mini|Mateng Pollkläsener Mateng Pollkläsener (* 30. November 1960 in Wiedenbrück als Martin Pollkläsener) ist ein deutscher Schauspieler, Kabarettist und Regisseur. Er ist eines der Gründungsmitglieder des theatre du pain.Persönliches Interview mit Mateng Pollkläsener vom 20. Januar 2015 mit Akribes – Consulting & Coaching, Bremen, Arne Gloe
Leben und Wirken Privates
Geboren und aufgewachsen ist Martin Pollkläsener in Wiedenbrück (heute Rheda-Wiedenbrück), Nordrhein-Westfalen als Sohn des Bäcker- und Konditormeisters Heinz Pollkläsener und dessen Frau Margret, geborene Kleibaumhueter, mit einem älteren Bruder und einer jüngeren Schwester.
Als sein Bruder Uli 1976 von einer Südamerikareise zurück nach Hause kam, legte er sich vorübergehend einen südamerikanischen Dialekt zu: Aus „Mein Bruder Martin“ wurde „Mi hermano Mateng“. Schnell wurde er wieder Bruder, es blieb der Spitzname Mateng. Diesen Namen trägt er auch heute noch. Zwischenzeitlich ist er als Künstlername in seinem Pass eingetragen.
Mateng Pollkläsener erlernte den Beruf des Tischlers. Er ist seit 2002 verheiratet mit Ehefrau Rita, die er beim ersten Auftritt des theatre du pain am 1. September 1984 kennengelernt hatte.
Künstlerische Karriere Theater
Während seiner Ausbildung zum Tischler spielte er als Schlagzeuger und Sänger in einer Band. Außerdem bewies er bei Aufführungen in einer Jugendgruppe erstes schauspielerisches Talent. Bruder Uli war insbesondere von seiner Rolle als dänischer Koch aus der „Muppet-Show“ so begeistert, dass er ihn überredete, ihm nach Paderborn zu folgen. Auf dem zweiten Bildungsweg holte er sein Abitur nach und gründete zusammen mit seinem Bruder und vier weiteren Weggefährten die Performance-Gruppe „Die sechs Richtigen“. Diese traten als Straßentheater weit über die Grenzen seiner Heimatregion hinaus auf.
Aus „den sechs Richtigen“ entstand 1984 das theatre du pain.Bericht über den Schauspieler in der KreiszeitungBericht über das theatre du pain auf der Wuppertaler Kulturseite njuuz.de Der aus Bremen stammende Hans König und Mateng Pollkläsener etablierten sich mit wechselndem Ensemble mit ihren skurrilen und aberwitzigen Programmen in der deutschen Off-Theater-Szene. Bis heute liebt das Feuilleton diese anarchische Mischung aus absurdem Witz, Boshaftigkeit und einer gehörigen Portion Selbstironie.
Im Lagerhaus in Bremen boten sich dem theatre du pain ideale Bedingungen, um immer neue Programme zu inszenieren. Seit 1999 gehört der aus Wuppertal stammende Wolfgang Suchner als festes Mitglied dem Ensemble an.
Von 1997 bis 2002 gehörte der einstige Straßenkünstler dem Ensemble des Bremer Goethe-Theaters an und wirkte in Operninszenierungen wie „Carmen“ und „Die Entdeckung der Langsamkeit“ oder auch im Musical „West Side Story“ mit.
Nach wie vor ist er als ein Drittel des theatre du pain, das u. a. 1995 mit dem WDR-Publikumspreis „Prix Pantheon Bonn“ ausgezeichnet wurde, in Deutschland und dem benachbarten Ausland zu sehen. Neben dieser Tradition sucht der Schauspieler neue Herausforderungen als Mitglied des Ensembles des jungen Bremer Theaters, bei einer theatralen Stadtaktion zum Jahr der Wissenschaft in Bremen, in einer Open-Air-Inszenierung von „Moby Dick“ im historischen Hafen Vegesacks, einem Stadtteil Bremens, oder im Projekt „Science Cliption“, Wissenschaft klipp und klar.
Film und Fernsehen
Auch bei Film und Fernsehen war Mateng Pollkläsener zu Gast. Sein Debüt auf Zelluloid gab er 1985 in „La Poetica Norma“, einer Tournee von Triest aus durch Deutschland im Rahmen der „Blauen Karawane“, die sowohl von der ARD als auch vom ZDF dokumentiert wurde. In den in Bremen spielenden ARD-Vorabendserien „Nicht von schlechten Eltern“ und „Aus gutem Haus“ war er ebenso in einer Gastrolle zu sehen, wie in dem von Pago Balke und Eike Besuden inszenierten Spielfilm „Verrückt nach Paris“.
