mini|hochkant|Tomasz Skweres (2018) Tomasz Skweres (* 3. April 1984 in Warschau) ist ein polnischer Komponist und Cellist. Er lebt in Wien und in Regensburg.

Leben und Wirken Tomasz Skweres studierte Komposition bei Chaya Czernowin und Detlev Müller-Siemens sowie Cello bei Valentin Erben, Stefan Kropfitsch an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Als Komponist schrieb er Auftragswerke für zahlreiche renommierte Festivals, Orchester, Ensembles, Kammermusikformationen sowie für Solisten. Seit 2009 werden sämtliche Kompositionen von Skweres vom Musikverlag Doblinger publiziert. Ein weiterer Verleger seiner Werke sind die Sikorski Musikverlage.

Von 2009 bis 2011 war Skweres Cellist im Radio-Symphonieorchester Wien. 2012 wechselte er nach Regensburg, wo er seither als Solocellist am Stadttheater Regensburg tätig ist. Tomasz Skweres ist ein Interpret der neuen Musik, spielte zahlreiche Uraufführungen (unter anderem der ihm gewidmeten Werke von Komponisten wie Mateusz Ryczek, Jean-Patrick Besingrand und Grzegorz Pieniek) und tritt regelmäßig bei internationalen Festivals auf.

Tomasz Skweres ist seit 2019 erster Vorsitzender des Vereins zur Förderung zeitgenössischer Musik Regensburg – Unternehmen Gegenwart.

Er ist mit der Geigerin Yui Iwata-Skweres verheiratet, mit der er als Duo Skweres auftritt.

Aufführungen und Kompositionsaufträge Werke von Skweres wurden bisher in über 20 Ländern auf 6 Kontinenten aufgeführt u. a. im Wiener Musikverein, Elbphilharmonie Hamburg, Wiener Konzerthaus, Nationales Forum für Musik (Breslau) (Polen), Münchner Gasteig, Nationaltheater in Taipei, Stadttheater Bern, Stadttheater Passau, Theater Regensburg, Theaterzelt Landshut, Trafo Theater in Budapest, Philharmonie Lwiw, Palast Cantacuzino sowie von Rundfunkanstalten wie NDR Klassik (Norddeutscher Rundfunk), BR Bayerischer Rundfunk, Polskie Radio 2 (Polnisches Radio 2), Ö1 (Radio Österreich 1), Radio Stephansdom (Österreich) und Rai Südtirol (Italien), ABC Classic FM (Australien) und Frequencia Universitaria (Mexico) ausgestrahlt.

Aufführungen bei Festivals (Auswahl) Österreich: Wien Modern, Festival Klangspuren in Tirol, Vienna Saxfest 2014, Komponistenmarathon in Wien, aNOtherfestival in Wien Polen: Warschauer Herbst, Musica Polonica Nova in Breslau, LEO Festival in Breslau Italien: Festival Risuonanze, Festival Contemporenea in Udine, Festival Contrasti Ukraine: Festival Kontraste in Lemberg, Ukrainische Biennale für zeitgenössische Musik, Kyiv International Contemporary Music Days Andere Länder Europas: Festival Musica 2015 in Strasbourg (Frankreich), Biennale Bern, Festival Goslar Harz (Deutschland), Meridian Festival in Bukarest, Musikalischer Sommer in Ostfriesland (Deutschland) Asien: ISCM World Music Days 2016 in Korea/Tongyeong International Music Festival, ISCM-Musicarama in Hong Kong Südamerika: Bienal Música Hoje in Curiciba (Brasilien), Distat Terra Festival in Choele Choel in Argentinien

Kompositionsaufträge (Auswahl) Österreich: Österreichisches Ensemble für Neue Musik, Ensemble NAMES, Radiosymphonieorchester Wien, Wiener Konzerthaus, Festival Wien Modern, Ensemble Wiener Collage, Ensemble Zeitfluss, Platypus Ensemble, Reconsil Ensemble Deutschland: Niederbayerische Philharmonie, Philharmonisches Orchester Regensburg, TONALi, Theater Regensburg, Ensemble Risonanze Erranti Polen: Festival Warschauer Herbst, Nationales Forum für Musik in Breslau, Festival Musica Polonica Nova, Orkiestra Muzyki Nowej, Leopoldinum Festival in Breslau, Apollon Musagete Quartett

