Der Mazzucchetti-Gschwend-Übersetzungspreis, vormals Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis (), ist ein seit 2008 vergebener Literaturpreis.
Der Preis wird gemeinsam von der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien und dem italienischen Kulturministerium vergeben. Kooperationspartner des Preises sind das Literarische Colloquium Berlin, die Villa Massimo in Rom, das Goethe-Institut Rom und die Italienische Botschaft in Berlin in Zusammenarbeit mit dem lokalen Italienischen Kulturinstitut. Er soll den kulturellen Austausch zwischen beiden Ländern kontinuierlich fördern und in diesem Zusammenhang die wesentliche Bedeutung der literarischen Übersetzungen würdigen.
Der Preis wird alle zwei Jahre (von 2008 bis 2018 jährlich) abwechselnd in Rom bzw. Berlin von der Staatsministerin für Kultur und Medien und dem Italienischen Kulturminister in drei Kategorien vergeben: für eine herausragende, in den letzten vier Jahren erschienene Übersetzung,Mazzucchetti-Gschwend-Übersetzungspreis, lcb.de, abgerufen am 15. Juli 2024. für ein Lebenswerk (beide dotiert mit jeweils 10.000 Euro) und in Form eines Nachwuchspreises (2.500 Euro), der mit einem Aufenthalt in der Villa Massimo bzw. im Literarischen Colloquium Berlin verbunden ist.
Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch unabhängige Juroren aus beiden Ländern. Die Übersetzungen ins Italienische werden dabei durch eine italienische Jury bewertet, jene ins Deutsche durch deutsche Juroren, beide Jurys werden durch einen Vertreter aus dem jeweils anderen Team komplettiert.
Im Jahr 2024 wurde der Preis in Mazzucchetti-Gschwend-Übersetzungspreis umbenannt, um „die große Bedeutung von Frauen in der Übersetzungskunst“ im Allgemeinen und das Lebenswerk der Namenspatinnen Ragni Maria Gschwend und Lavinia Mazzucchetti, zweier „herausragender literarischer Persönlichkeiten“, im Besonderen zu würdigen.Mazzucchetti-Gschwend-Übersetzungspreis 2024: Feierliche Verleihung in Berlin würdigt herausragende literarische Übersetzungsleistungen und betont die Rolle der Frauen in der Übersetzungskunst. Auf bundesregierung.de, 12. Juni 2024.
Listen der Preisträger Preis für die beste Übersetzung Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis – Preis für die beste Übersetzung Jahr der Auszeichnung Übersetzer/-in Titelder Übersetzung Originaltitel und Autor/-in 2008 Domenico Pinto Dalla vita di un fauno Aus dem Leben eines Fauns von Arno Schmidt 2009 Sigrid Vagt Die Legende von Redenta Tiria La leggenda di Redenta Tiria von Salvatore Niffoi 2010 Bice Rinaldi Zündel se ne va Zündels Abgang von Markus Werner 2011 Barbara Kleiner Ein Engel an Güte Angelo di bontà von Ippolito Nievo 2012 Marina Pugliano und Julia Rader Un viaggio Eine Reise von H. G. Adler 2013 Hartmut Köhler (postum) La commedia La commedia von Dante 2014 Roberta Gado Caccia alla marmotta Murmeljagd von Ulrich Becher 2015 Moshe Kahn Horcynus Orca Horcynus Orca von Stefano D’Arrigo 2016 Ada Vigliani Forse Esther Vielleicht Esther von Katja Petrowskaja 2017 Victoria Lorini Edition Giorgio Vasari (45 Bd.) Vite von Giorgio Vasari 2018 Donata Berra La guerra invernale nel Tibet Der Winterkrieg in Tibet von Friedrich Dürrenmatt 2020 Verena von Koskull Die katholische Schule La scuola cattolica von Edoardo Albinati 2022 Agnese Grieco Annette, un poema eroico Annette, ein Heldinnenepos von Anne Weber 2024 Annette Kopetzki Die Lehman Brothers Qualcosa sui Lehman von Stefano Massini
Preis für das Lebenswerk Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis – Preis für das Lebenswerk Jahr der Auszeichnung Übersetzer/-in übersetzte Autoren/-innen 2008 Anita Raja u. a. Christa Wolf, Franz Kafka, Bertolt Brecht, Hans Magnus Enzensberger 2009 Marianne Schneider u. a. Leonardo da Vinci, Giacomo Leopardi, Alberto Vigevani, Gianni Celati 2010 (nicht vergeben) 2011 Maja Pflug u. a. Natalia Ginzburg, Cesare Pavese, Fabrizia Ramondino, Giovanni Orelli 2012 (nicht vergeben) 2013 Burkhart Kroeber u. a. Umberto Eco, Italo Calvino, Alessandro Manzoni 2014 (nicht vergeben) 2015 Ragni Maria Gschwend u. a. Claudio Magris, Fulvio Tomizza, Ignazio Silone, Ennio Flaiano 2016 (nicht vergeben) 2017 Reimar Klein u. a. Roberto Calasso, Giorgio Colli, Carlo Michelstaedter, Pier Paolo Pasolini 2020 Friederike Hausmann u. a. Girolamo Arnaldi, Carlo M. Cipolla, Luigi Pintor, Salvatore Settis 2022 Margherita Carbonaro u. a. Max Frisch, Thomas Mann, Herta Müller, Christoph Ransmayr 2024 Karin Krieger u. a. Alessandro Baricco, Andrea Camilleri, Elena Ferrante, Claudio Magris
Nachwuchsförderpreis Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis – Nachwuchsförderpreis Jahr der Auszeichnung Übersetzer/-in Titelder Übersetzung Originaltitel und Autor/-in 2008 Monica Pesetti Io e Kaminski und Leptis Magna Ich und Kaminski von Daniel Kehlmann und Leptis Magna von Hartmut Lange 2009 Esther Hansen Sardische Vendetta La memoria del vuoto von Marcello Fois 2010 Stefano Zangrando Adam e Evelyn Adam und Evelyn von Ingo Schulze 2011 Julika Brandestini Accabadora Accabadora von Michela Murgia 2012 Giusi Drago È morto Tito Tito ist tot von Marica Bodrožić 2013 Mirjam Bitter Brot und Unwetter Pane e tempesta von Stefano Benni 2014 Antonella Salzano Non sono un berlinese Ich bin kein Berliner von Wladimir Kaminer 2015 Julia Dengg Un giorno della vita Un giorno della vita von Giorgio Orelli 2016 Angela Scròfina und Ylenia Carola Ancora tempesta Immer noch Sturm von Peter Handke 2017 Martin Hallmannsecker Maestro Amor Maestro Amor von Luigi Pirandello 2018 Daria Biagi Materia prima Rohstoff von Jörg Fauser 2020 Carola Köhler Kobane Calling und Die Tage der Amsel Kobane Calling von Zerocalcare und I giorni della merla von Manuele Fior (Graphic Novels) 2022 Dafne Graziano Superbia Hochmut von Eva Menasse 2024 Moritz Rauchhaus Büchlein zum Lob Dantes Trattatello in laude di Dante von Giovanni Boccaccio
Weblinks Premio Italo-Tedesco per la Traduzione auf der Website des Centro per il Libro e la Lettura; abgerufen am 23. Oktober 2018.
Anmerkungen
Kategorie:Übersetzerpreis Kategorie:Deutsch-italienische Beziehungen Kategorie:Literaturpreis (Deutschland) Kategorie:Literaturpreis (Italien) Kategorie:Erstverleihung 2008