mini|Großes Brack bei Borstel mini|Wehle in Friedrichsgabekoog im Kreis Dithmarschen mini|Kolk und Entwässerungsgraben Schoonorther Polderschloot in der nördlichen Krummhörn entlang einer alten Deichlinie mini|Kolk von einem Deichbruch im Norderalten-Deich bei Minsen mini|350px|Kolk der Weihnachtsflut 1717 in Horumersiel Brack (von niederdeutsch: Brack), auch Brake (historisch Braacke) oder Bracke, ist die Bezeichnung für eine tiefe Auskolkung, die durch einen Deichbruch infolge einer Sturmflut entstanden ist.Brake. In: Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt, Ortwin Pelc: Schleswig-Holstein Lexikon. Wachholtz, Neumünster 2006. In manchen Regionen wird solch ein See oder Teich auch als Kolk, Wehle oder Wehl bezeichnet.

Entstehung Bei einem Deichbruch können durch das einbrechende Wasser hinter dem Deich tiefe und großflächige Löcher ausgespült werden. Auch durch eine Unter- oder eine Überspülung des Deiches bei Überflutung kann durch die Wasserkräfte so viel Boden abgetragen werden, dass eine Auskolkung entsteht.Hansjörg Küster: Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa: von der Eiszeit bis zur Gegenwart. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-64438-2 (Küster verwendet in diesem Zusammenhang den Begriff Kolk). Die entstehenden Bracks sind häufig kreisrund und können mehrere Meter tief sein. Die Löcher wieder aufzufüllen ist mit hohem Aufwand verbunden und wurde daher früher oft unterlassen. Dadurch muss der neue Deich als Auslagedeich (seeseitig) oder als Einlagedeich (landseitig) an dem Brack geführt werden. Diese besondere Deichführung trägt gelegentlich den Namen Halbmond.

Da das Wasser von Bracks, die an der Nordsee oder im Mündungsbereich der Tideflüsse entstanden sind, salzhaltig ist, durch Regen und Grundwasser aber aussüßt, wurde dafür der Name Brackwasser geprägt, der als Lehnwort () auch in anderen Sprachen üblich ist.

Vorkommen Bracks kommen nicht nur am Meer vor, sondern auch im oberen Tidegebiet von Tideflüssen. Beispielhaft hierfür ist die Elbe: So sind allein im Bereich Francop und Neuenfelde der Freien und Hansestadt Hamburg noch drei Bracks vorhanden. Auch im weiteren Verlauf der Elbe gibt es Bracks, so bei Borstel, Wilhelmsburg, Moorfleet sowie etliche in den Vierlanden. In den Vierlanden sind die drei größten Bracks zu erwähnen: das Carlsbrack, hamburg.de das Borghorster Brack hamburg.de und das Kiebitzbrack. hamburg.deKarte des Naturschutzgebietes Kiebitzbrack. (PDF; 182 kB) hamburg.deDas Naturschutzgebiet Kiebitzbrack. hamburg.de In einer Aufstellung von 1804 werden zwischen Bleckede und Wehningen allein 29 Bracks (hier: Braken) gezählt.Das Deich- und Strombau-Recht nach allgemeinen positiven und Hannoverischen Landesrechten erläutert. Zweyter und letzter Theil. Hannover 1816, S. 200–208books.google.de

Eines der größten Bracks war das Schwarze Brack zwischen Ellens, Sande und Neustadtgödens westlich des heutigen Jadebusens.

Siehe auch Brök, eine Durchbruchstelle durch einen Deich, die einen Binnensee mit dem Meer verbindet

Literatur Günther Helm: Bracks – stille Zeugen dramatischer Ereignisse. In: Lichtwark-Heft, Nr. 68. Verlag HB-Werbung, Hamburg-Bergedorf 2003; . Hansjörg Küster: Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa: von der Eiszeit bis zur Gegenwart. 4. Auflage. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-64438-2 (Erstausgabe 1995).

Weblinks

Wehle geschichte-s-h.de Das „Schwarze Brack“ und der Deichbau. nordwestreisemagazin.de

Einzelnachweise

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