundes- und Reichsbehörden, 1983, ISBN 3879691568. Hermann von Hoffmann: Verwaltungs- und Gerichtsverfassung der deutschen Schutzgebiete. 1908. online Julian Steinkröger: Strafrecht und Strafrechtspflege in den deutschen Kolonien: Ein Rechtsvergleich innerhalb der Besitzungen des Kaiserreichs in Übersee. Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2019, ISBN 978-3-339-11274-3.

Einzelnachweise

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