Marzan (bretonisch Marzhan) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Morbihan in der Region Bretagne.
Geografie Marzan liegt rund 30 Kilometer nördlich von Saint-Nazaire und 35 Kilometer östlich von Vannes im Südosten des Départements. Der Fluss Vilaine bildet teilweise die Gemeindegrenze. Nachbargemeinden sind Péaule im Norden, Nivillac und La Roche-Bernard im Osten, Férel im Süden, Arzal und Muzillac im Südwesten sowie Noyal-Muzillac und Le Guerno im Nordwesten.
Geschichte Über die Frühgeschichte der Gemeinde gibt es kaum Belege. Überreste aus prähistorischer und gallo-römischer Zeit belegen eine frühe Besiedlung. Die Urkundensammlung der Abtei Redon erwähnt den Ort erstmals unter dem Namen Marsin im Jahr 895. Im Mittelalter übten verschiedene Lehensherren die Oberhoheit aus. Unter ihnen die Herren von Marzan. Historisch gesehen gehört Marzan zur Region Vannetais oriental (bretonisch:Reter Bro Gwened). Unter dem Ancien Régime war Marzan Teil der Grafschaft Rochefort. Nach der Französischen Revolution war Marzan Kampfgebiet zwischen Republikanischen Truppen und den Chouans. Politisch wurde Marzan 1790 eine Gemeinde. Von 1793 gehörte Marzan zum Distrikt La Roche Bernard. Ab 1801 war sie Teil des Arrondissements Vannes. 1903 bis 1947 hatte Marzan einen Bahnhof der Chemins de fer du Morbihan.
1944 richtete die Wehrmacht eine ganze Familie wegen ihrer Zugehörigkeit zur Résistance hin.
Bevölkerungsentwicklung Die Einwohnerzahl sank zwischen 1793 und 1821 stark (1793–1821: −17 %). Doch schwankte sie zwischen 1800 und 1936 stets in einem Bereich von 1700 bis 1900 Bewohnern. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis ins Jahr 1975 lag die Einwohnerschaft stets stabil zwischen 1500 und 1600 Bewohnern. Seit 1999 hat die Einwohnerschaft stark zugenommen (1999–2012: +28 %) und erreicht mittlerweile einen neuen historischen Bevölkerungshöchststand. Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012 2019Einwohner 1567 1548 1547 1728 1736 1695 1852 2170 2421
Sehenswürdigkeiten Schloss von Marzan (16. Jahrhundert) im Ort La Cour Kirche Saint-Pierre (aus dem 16. und 17. Jahrhundert); Chor aus dem 13.–15. Jahrhundert Kapelle Saint-Vincent-Ferrier aus dem 15.–17. Jahrhundert im Ort Trémer Kapelle Notre-Dame aus dem 16.–18. Jahrhundert im Ort Miquel Kapelle Saint-Symphorien aus dem 18. Jahrhundert im Ort Kertouart Mehrere alte Gebäude wie die Post, Bibliothek oder ein strohgedecktes Haus in La Cour Kreuze von Kermestre und Pouran Herrenhaus Kervelin aus dem Jahr 1625 Herrenhaus der Familie de Porsac in Porsac Windmühlen in Kergenteil, Kertourat, Quistillic, Le Bourg, Craslon, l’Ile und Le Prédic Wassermühlen in Craslon, Marzan und Kerruchoux (1649) Alter Backofen in Trémer Quelle:
Literatur Le Patrimoine des Communes du Morbihan. Flohic Editions, Band 2, Paris 1996, ISBN 2-84234-009-4, S. 865–868.
Belege
Weblinks
Infos zu den Sehenswürdigkeiten (französisch)
Kategorie:Ort in der Bretagne