mini|Eiskellerberg 1–3 Eiskellerberg ist eine Straße am Rand der Düsseldorfer Altstadt, an deren Anschrift es nur ein einzelnes Haus gibt.

Lage Der Eiskellerberg liegt unmittelbar gegenüber dem Gebäude der Kunstakademie und dem 2003 eingeweihtem Hilarius-Gilges-Platz, auf halbem Weg zwischen der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und dem Museum Kunstpalast, am nördlichen Ende der Mühlengasse. Vom Rheinufer aus führen die Ritterstraße und die Eiskellerstraße auf den Eiskellerberg zu.

Geschichte Der Eiskellerberg befindet sich auf dem Gelände einer im 16. Jahrhundert angelegten Bastion, welche auch als die Eiskellerbastion bezeichnet wurde. Paul Clemen schrieb:Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, 1891, S. 56.

Diese ehemalige Stadtbefestigung war baumbestanden und lag am Ende der heutigen Heinrich-Heine-Allee und unmittelbar vor der heutigen Rampe der Oberkasseler Brücke. Zwischen 1797 und 1799 bauten die Franzosen, die in den Wirren der Koalitionskriege Düsseldorf eingenommen hatten, die Stadt als Festung aus und vernichteten den dortigen Baumbestand. Diese Festungswerke begannen hinter den Häusern an der Ostseite der Mühlengasse.

Bei der Entfestigung der Stadt Düsseldorf auf der Grundlage von Art. VI des Friedens von Lunéville von 1801 wurde in dem damals außerhalb der Stadt liegenden Bereich aus dem Schutt der Befestigungsanlagen der Eiskellerberg angelegt. Um 1809 wurde das Gebiet zwischen Eiskellerberg und Ratinger Straße an Bauwillige abgegeben, dies mit der Auflage nur „anständige“ Gebäude zu erstellen.

Das Gelände lag mit schöner Aussicht etwa fünf Meter über der verlängerten Alleestraße auf einem sich erhebenden Plateau von ungefähr einem Morgen Größe mit Sommerwirtschaft. Hier hatte ein Herr Meyer in den 1870er bis Ende der 1880er Jahre seine Restauration zur Pacht und seit 1890 Herr Julius Ahmer.Der Eiskellerberg ist vor 8 Jahren an Julius Ahmer verpachtet worden. in Bürger-Zeitung für Düsseldorf und Umgebung. (No. 142) vom 23. Juni 1898. Um 1907 hieß es dann Café-Restaurant „Eiskellerberg“ von Alex Ahmer, Anschrift Eiskellerberg Nr. 6.Moment-Orientierungs-Plan der Stadt Düsseldorf, S. 6 In einer zeitgenössischen Quelle heißt es:A. Hofacker

Der napoleonische Sicherheitshafen neben der Kunstakademie wurde zum Bau der Oberkasseler Rheinbrücke (1897/1898) zugeschüttet.

Eiskeller Der Name Eiskellerberg verweist auf den historischen Eiskeller, der den Düsseldorfer Fürstenhof mit Eis versorgte. In den tiefen Katakomben der Bastion wurde das im Winter auf dem Rhein geschlagene Eis gelagert, das sich hier bis weit in den Sommer hinein hielt. Dass der Rhein zufror, war früher keine Seltenheit. Das letzte Mal geschah es im Winter 1942. Wegen der beiden Rheinschlingen stapelten sich die Eisschollen besonders am heutigen Parlamentsufer. Der fast jährliche Eisgang, also die Bildung vom Treibeis auf dem Rhein, war zur Gewinnung des kostbaren, natürlichen Haltbarkeitsmittels hervorragend geeignet. Auch der ehemalige Sicherheitshafen an der Kunstakademie, der sich vom Eiskellerberg nach Westen erstreckte, lieferte im Winter das Eis. Wurden in den Eiskellern zunächst die Speisen für den Fürstenhof gekühlt, sicherten sich dagegen später vor allem die vielen Altstadtbrauereien die Dienste der Eiskeller. Noch bis nach 1880 verdienten sich Saisonarbeiter im Winter ihr Geld mit der Ernte von Treibeis aus dem Rhein, welches im Eiskeller der Altstadt gelagert wurde.Hans Seeling: Eiskeller – Kühltruhen von damals, Natureis-Ernten im alten Düsseldorf. In: Das Tor, 1961, S. 33/34, Heft 2, Herausgeber: Düsseldorfer Jonges e. V. Der Schriftsteller Hans Müller-Schlösser (1884–1956) konnte sich aus seiner Jugendzeit erinnern, dass Düsseldorfer auch Eis aus den Teichen des Hofgartens schnitten und dann zur Lagerung zum Eiskeller brachten.Hans Müller-Schlösser: Die Stadt an der Düssel. 1937, 2. Auflage 1949, Seite 227, Droste Verlag. Hier befand sich auch der Eiskeller der Fleischerinnung, gegründet 1883, von Düsseldorf.Eiskellerberg (Früher Eiskeller der Fleischerinnung), 1/3 E. (= Eigentümer) Schoenfeld, Eduard, Wwe., Pempelforterstr. 61, in Adreßbuch für die Stadtgemeinde Düsseldorf und die Bürgermeistereien Benrath, Erkrath und Kaiserswerth: zsgest. nach amtl. Material u. nach e. von d. Polizeibeamten ausgeführten besonderen Aufnahme. Dritter Teil. Einwohnerverzeichnis der Stadt Düsseldorf geordnet nach Straßen und Hausnummern, 1915. Auf dem Eiskeller gab es eine Gaststätte, in der Bier ausgeschenkt wurde, welches unterhalb durch das Natureis kühl und frisch gehalten wurde. Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein war Natureis zur Herstellung von frischem Altbier unverzichtbar.

