mini|hochkant|Carl Sandhaas – Selbstporträt
Carl Friedrich Sandhaas, auch Karl (* 24. Februar 1801 in Stuttgart oder HüfingenHessisches Staatsarchiv Darmstadt, Suche über Archivinformationssystem Hessen (arcinsys): verz2522564, referenziert auf W. Kloos: Carl Sandhaas: Junger deutscher Künstler auf der Wanderschaft.; † 12. April 1859 in Haslach im Kinzigtal) war ein deutscher Maler und Zeichner.
Leben und Werk mini|Straßenschild in Haslach im Kinzigtal, benannt nach Carl Sandhaas
Sandhaas war ein nichtehelicher Sohn der Maria Margarete Sandhaas (1771–1830). Möglicherweise war sein Vater der Maler Johann Baptist Seele.Manfred Hildenbrand: Der Maler Carl Sandhaas (1801–1859). Sein Leben enthält zahlreiche offene Fragen. In: Die Ortenau. 70 (1990), 362 f. Sandhaas wuchs in Haslach auf und zog 1816 zu seinem Onkel, dem Theatermaler Josef Sandhaas, nach Darmstadt.
Ab dem Jahre 1818 erhielt Sandhaas dort Unterricht an der Großherzoglichen Zeichenschule bei Franz Hubert Müller. In Darmstadt entstand eine Freundschaft mit dem Architekten Friedrich Maximilian Hessemer. Daneben pflegte Sandhaas enge Kontakte zu den Künstlern Jakob Felsing, August Lucas und Johann Heinrich Schilbach. Am 27. März 1820 schrieb er sich im Alter von 19 Jahren für das Fach Historienmalerei an der Akademie der Bildenden Künste München ein.
1823 zog Sandhaas nach Freiburg und besuchte dort die Herder’sche Kunstanstalt, die von dem Darmstädter Kupferstecher Karl Barth geleitet wurde. Ein Jahr später wechselte Sandhaas nach München, um dort bei Cornelius zu studieren und 1828 kam er nach Frankfurt, wo er als Illustrator für den Verleger E. Ullmann tätig wurde. Ab dem Jahre 1830 lebte er, mit einigen Unterbrechungen, bis zu seinem Tod in Haslach.
Sandhaas war bevorzugt als Landschafts- und Bildnismaler tätig; daneben arbeitete er als Illustrator literarischer und mythologischer Werke.Stadtlexikon Darmstadt, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2006, S. 771 f. Er ist als Zeichner und Aquarellist zu den bedeutenden Vertretern der Spätromantik in Baden zu rechnen.
Sandhaas ist der Held in Heinrich Hansjakobs Novelle Wilde Kirschen (1888). In Haslach ist ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum – Schule für Geistigbehinderte, die Carl-Sandhaas-Schule, nach ihm benannt.Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum – Schule für Geistigbehinderte auf haslach.de.
mini|hochkant|Bleichsuchtin: Karl Heinrich Baumgärtner: Krankenphysiognomik (1839)
Literatur
Rolf Haaser: Spätaufklärung und Gegenaufklärung. Bedingungen und Auswirkungen der religiösen, politischen und ästhetischen Streitkultur in Gießen zwischen 1770 und 1830. Darmstadt, Marburg 1997. Kapitel 5: Der Porträtist der Gießener und Darmstädter Schwarzen. Momentaufnahmen der gescheiterten Karriere des spätromantischen Kunstmalers Carl Sandhaas (1801–1859) (uni-giessen.de). Manfred Hildenbrand: Der Maler Carl Sandhaas (1801–1859). In: Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden. 70. Jahresband, 1990, S. 362–378 (uni-freiburg.de) Manfred Hildenbrand, Martin Ruch: Carl Sandhaas. Maler der Romantik 1801–1859. Hansjakob-Verlag der Stadt Haslach, Haslach 2001. ISBN 978-3-935182-15-7 Werner Kloos: Kunstwerke der Heimat XIII. Carl Sandhaas: Junger deutscher Künstler auf der Wanderschaft, in: Volk und Scholle Jg. 14, Heft 1, 1936, S. 4–5 Esther Vögely: Der „närrische Moler“ von Haslach. Zum 125. Todestag von Carl Sandhaas. Badische Heimat, Ekkhart-Jahrbuch 1985, S. 87–96 (zum.de) Tilman Spreckelsen: Mit Romantik kommt man hier nicht weit – Carl Sandhaas und seine krankenphysiognomischen Porträts, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Nr. 21, 28. Mai 2017, S. 61.
mini|Die Sandhaasenhütte oberhalb von Haslach
Weblinks
Zeichnung C. F. Sandhaas: Schilbach – Im Wanderkostüm mit Ränzel und Feldflasche im Hessischen Landesmuseum Darmstadt
Einzelnachweise
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