Robert Gallinowski (* 3. Oktober 1969 in Aachen; † 25. März 2023 in Berlin)Traueranzeige in der Süddeutschen Zeitung, 29. März 2023, abgerufen am 29. März 2023. war ein deutscher Schauspieler, Hörspielsprecher, Maler und Lyriker.
Leben und Werk Theater und Fernsehen Robert Gallinowski wuchs in Aachen auf, abgerufen am 29. März 2015 und besuchte von 1990 bis 1993 die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Zusätzlich nahm er privaten Schauspielunterricht bei Angela Winkler. 1992 debütierte Gallinowski am Deutschen Theater in Berlin, von 1993 bis 1996 hatte er ein Festengagement am Theater Bonn, bevor er ans Hamburger Schauspielhaus ging. Weitere Stationen seiner Bühnenlaufbahn waren das Bayerische Staatsschauspiel in München sowie das Berliner Ensemble und die dortige Volksbühne., abgerufen am 30. März 2023 Ferner wirkte Gallinowski 2009 bei den Bad Hersfelder Festspielen mit.
Ab 1993 war Gallinowski umfangreich für Film und Fernsehen tätig. Erstmals sah man ihn in der Folge Tod im Kraftwerk aus der Reihe Polizeiruf 110. Es folgten zahlreiche weitere Rollen, vor allem in Serien wie Balko, Wolffs Revier, Bella Block oder Wilsberg. Im Polizeiruf 110 sah man ihn noch in drei weiteren Folgen, im Tatort wirkte er in 13 Episoden mit. Ab 2009 spielte er in acht Folgen von Der Dicke als Hauptkommissar Ole Hansen, eine Rolle, die er ab 2015 auch in der Nachfolgeserie Die Kanzlei bekleidete.
Gallinowski arbeitete auch als Sprecher in Hörspielen, so beispielsweise in Die Nacht der Raben nach dem gleichnamigen Roman von Ann Cleeves (Regie: Mark Ginzler), Außen und Innen von Rhiannon Tise oder Tod im Namen Gottes von Irene Geuer und Paul Elmar Jöris.
mini|hochkant=0.6|Grabstätte auf dem Französischen Friedhof
Malerei Gallinowski bezeichnete sich als Autodidakt in Sachen Bildende Kunst und beschrieb sich als „chaotischen Konstruktivisten“ und den Stil seiner Bilder als „selbstregulierten Konstruktivismus“. Zu seinen Vorbildern zählte er u. a. Kasimir Malewitsch, Piet Mondrian, Robert Mangold und Blinky Palermo. Seine häufig großformatigen Gemälde werden von verschieden breiten, nebeneinanderstehenden Farbflächen beherrscht. Gallinowski beschäftigte sich in diesem Zusammenhang mit asiatischer Kultur, die in seinen Werken Ausdruck findet.
Erstmals ging Gallinowski 1988 in Aachen mit seinen Werken an die Öffentlichkeit. Weitere Ausstellungen, darunter auch Dauerausstellungen, folgten in Berlin, Wolfsburg und Weimar. 2010 war er an der Aachener Kunstroute beteiligt. Zu seinen Werken sind zwei Kataloge erschienen.
Lyrik Einen großen Raum in Gallinowskis Schaffen nahm auch das Schreiben von Gedichten ein. Von der Lyrikerin und Schriftstellerin Kerstin Hensel ermutigt, veröffentlichte er 2012 einen Gedichtband unter dem Titel Zwischen Herz und Schlag in einer limitierten Auflage von 200 Exemplaren. Außerdem stellte er seine Gedichte in Lesungen vor. Die letzte Lesung der Gedichte von Gallinowski fand am 10. Februar 2023 in Projektraum von Peter Lindenberg am Kurfürstendamm 210 statt.
Privates Robert Gallinowski war bis 2016 mit seiner Schauspielkollegin Dagmar Manzel verheiratet. Er wohnte in Berlin.Robert Gallinowski am Residenztheater Gallinowski starb überraschend am 25. März 2023 im Alter von 53 Jahren. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Französischen Friedhof.