1926 brachte der Verwaltungs-Neubau der damaligen Phönix AG dem Düsseldorfer Eiskeller das Ende. Das Phönix-Haus mit Zugang an der Fritz-Roeber-Straße 2 wurde dann von 1928 bis 1995 als Arbeitsamt genutzt und ist heute Sitz der Staatsanwaltschaft Düsseldorf.

Eiskellerberg (Hungerturm) mini|Außentreppe zur Galerie Eiskellerberg November 1879 hatte der Maler Eduard Schoenfeld drei Häuschen am Eiskellerberg gekauft.Lokales und Provinzielles. Düsseldorf, 25. Novbr. (*) Die drei Häuschen am Eiskellerberg sind gestern verkauft worden und in den Besitz des Herrn Schoenfeld übergegangen. in Düsseldorfer Volksblatt (No. 319), vom 25. November 1879. Diese lagen am nördlichen Ende der Mühlengasse und der von 1875 bis 1879 erbauten Kunstakademie Düsseldorf gegenüber, wurden um 1982 abgebrochen.Lokales und Provinzielles. Düsseldorf, 26. Oktober. Durch den Abbruch mehrere alter Häuser auf dem sogenannten Eiskellerberg erhielt ein Nachbarhaus so bedeutende Risse, dass es (…) geräumt werden musste. in Düsseldorfer Volksblatt (No. 289), vom 26. Oktober 1882. Im Dezember 1882 verkaufte die Stadt Düsseldorf dem Maler Eduard Schönfeld einen Teil des städtischen Eiskellers am Eiskellerberg für den Preis von 2000 Mark.„1882, den 11. Dezember; Die Stadt Düsseldorf verkauft dem Maler Eduard Schönfeld daselbst eine Teil des städtischen Eiskellers am Eiskellerberg für den Preis von 2000 Mark und tauscht eine grundfläche daselbst mit ihm aus; Vertrag unter Privat-Unterschrift“ in Rathausarchiv, Nr. 0-2-0-553.0000, auf archive.nrw.de. An dieser Stelle ließ er das freistehende Atelierhaus Eiskellerberg errichten, welches sich recht fremdartig von der übrigen Bebauung abhob. Im Untergeschoss wohnte ein Diener, und die Räumlichkeiten wurden von der Kunstakademie als Künstlerateliers genutzt.Eiskellerberg 1/3, E=Eigentümer, Schoenfeld, Witwe, Pempelforterstr. 60; Busch, Heinrich, Diener U; Ateliers der Kunstakademie, in Amtlich beauftragtes Adreßbuch der Stadt Düsseldorf, 1924, S. 57. Seit Anfang der 1930er Jahre waren die Erben der Düsseldorfer Familie Tapken Eigentümer und Verwalter des Eiskellerbergs.Eiskellerberg 1/3 (E=Eigentümer Tapken Erben), in Adressbuch der Stadt Düsseldorf, 1933, S. 92.Eiskellerberg 1 (V=Hausverwaltung Tapken, Dr., Grunerstr. 60); 1. bis 4. Etage: Grafiker, Architekten, Bildhauer, Maler und Kunstmaler und Kunstgewerblerin, in Adressbuch der Stadt Düsseldorf, 1940, S. 107. Marie, Tochter des Malers Eduard Schoenfeld, hatte 1896 den Bankier und Kaufmann Bruno Tapken (Bankhaus Tapken & Weise) geheiratetIn Civilstand der Stadt Düsseldorf, Eheversprechen: Den 8. Kfm. Bruno Tapken u. Maria Schoenfeld, b. h. In Düsseldorfer Volksblatt. No. 282, vom 13. Oktober 1896 (uni-duesseldorf.de), deren Sohn Herwart Tapken (* 1897) die Verwaltung übernahm.

Im Volksmund wurde das Atelierhaus auch „Hungerturm“ genannt. Dazu geht die Legende um, dass Mütter ihren Kindern zuriefen, sie sollten die Butterbrote verstecken, wenn die „hungrigen Maler“ kämen.

