Fichtenberg (bis 1872 Vichberg) ist eine Gemeinde im Landkreis Schwäbisch Hall im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs. mini|Evangelische Pfarrkirche mini|Rathaus mini|Brunnen am Marktplatz in Fichtenberg

Geographie

Geographische Lage Die Gemeinde Fichtenberg liegt etwa 22 km südlich der Kreisstadt Schwäbisch Hall im Naturraum Schwäbisch-Fränkische WaldbergeNaturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009. inmitten des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald in 333 bis 490 Meter Höhe. Das Gemeindegebiet beginnt wenig oberhalb der Linkswendung des unteren Tals der Rot, auch Fichtenberger Rot genannt, und zieht sich deren nachmaligem Lauf folgend ostwärts fast bis zur Mündung. An beiden Talseiten gehören dazu noch weite Randhöhen.

Zweitgrößter Ort in der Gemeinde nach dem namengebenden Dorf ist der Weiler Mittelrot ebenfalls im Rottal etwa 2,5 km östlich. Die anderen zumeist kleinen Weiler und Einzelhäuser verteilen sich größtenteils über den im Norden des Rottals anschließenden, südöstlichsten Teil des Mainhardter Waldes, den an dessen Südrand beginnenden, nördlichsten Welzheimer Wald und den äußersten Osten des Murrhardter Waldes am Westrand des Gemeindegebietes. Zur Westseite hin erstreckt es sich bis über die Wasserscheide mit dem Pass Schanze (ca. ) ins Mahdbach-Nebental der Murr hinüber. Über den Pass verbindet die wichtige Landesstraße 1066 das Ballungszentrum um Stuttgart mit dem nordöstlichen Landesteil. Unter diesem verkehrsbehindernden Kamm zwischen den benachbarten Talsystemen von Murr und Rot führt in gleicher Richtung der Schanztunnel der Bahnstrecke Waiblingen–Schwäbisch Hall-Hessental hindurch.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Fichtenberg gehören 24 Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser sowie einige Wüstungen: Mit dem Dorf Fichtenberg (), den Weilern Dappach (), Diebach (), Erlenhof (), Gehrhof (), Hinterlangert (), Hornberg (), Michelbächle (), Mittelrot (), Plapphof (), Rauhenzainbach (), Vorderlangert (), dem Gehöft Kronmühle () und den Wohnplätzen Buschhof (), Erlenbach (), Glattenzainbach (), Hornberger Reute (), Kleehaus (), Retzenhof (), Reutehaus (), Rupphof (), Stöckenhofer Sägmühle (), Waldeck () und Wörbelhöfle (Winterhaus) () sowie die abgegangenen Ortschaften (Wüstungen) Aidelbach, Canspach, Geysgern, Hinteres Höflein, Hinterer Stöckenhof, Hofloch, Lunkenbrunnen, Ölhäusle, Sägmühle, Burg Rötenberg, Burg Staufenberg, Tennenbach, Burg Vichberg (Vypperg), Viehhaus und Zainbach.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 472–474.

Fichtenberg Das bei weitem größte und namengebende Dorf der Gemeinde, in dem auch die Gemeindeverwaltung sitzt, steht kurz nach dem Laufknick der Rot im untersten, nunmehr östlich laufenden Rottal überwiegend auf der linken Talseite auf etwa und darüber. Der Rot laufen im Dorfbereich der Dappach von rechts, ihr viertlängster Zufluss Diebach von links, ihr längster Zufluss Glattenzainbach von rechts und danach wenig flussabwärts ihr zweitlängster Zufluss Rauhenzainbach wiederum von rechts zu. Die Häuser des Siedlungskerns sind vor dem Talzulauf des Diebachs erbaut, der durchs Dorf hindurch von Norden in die Rot mündet. Neuere Siedlungsteile ziehen sich recht flach das Diebachtal hoch bis zum Damm des Hochwasserrückhaltebeckens Diebach, stehen rottalaufwärts am Südfuß von dessen aufwärtigem Mündungssporn Dendelberg () oder auch dem Ortskern gegenüber jenseits der Rot vor dem Sporn zwischen den Tälern von Dappach und Glattenzainbach. Der alte Dorfname Vichberg – siehe bei Geschichte – hängt wohl mit dem Namen des im unteren Diebach-Mündungswinkel stehenden Viehbergs () zusammen.

Anfang der 2010er Jahre wurde die Landesstraße 1066, die vordem im Bereich des Dorfes zweimal ebenerdig die hier parallele Bahnstrecke Waiblingen–Schwäbisch Hall-Hessental kreuzte, durchgehend aufs südliche Rotufer verlegt, womit eine häufige Stauquelle beseitigt wurde.