Schweiz: Ensemble TaG (Theater am Gleis), Winterthur, Thyll-Dürr Stiftung

Kompositionsstil Im Allgemeinen kann man den Kompositionsstil von Skweres als zeitgenössisch expressiv, jedoch nicht als avantgardistisch bezeichnen. So beschreibt ihn der Komponist selbst: „Für mich als Musiker spielt die Suche nach der Balance zwischen der emotionellen und intellektuellen Seite der Kunst eine besonders wichtige Rolle. Ich sehe meine zwei beruflichen Haupttätigkeiten – das Komponieren und das Cellospielen – als einander ergänzende künstlerische Aktivitäten, die mir helfen, eine eigene, persönliche Ausdrucksqualität zu finden. Der Prozess des Komponierens ist meiner Meinung nach eine gründliche Beschäftigung mit der menschlichen Wahrnehmung. Die Frage, wie ich als Komponist bestimmte emotionelle Eindrücke des Zuhörers stimulieren kann, ist für mich der spannendste Teil meiner kompositorischen Arbeit. Auch die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Zeit spielt in meinen Werken eine zentrale Rolle: Wie kann ich die Wahrnehmung der Zeit beim Zuhörer so manipulieren, dass sie nicht als eine Konstante, sondern als eine immer unterschiedlich schnelle Bewegung empfunden wird?“Zitat aus dem Komponistenporträt auf der Webseite von mica - music austria

Ein wichtiger Aspekt seiner Musik ist die Ausarbeitung der Klangflächenveränderungen: „Skweres konzentriert sich in seinen Kompositionen stets auf den Klang. Ein häufiges, durch den differenzierten Einsatz spannend bleibendes Stilmittel sind Glissandi. In Kombination mit dynamischer Entwicklung werden diese in fein abgestimmte Klangfarben getaucht, wobei diese kontinuierlichen Fortschreitungen die Hörenden in die mal schnell, mal langsam schleifenden Klänge eintauchen lassen. Kontrastiert werden diese von wiederholten Tönen oder Akkorden, die zeitliche Orientierung schaffen.“Zitat aus dem Komponistenporträt auf der Webseite von mica - music austria

Werke (Auswahl) Werke für Orchester Konzert für Cello und Orchester, 2020 Haymatloz für symphonisches Orchester, 2019 Plutonion für symphonisches Orchester, 2018 Concertino für Streichorchester, 2018 Anakalypteria für Frauenstimme und symphonisches Orchester, 2016 über das farbige Licht der Doppelsterne... für symphonisches Orchester, 2015 Critical Mass für symphonisches Orchester, 2013 Notturno für Cello und Orchester, 2011

Kammeropern Desiderium für zwei Soprane, zwei Schauspieler und ein kleines Ensemble, Libretto von Maria Skweres, 2018 Am Anfang starb ein Rabe – für Sprechstimme, Bariton und Ensemble, Libretto von Levin Westermann, 2010

Werke für Ensemble Leyak für Baritonsaxophon, 2 Violoncelli und 4 Perkussionisten, 2021 Topielica für Englischhorn solo und Ensemble, 2019 Event Horizon für 15 Instrumente, 2019 von Schwelle zu Schwelle für 13 Instrumente, 2015 Tituba für 8 Instrumente, 2013 Werke mit Stimme Denuo für Sopran und großes Ensemble, 2021 Four Poems by Rainer Maria Rilke für Sopran and 6 Instrumente, 2020 Firmamente, für Sopran, Violoncello, zu Gedichten von Brigitte Stanek, 2020 contra venenosos vermes für Cello solo und Vokalensemble, 2019 w poszukiwaniu Rzeczydźwięku für Sopran und Cello, 2019 Rovanemi für Sopran und Cello, Gedicht von Brigitte Stanek, 2017 in fremder fremde für Mezzosopran und Klavier, Gedicht von Semier Insayif, 2016 mori no sakana für Sopran, Bassklarinette und Cello, Gedicht von Erika Kimura, 2014 Die Geometrie des Himmels ist unerhört, Gedichte von Semier Insayif für Sprechstimme und kleines Ensemble, 2014 Sakubel Osil für Sopran, Flöte, Klarinette, Violin und Cello, 2008/neue Version 2014 Direkt für Sopran, Flöte und Cello, Psalm aus dem Alten Testament, 2007 Psalm 13 für Tenor, Flöte und Cello, Psalm aus dem Alten Testament, 2006 Gebet für Soprano und Cello, Gedicht von Małgorzata Hillar, 2005

