mini|Erich Eibl in Venedig (um 2012)
Erich Eibl (* 25. März 1945 in Neukirchen, Landkreis Eger) ist ein österreichischer Karikaturist.
Leben Eibl verbrachte seine Kindheit in Göllersdorf im Weinviertel. Nach der Volksschule besuchte er das Gymnasium in Stockerau. Im Jahre 1961 nach Wien übersiedelt, wurden seine Porträtkarikaturen von Heumarkt-Freistilringern in der Kronen Zeitung veröffentlicht. Es folgten politische Karikaturen und Zeichnungen für österreichische und deutsche Medien (u. a. in „Neues Österreich“, „Tageszeitung“, „Die Furche“, „Volksblatt“, „Stern“ und „Wochenpresse“). Von 1964 bis 1970 zeichnete Eibl als politischer Karikaturist für das „Volksblatt“. Während dieser Zeit widmete sich Eibl auch dem Studium an der Akademie der bildenden Künste (Malerei) in Wien.
1970 erschienen seine ersten Titelzeichnungen und Illustrationen in den Wirtschaftsmagazinen „profil“ und „Trend“, wo er ab 1971 als Grafiker arbeitete.
1973 ließ sich Eibl für einen schöpferischen Aufenthalt in New York für ein halbes Jahr karenzieren. Nach Wien zum Trend-Profil-Verlag zurückgekehrt, prägte er die Magazine „Trend“ und „profil“ als Art Director und es erschien im Profil der erste Eibl-Cartoon; die Cartoon-Seite hielt sich über viele Jahre. Eibl war als Karikaturist und Konzeptionist für Magazine, Zeitungen und Werbeagenturen tätig. Eine seiner Schwerpunkte waren Portraitkarikaturen.
Bis zum Ende seiner aktiven Berufstätigkeit erschienen seine Zeichnungen in „Der Spiegel“, „The New York Times“, „Oberösterreichische Nachrichten“, „Gewinn“, „Die Presse“, „Kronen Zeitung“, „auto touring“, in Schulbüchern, weiteren wirtschaftsorientierten Zeitschriften sowie solchen mit sozialer Ausrichtung.
Zeichnungen Eibls finden sich in Privatarchiven und im Karikaturmuseum in Krems (Landesmuseum St. Pölten). Im Jahr 2021 wurde eine Auswahl seiner Werke bei der Retrospektive "Schätze aus 20 Jahren. Karikaturen aus den Landessammlungen Niederösterreich", einem Best-Of an Karikaturen der Landessammlungen Niederösterreich, in Krems ausgestellt.
Eibl lebt zusammen mit seiner Ehefrau Anneliese in Wien und ist Vater einer Tochter. Er gilt als Kenner und Sammler historischer Opernaufnahmen. Daneben umfasst seine Sammelleidenschaft insbesondere Hörspiele.
Würdigungen Peter Michael Lingens über Erich Eibl: „Die Menschen, die er zeichnet, sind nie böse und nur selten schuld an ihrem Unglück. Viel eher sind sie Opfer einer tragischen-komischen Situation. … Erich Eibl ist der rare Fall eines selbst noch in seiner schärfsten Kritik barmherzigen Karikaturisten. Und das hat etwas mit dem Menschen Erich Eibl zu tun.“Eibl Erich, Politik & Doof Cartoons, Verlag Orac, Wien, 1985, Vorwort
Alfred Worm über Erich Eibl: „Erich Eibl ist kein Wadlzwicker und verzichtet daher auf dieses Recht [gemeint ist das Recht des Karikaturisten zu ätzen, zu beißen und zu verzerren]: Er spottet nicht, und er beleidigt niemanden. Die Figuren, die er pinselt, sind wie er selbst: amabile – liebenswert.“ Und weiter: „… er ist tolerant; freundlich zu jedermann und bescheiden.“Eibl Erich, Cartoons...und andere Zeichnungen von Eibl, Verlag Orac, Wien, 1982, Vorwort
Bruno Kreisky zu Erich Eibl: „Ich kenne Leute, die haben eine ausgeprägte Intelligenz. Sie manifestiert sich in der Weise, daß sie sich manche Karikaturen ziemlich lange ansehen und immer auf etwas Neues kommen. Und das bewundere ich, so auch bei Ihnen. Man kommt immer auf etwas Neues.“Eibl Erich, Pinselstriche Cartoons, Verlag Orac, Wien, 1988, Vorwort
Werke Buchpublikationen Cartoons und andere Zeichnungen von EIBL, Verlag Orac, Wien, 1982, ISBN 3-85368-912-4 Politik & Doof Cartoons, Verlag Orac, Wien, 1985, ISBN 3-7015-0009-6 Pinselstriche Cartoons, mit einem Vorwort von Bruno Kreisky, Verlag Orac, Wien, 1988, ISBN 3-7015-0158-0
Buchillustrationen Drei Löffel und ihre Abenteuer von Hans Krischanitz 1978 Verlag Swoboda Humor kennt keine Grenzen - Felix Dvorak erzählt Witze aus aller Welt 1980 Orac Verlag Gastritis Blues - die Unfähigkeit zum Glücklichsein von Hannes Vogler 1983 Hannibal Verlag Wir Tennisnarren von Peter Michael Lingens 1985 Orac Verlag 3 auf Draht von Robert Klement 1986 Jugend&Volk TENNIS-TYPEN-SPIEGEL von Helmut Hauer 1988 Orac Verlag KI LE MA ZE SCH - Pfoten weg! Hrsg. Andrea Bogad-Radatz, Irene Kunze 1991 Breitschopf Verlag TAROCK - Ein Wegweiser durch das königliche Spiel 1991 Dr. Friedrich Flensdrovsky ECKHAUS-Geschichten v. Beppo Beyerl 1992 Neuer Breitschopf Verlag Video-Haie küsst man nicht! Von Robert Klement 1996 Dachs Verlag Dorflesebuch - Erinnerungen an mein Dorf von Hannes Farnleitner 1996 Österreichischer Wirtschaftsverlag Hilfe! Fernsehvampire! von Robert Klement 1997 Hölder-Pichler-Tempsky Verlag Erlebnisreise "Geschichte" von Robert Klement 2001 GS-Multimedia Verlag Gerhard Suchy Spötter im Frack – Skurriles aus dem Orchestergraben / in deutscher und japanischer Sprache 2001 Bibliophile Edition So schaut's aus in Österreich von Peter Orthofer 2004 Axel Jentzsch bei Linde Verlag Wien FRANZ - ich war ein toller Hund - Gesellschaftliche Seitenblicke des Dackels Franz von Sepp Tatzel 2004 Bibliophile Edition Siegreich reisen! - Durch 99 Fettnäpfe rund um die Welt von Hannes Vogler 2012 Molden Verlag Wien
Einzelnachweise
Kategorie:Karikaturist (Österreich) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1945 Kategorie:Mann