Dappach Der kleine Weiler mit nur drei Hausnummern liegt weniger als anderthalb Kilometer südwestlich der Fichtenberger Ortsmitte im mittleren Dappachtal auf rund am Beginn der Talwiesen. Der Siedlungsplatz ist wohl schon alt, denn 1338 ist ein Besitzübergang eines damals Taubach genannten Gutes nachgewiesen.

Diebach Der Weiler mit sieben Hausnummern steht auf unter etwa einen halben Kilometer nördlich des Stausees im mittleren Diebachtal locker entlang der von Fichtenberg nach Erlenbach führenden Kreisstraße und ist eine weniger alte Gründung.

Erlenhof Der zur Zeit der Oberamtsbeschreibung offenbar zur Altgemeinde Hausen an der Rot gehörende, schon im 14. Jahrhundert bei einem Besitzwechsel als Erlenbach erwähnte Weiler steht entlang der hier als Stichstraße auslaufenden, bei Diebach erwähnten Kreisstraße auf bis zu etwa zweieinhalb Kilometer nördlich der Fichtenberger Dorfmitte. Seine knapp fünf Dutzend Hausnummern machen ihn zum drittgrößten Ort in der Gemeinde. Er liegt inmitten einer meist ackerbaulich genutzten Lichtung auf der Hochfläche über der linken Seite des Rottals, die im Norden an ein größeres Waldgebiet grenzt. Im Süden davon breitet sich etwas davon getrennt noch ein größeres offenes Flurstücks auf dem Viehberg bis an die Talhangkante.

Gehrhof Der Gehrhof liegt auf um am rechten Hang des Erlenbachs, der wie seine Fortsetzung Michelbach südöstlich zur östlichen Gemeindegrenze an der Rot fließt. Der ein halbes Dutzend Hausnummern zählende Weiler wird von einer Stichstraße vom nur etwa einen halben Kilometer westlich liegenden Erlenhof erschlossen, im Osten grenzt er an den beginnenden Talhangwald. Der Siedlungsplatz wurde um 1700 als Kleinbauernstelle angelegt.

Hornberg und Hornberger Reute Der auf eines kleinen freien Hochfläche auf etwa stehende, ein Dutzend Hausnummern umfassende Weiler liegt am fast vier Kilometer von der Mitte Fichtenbergs entfernten Südwestrand des Gemeindegebietes. Der Name kommt wohl vom nahen Hornberg (), dem Höhensporn über der großen verzogenen Talspinne, in welcher die obere Murr ihre Zuflüsse nahe bei Fornsbach sammelt. Zum 1703 angelegten Weiler gehört auch das etwas abseits an den Hangwaldrand grenzende Hornberger Jägerhaus.

Am Oberhang hinab ins Gänsbach-Tal steht auf über in einer engen Lichtung das Einzelanwesen Hornberger Reute mit zwei Hausnummern.

Michelbächle und Kleehaus Michelbächle liegt am anderen, nordöstlichen Rand des Gemeindegebietes nahe dem Zusammenfluss des Michelbachs aus dem schon erwähnten Erlenbach und dem rechten Schembach. Der zweieinhalb Kilometer von Fichtenbergs Mitte entfernte Weiler mit einem Dutzend Hausnummern liegt auf etwa in einer weiten Hügelflur unter dem Lehberg (etwa ) in der Höhenkette des Kirgelkamms. Bestand schon 1338. Weniger als einen halben Kilometer abwärts steht dicht am Bachzusammenfluss das Einzelanwesen Kleehaus auf etwa .

Mittelrot Mittelrot ist mit über hundert Hausnummern der zweitgrößte Ort in der Gemeinde. Der Weiler liegt etwa zwei Kilometer von der Fichtenberger Dorfmitte gegen das Ostende der Gemarkung zu, mit seinen älteren Anteilen auf über am linken Rotufer und an der etwas darüber ziehenden L 1066. Ein neueres Siedlungsgebiet erstreckt sich den linken Hang weiter hinauf. Es besitzt eine alte kleine Ortskirche (St. Georgskirche), die noch in Funktion ist. Der Weiler gehörte wohl zur Burg Rötenberg, die eingangs des 13. Jahrhunderts oder sogar schon früher bestand und heute noch als Ruine mit einem ansehnlichen Buckelquaderturm auf der südlichen Rottal-Randhöhe des Turmbergs () zu erkennen ist.

Dem Ort gegenüber steht das Reutehaus auf etwa an rechten Unterhang des Rottals unter dem Turmberg mit dem auch Röter Turm genannten Burgrest.