Kammermusik Paysage Intime für Violoncello and Piano, 2022 Aquarelle 594KV, Miniatur für Flöte, Klarinette, Vibraphon, Violine und Violoncello, 2021 Erdschatten für Barockflöte und Harpsichord, 2021 Nyos für Violine und Violoncello, 2021 Plague für 8 Celli, 2020 Piwosznik für Bassklarinette und Cello, 2019 Heavy Gravity für 2 Violinen, 2019 Synapsen, vier Miniaturen für historische Instrumente (Blockflöte, Barockposaune und Gambe), 2018 Katakomben für Violine, Cello und Orgel, 2018 Anekdote über Stravinsky, Miniatur für Violine und Klavier, 2018 Coffin Ship für Cello und Akkordeon, 2018 Coffin Ship für Sopransaxophon und Akkordeon, 2018 sieben Affekte für Violine und Cello, 2017 Maledictio für Blockflöte, Querflöte, Harfe und Cembalo, 2017 Grenzgänge für Klavierquartett, 2016 Journay into the Subconscious für Flöte, Cello und Klavier, 2014 Elusive Thoughts für Violine, Viola und Cello, 2014 Memory Illussions für Violine und Harfe, 2014 Penrose Square für Saxophonequartett, 2014 5 Miniaturen für Saxophon, Klarinette, Akkordeon und Kontrabass, 2013 Hesitation für Cello und Klavier, 2012 Spannungsfelder für Cello und Kontrabass, 2012 5 Elemente für Gitarre und Klavier, 2010 Autismus für Flöte und Cembalo, 2010 Axon für Flöte und Klarinette, 2010 Asteria-Ortygia-Delos für Streichquartett, 2009 Wasser für Klaviertrio, 2008 1. Streichquartett, 2006

Solowerke Enigmatic Pathways für Viola solo, 2022 Suite Macabre für Violoncello solo, 2021 Sport ist Mord für Kontrabass solo, 2020 Impact für Violine solo, 2016 drei Gedanken für Klarinette solo, 2016 Guillotine für Cello solo, 2016 Guillotine für Kontrabass solo, 2016 Short Story für Gitarre solo, 2013 Reminiszenz für Violine solo 2013 Deuterium für Violine solo 2012 Double-headed für Horn solo 2012 Transformations für Cello solo, 2011 Verse für Cello solo, 2009

Auszeichnungen und Stipendien als Komponist 2024 Kulturförderpreis der Stadt Regensburg 2021 1. Preis bei Earplay Donald Aird International Composers Competition, USA 2021 1. Preis bei Gilgamesh International Composition Competition, USA 2021 Staatsstipendium für Komposition des österreichischen Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport 2020 1. Preis bei 1. Chalki International Composition Competition, Griechenland 2019 2. Preis bei Zemlinsky Prize 2019 2018 2. Preis bei 20th International Chopin & Friends Festival „New Vision“ Composition Competition 2017 1. Preis beim TONALi Kompositionswettbewerb 2016 spezial prize bei International composition competition Citta' di Udine 2015 Förderpreis für Musik der Stadt Wien 2014 Österreichisches Staatsstipendium für Komposition vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur 2014 Auszeichnung beim internationalen Wettbewerb Contemporanea 2014, Udine 2014 1. Preis beim Ernst Krenek Kompositionswettbewerb 2010 Startstipendium des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur 2009 1. Preis beim Kompositionswettbewerb für das Auftragswerk des Internationalen Joseph Haydn Kammermusikwettbewerbes, Wien 2009 Theodor-Körner-Preis in Sparte Kompositionausgezeichnete Arbeiten in 2009 auf der Website der Theodor Körner Fonds. 2009 2. Preis beim Internationalen Kompositionswettbewerb der Deutschen Hochdruckliga 2009 Kompositionsstipendium der Czibulka-Stiftung 2008 Kompositionsstipendium der Schweizer Thyll-Dürr-Stiftung 2008 2. Preis beim internationalen Franz Josef Reinl Kompositionswettbewerb 2006 1. Preis beim Kompositionswettbewerb für das Auftragswerk des Internationalen Joseph Haydn Kammermusikwettbewerbes, Wien

Diskographie Coffin Ship für Saxophon and Akkordeon, East West von Duo Aliada, Hänssler Classic, 2021 Contra Venenosos Vermes für Cello und gemischten Chor – Wrocławscy Kameraliści, 2019 Short Story für Gitarre Solo – Soundscapes III, Genuin classics, 2015 (Interpret: Rainer Stegmann) Tituba für gemischtes Ensemble – Exploring the World Vol. 2, Orlando Records, 2015 (Interpret: Reconsil Ensemble) Asteria-Ortygia-Delos für Streichquartett – Austrian Young Composers Vol. 3, Österreichischer Komponistenbund und IGNM (Interpret: Apollon Musagète Quartett) Asteria-Ortygia-Delos für Streichquartett – Contemporanea 2014, Globe Records (Interpret: Interensemble)

Weblinks Homepage von Tomasz Skweres Tomasz Skweres auf der Website des Musikverlags Doblinger Tomasz Skweres auf der Website von mica – music austria

Einzelnachweise

Kategorie:Komponist (Österreich) Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1984 Kategorie:Mann