Die Malerin Paula Baruch, spätere Ehefrau von Paul Häberlin, beschrieb den Eiskellerberg wie folgt:XXIV. Schweizer Kunst, Heft 5, 1944

Einige Räume im Eiskellerberg haben enorme Raumhöhen und sind mit großen Fenstern ausgestattet, welche sich zum Nordlicht ausrichten und auf das Phoenix-Haus blicken. Noch heute befindet sich unter den Kellerräumen ein weiteres Kellergewölbe, das auf die ehemalige Nutzung als Eislagerung hinweist. Auf der Westseite des Gebäudes befindet sich eine Galerie, zu der eine steinerne Außentreppe aufsteigt. An der Treppe ist das Berggefühl noch erkennbar. Während des Zweiten Weltkriegs wurde 1943 das oberste Geschoss durch eine Brandbombe zerstört. Seit 2016 befindet sich die „Eiskeller Weinbar“ zur rechten Seite der Eingangstür, in der das Backsteingewölbe des Untergeschosses wieder herausgearbeitet wurde.

Künstler und Kunst im Eiskellerberg Im Gebäude des Eiskellerbergs, gebaut Ende des 19. Jahrhunderts, befinden sich heute Wohnungen und Ateliers sowie zwei Galerien, welche zeitgenössische Kunst vertreten und ein internetbasierter Fernsehsender, der Streamclips und redaktionelle Beiträge zu Ausstellungen, Performances und Interviews mit Künstlern, Kuratoren, Galeristen und anderen einflussreichen Personen aus dem zeitgenössischen Kunstbetrieb präsentiert. In den 1970er Jahren war im Eiskellerberg die Galerie von Kiki Maier-Hahn so etwas wie das „Wohnzimmer der Akademiestudenten“. Im Mai 2023 übernahm die Stadt die Galerieräume der „Felix Ringel Galerie“ am Eiskellerberg 1-3 und schaffte mit dem Projektbüro des Deutschen Fotoinstituts (Projektbüro DFI e. V.) einen Ort für einen direkten Austausch aller Beteiligten über die Rolle des Mediums Fotografie, in direkter Nähe zur Kunstakademie Düsseldorf.Webseies des Vereins zur Gründung und Förderung eines Deutschen Fotoinstituts e.V.

bis 2026: Rita McBride mit Glen Rubsamen / Ovadia Alkara 2012: André Smids (* 1960), Konzeptkünstler, Ausstellung seiner Atelierbilder im Treppenhaus des Eiskellerbergs seit 1994: Gertrud Peters, künstlerische Leiterin des Kunst im Tunnel seit 1994: Ivo Faber, Fotograf 1976: Galerie Kiki Maier-Hahn 1962–2019: Hannelore Köhler (1929–2019), Malerin und Bildhauerin, wohnte im Eiskellerberg um 1962: Zoltan Székessy, Bildhauer und Professor der Kunstakademie DüsseldorfEiskellerberg 1/3 Székessy, Zoltàn, Prof., Bildhauer. In Adreßbuch für die Landeshauptstadt Düsseldorf 1962 (uni-duesseldorf.de) 1958–1972: Gunther Lambert, Designer und Einrichter 1952: Otto Pankok, Maler, mit Atelier im Eiskellerberg 1952: Willi Köhler (1914–1976), Maler1952, Köhler, Willi, Düsseldorf, Eiskellerberg 1, in Datenbank Rheinisch-Westfälischer Künstler der letzten 150 Jahre., auf Bestandsliste Malkasten Düsseldorf. 1952–1958: Erwin Eichbaum, deutscher Maler und Bildhauer, wohnte im Eiskellerberg 1 1948–1976: Lothar van Helden, Maler und Fotograf 1947–2004: Hans Günther Cremers (1928–2004), Maler, Website über den Künstler Günther Cremers, abgerufen am 22. Februar 2016., wohnte seit seinem Studium an der Akademie im Eiskellerberg 1940 bis nach 1945: Theo Busch, Architekt (Schüler der Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei) 1940: Bernhard Büter, Maler; Erich Radscheit, Maler 1939: Ernst Brand, Maler 1938–1940: Rudolf Weber (1908–1966), Maler 1936–1940/nach 1945: Heinrich Aufenanger (1899–1950), Maler 1936–1937: Emil Fahrenkamp, Architekt 1935–1939: Hans-Joachim Kalckreuth (auch Jo von Kalckreuth, 1912–1984), Kunstmaler 1935–1937: Heinz Thoma, Architekt und Assistent von Clemens Holzmeister 1933–1935/1937–1940/nach 1945: Theodor Meuter, MalerMeuter, Theodor, Eiskeller 1/3, in Adressbuch der Stadt Düsseldorf, 1938. 1933–1935: Arvid Mather (1905–1950), Maler 1933–1934: Clemens Holzmeister, Architekt, Leiter eines Meisterateliers an der KunstakademieEiskellerberg 1/3, Holzmeister, Clemens, Prof. Dr., Architekt, 1. Etage, in Adressbuch der Stadt Düsseldorf, 1933, S. 92. 1932–1938: Werner Heuser, Professor an der Kunstakademie 1931–1932/1940: Fritz Becker, Professor der Architektur an der Kunstakademie wohnte im Eiskellerberg, später Atelier