Werke 1993: Beat Aleman – theatre du pain, Premiere auf der Documenta IX, Kassel 1994: Phantasien im Bremer Ratskeller, Schauspiel nach einer Erzählung von Wilhelm Hauff, Aufführungen in der unteren Rathaushalle, Bremen 1997–2002: Engagement am Bremer Goethe-Theater mit folgenden Aufführungen:
Entdeckung der Langsamkeit, Oper West Side Story, Musical Molière oder Die Henker der Komödianten, Oper Carmen, Oper; Rosenkavalier, Oper Suzuki I + II, Schauspiel Noah, Oper Satyricon, Oper
1999–2000: Junges Theater Bremen mit folgenden Aufführungen:
Missery, Schauspiel The Race, Schauspiel Shopping and Fucking, Schauspiel
2000 Das Große Glas (Text und Regie Hans König) – Hommage an M. Duchamp, Schauspiel
2002 Der Meister & Margarita in Berlin, Bühnenadaption von „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow, Schauspiel (bearbeitet von Hans König, Regie Christian Bronder)
2004 Brunft+Freude, theatre du pain, Musiktheater Porte Dauphine, Butzbacher & Brommelmeier, Text Hans König, Regie Sarah Harjes, Schauspiel Seiltanz, von Hans-Joachim Hespos, szenisches Abenteuer im Rahmen der Tagung der Projektgruppe Neue Musik
2005/06 Gastspiele mit dem Theatre du Pain und dem Ensemble Butzbacher & Brommelmacher, im deutschsprachigen Raum Europas
2005 Theatrale Stadtaktion zum Jahr der Wissenschaft in Bremen, Improvisations- und Aktionstheater
2006 Wortbrot & Fischgesang, theatre du pain, Musiktheater Im weißen Rössel, Operette, Worpswede Karoshi, Musikperformance, Schwankhalle, Bremen
2007 Die Drei Rätsel, von Detlev Glanert, Oper in zwei Akten für Kinder und Erwachsene Orchestre du Pain, Premiere des Orchesters
2008 Kapitän Ahab in „Moby Dick“, Open-Air-Inszenierung, Text und Regie Hans König, Schauspiel MIRLI, Kammeroper von Hans-Joachim Hespos Überlebenskünstler, Schauspiel, Schwankhalle, Bremen Gedichte an die Nacht, Rezitationen und Schauspiel, Schwankhalle, Bremen
2009 Der komische Deutsche, musikalisch-humoristische Rezitationen großer Deutscher Dichter im Bremer Konzerthaus Die Glocke, Eigenproduktion, Regie: Kevin Young Faust II, Musik-Theaterprojekt mit der Deutschen Kammerphilharmonie, an der Gesamtschule Ost, Bremen Imagefilm für Airbus, Hamburg Wir haben Feuer gemacht, gemeinsam Buch, Regie und Produktion mit Pago Balke – im Rahmen des Chance-50+-Projektes „KulTourGuides“ der BAgIS Bremen und Bremerhaven Butzbacher & Brommelmeier, „Warum nicht Mexico?“, Schauspiel, Text Hans König, Regie Sarah Harjes
2010 Schlaglichter – Eine vulkanische Revue, gemeinsam Buch, Regie und Produktion mit Pago Balke – im Rahmen des Chance-50+-Projektes „KulTourGuides“ der BAgIS Bremen und Bremerhaven
2011 Unternehmenstheater Opus Novum, Bremen für EWE, Oldenburg, STAS, Reilingen, Stadtwerke Wedel u. a. Gastspiele mit dem theatre du pain im Februar, März, April, Mai, Oktober, November Kafka-Projekt: Stummfilm mit Stimme, Idee Peter Borowski, Berlin
2012 Science Cliption, Wissenschaft klipp und klar
2013 75. Jubiläum von Mercedes-Benz, Bremen – theatralische Untermalung des Festaktes mit Hans König Kriminaltheater Die temporäre Hafenbar Golden City – in den Veranstaltungen während der 3-monatigen Sommersaison bringt die temporäre Hafenbar „Golden City“ am Europahafenkopf seit 2013 ordentlich frischen Wind in die Überseestadt Bremen
2014 Kriminaltheater Swinging Detective
2015 Bremer Eiswette – Projekt – als Käpt’n Karl-Heinz Schmidtke übernimmt Pollkläsener die Novizen-Vorstellung vor dem Präsidium Kriminaltheater Der Hund von Baskerville Dänische Delikatessen Warte bis es dunkel wird Arsen und Spitzenhäubchen
Filmografie 1985: La Poetica Norma, Tournee von Triest aus durch die BRD im Rahmen der Blauen Karawane, dokumentiert von ARD und ZDF 1988: Durst von Uwe Stoll, Kinokurzfilm 1991: Extra Light auf Kanal 4 1995: Nicht von schlechten Eltern, ARD-Vorabendserie 1996: Der Papst in Bremen, Satire, Offener Kanal Bremen 1996: Isernhagen Law, Pilotfilm von und mit Oliver Kalkofe, Oliver Welke, Sabine Bulthaupt für Premiere 1999: Aus gutem Hause, Serie in der ARD 2002: Verrückt nach Paris, Kinofilm
Auszeichnungen 1995: Auszeichnung des theatre du pain mit dem Publikumspreis Prix Pantheon Bonn, WDR 1995: Kleinkunstpreis Das Kupferle für „theatre du pain“, Zehntscheuer, Ravensburg
Weblinks
http://www.theatredupain.de/ http://www.science-cliption.de/
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1960 Kategorie:Mann