Filmografie (Auswahl) 1993: Polizeiruf 110 – Tod im Kraftwerk 1995: Kissenschlacht 1995: Balko – Keine müde Mark 1998: Hundert Jahre Brecht 2001: Null Uhr 12 2003: Wolffs Revier – Die Montagsgruppe 2003: Hans Christian Andersen: My Life as a Fairy Tale 2004: Einmal Bulle, immer Bulle (zwei Folgen) 2004: SK Kölsch – Verlorene Herzen 2005: Bella Block: Die Frau des Teppichlegers 2005: Polizeiruf 110 – Vorwärts wie rückwärts 2006: Ein starkes Team – Dunkle Schatten 2007: KDD – Kriminaldauerdienst – Unter Druck 2007: Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei – In bester Absicht 2007: Doppelter Einsatz – Belinda No. 5 2007: Tatort – Racheengel 2008: SOKO Köln – Mörder an Bord 2008: Schimanski – Schicht im Schacht 2008: Mordgeständnis 2008: Im Namen des Gesetzes – Böses Erwachen 2008: Kommissarin Lucas – Der schwarze Mann 2009–2012: Der Dicke (acht Folgen) 2009: Ein Fall für zwei – Erben gesucht 2009: Polizeiruf 110 – Fehlschuss 2010: Westflug – Entführung aus Liebe 2011: Der Preis 2011: Flemming – Die Stufen der Lust 2011: Großstadtrevier – Frohe Weihnachten, Dirk Matthies 2011: Tatort – Stille Wasser 2011: Ein mörderisches Geschäft 2011: Tatort – Keine Polizei 2012: Kommissar Stolberg – Blutsbrüder 2012: Wilsberg: Die Bielefeld-Verschwörung 2012: Tatort – Wegwerfmädchen 2012: Tod einer Brieftaube 2012: Tatort – Das goldene Band 2013: VERBRECHEN nach Ferdinand von Schirach – Grün 2013: Mord nach Zahlen 2013: Der Alte – Blutiger Asphalt 2013: Unter anderen Umständen – Der Mörder unter uns 2014: Der Kriminalist – Tod im Paradies 2014: SOKO Stuttgart – Harte Mädchen 2014: SOKO Köln – Flucht in den Tod 2014: SOKO Leipzig – Allein gegen die Mafia 2014: Bornholmer Straße 2015: In aller Freundschaft – Zwei Leben 2015: Nackt unter Wölfen 2015: Tatort – Freddy tanzt 2015: Tatort – Das Muli 2015: Donna Leon – Tierische Profite 2015: Polizeiruf 110 – Grenzgänger 2015–2023: Die Kanzlei 2015: Tatort – Ätzend 2016: Der Bozen-Krimi: Das fünfte Gebot 2016: Tatort – Wir – Ihr – Sie 2016: Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei – Die Chefin 2016: Tatort – Dunkelfeld 2016: Heldt – Affentheater 2016: Schwarzach 23 und die Jagd nach dem Mordsfinger 2017: Back for Good 2017: Tatort – Level X 2018: Tatort – Tod und Spiele 2018: Dogs of Berlin 2019: Das Quartett – Der lange Schatten des Todes (als Tatverdächtiger Rolf Torberg) 2020: Tatort – Das fleißige Lieschen 2021: Ein starkes Team: Die letzte Runde 2022: Der Usedom-Krimi – Schneewittchen (Fernsehreihe) 2022: Love Addicts 2022: Kleo 2023: SOKO Leipzig – Ohnmächtig
Hörspiele 2015: Beate Andres: Rolle rückwärts – Regie: Beate Andres (Hörspiel – DKultur) 2015: Franz Werfel: Die vierzig Tage des Musa Dagh – Regie: Kai Grehn (Hörspiel – SWR / HR / NDR / Der Hörverlag, ISBN 978-3-8445-1829-0) 2018: Liu Cixin: Der dunkle Wald. Trisolaris-Trilogie, Regie: Martin Zylka (Hörspiel – WDR) 2018: Volker Kutscher: Moabit. Prequel zu Babylon Berlin. Regie: Thomas Leutzbach (Hörspiel – WDR) 2021: Robert Weber: Golgatha – Regie: Annette Kurth (Hörspielserie WDR) 2023: Kai Grehn: Die Causa Jeanne d'Arc – Regie: Kai Grehn (Hörspiel – SWR / RBB)
Veröffentlichungen Passagen, Katalog mit Malerei und Grafik, Berlin 2010. Robert Gallinowski: Zwischen Herz und Schlag, Lyrische Gedichte, Verlag Die Libristen, Berlin 2012. Korrektur-Passagen, Katalog mit Malerei und Gedichten, Berlin 2012.
Auszeichnungen 2009: Großer Hersfeld-Preis
Weblinks
Robert Gallinowski bei castforward.de Robert Gallinowski in WorldCat
Einzelnachweise
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