Plapphof Der Weiler Plapphof, der sich aus einer Hofstelle entwickelt hat, liegt mit einem halben Dutzend Hausnummern auf etwa etwa drei Kilometer westlich von Fichtenberg nahe der westlichen Gemarkungsgrenze an der L 1066 und auf dem linken Unterhang des Mahdbach-Tales. Letzteres ist der oberste Teil der hinter dem Pass Schanze beginnenden Talachse des Murrtales, hier gibt es noch zwei weitere Ortsteile von Fichtenberg.

Rauhenzainbach Der aus drei Einzelanwesen bestehende Weiler ist nach dem Bach benannt, in dessen engem und hangbewaldeten Tal er liegt, etwa zwei Kilometer südlich der Ortsmitte von Fichtenberg und auf etwa . Gründung vermutlich erst um 1790.

Vorderlangert und Hinterlangert Der Weiler Vorderlangert mit über drei Dutzend Hausnummern steht auf einer Höhe um etwa zwei Kilometer westsüdwestlich der Fichtenberger Dorfmitte auf einer gerodeten Hochfläche Langert südlich der Passhöhe Schanze ins Murr-Talsystem hinüber. Der aus separat stehenden Häusergruppen bestehende Ort – die südliche trägt den Namen Wasserhäuser – entwässert sowohl über den Dappach zur Rot als auch über den Mahdbach zur Murr. Er wurde 1709 gegründet.

Am Ende der mit Vorderlangert gemeinsamen Höhenrodung steht mit nur drei Hausnummern auf etwa der ebenfalls 1709 angelegte Weiler Hinterlangert an der oberen jenseitigen Hangkante, unter welcher der Seebach durch den Fornsbacher Waldsee zu Fornsbach und Murr läuft.

Kronmühle Die Kronmühle steht auf unter am rechten Ufer der abfließenden Rot etwa einen Kilometer östlich von Fichtenberg, wenig vor der Mündung des rechten Rauhenzainbachs. Sie bestand ausweislich eines Kaufes zumindest schon im 14. Jahrhundert.

Einzelanwesen Der Buschhof steht am linken Hang des Diebachtales zwischen Erlenhof und Diebach auf etwa und ist keine sehr alte Gründung. Erlenbach grenzt am nördlichen Gemeinderand an den großen Haftelwald, liegt nur etwa 300 Meter östlich von Erlenhof auf etwa nahe dem Ursprung Haftelbrunnen des eponymen Gewässers und ist ebenfalls eine neuere Gründung. Glattenzainbach ist ein Einzelhaus an der südlichen Gemeindegrenze in einer Tallichtung des gleichnamigen Waldbaches auf etwa und steht in unmittelbarer baulicher Nachbarschaft zum Murrhardter Weiler Täle. Es wurde wohl nach 1790 angelegt. Der Retzenhof, zwei Siedlungsteile mit fünf Hausnummern, gehört zum Gemeindeteil jenseits der Schanze im Mahdbachtal. Er steht dem Plapphof gegenüber am Nordhang des Tals an der unteren Waldgrenze des Harnersbergs auf etwa . Der Rupphof, sechs Hausnummern, steht auf bis zu nahe dem mahdbachseitigen Portal des Schanztunnels unterhalb des Straßenpasses über die Schanze. Er wurde schon 1500 als Rupprechtshöflen erwähnt. Die Stöckenhofer Sägmühle breitet sich weniger als einen halben Kilometer vom Westrand Fichtenbergs entfernt beim Linksknicks der Rot am rechten Flussufer auf wenig über über eine größere Betriebsfläche aus und grenzt an die Bahnlinie und das rotseitige Portal des Schanztunnels. Waldeck, früher auch Stöckachhof und Stöckenhof genannt, steht auf dem Unterhang des Dendelbergs auf etwa der Sägmühle gegenüber im Laufknick der Rot. Namenswechsel zu Waldeck nach Erwerb durch Georg Friedrich Karl zu Waldeck und Pyrmont (* 1785; † 1826), Graf von Waldeck-Limpurg, der im frühen 19. Jahrhundert hier ein Schlösschen bewohnte. Heute ein Wohnhaus mit Nebengebäude. Das Wörbelhöfle oder auch Winterhaus mit vier Hausnummern auf etwa steht den rotaufwärtigen Siedlungsteilen Fichtenbergs und dem Bahnhof gegenüber auf dem rechten Unterhang des Rottales.

Weitere Einzelhäuser in Nahlage zu diesen wurden schon bei den vorigen erwähnt.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Fichtenberg. Statistisches Landesamt.

Nachbargemeinden Die Gemeinde grenzt im Nordwesten an Oberrot, im Osten an die Stadt Gaildorf, im Süden an Gschwend im Ostalbkreis und im Westen an die Stadt Murrhardt im Rems-Murr-Kreis.

Geschichte Im alten Reich