zentriert|350px|US-Karikatur zum Hay-Bunau-Varilla-Vertrag Der Hay-Bunau-Varilla-Vertrag mit dem kurz zuvor von Kolumbien abgespaltenen Panama verschafft den USA die Panamakanalzone. zentriert|147px|Orville fliegt in Kitty Hawk Die Brüder Wright bauen das erste gesteuerte Motorflugzeug. 193px|zentriert|Aleksandar und Draga Obrenović Der serbische König Alexander I.und seine Gattin Dragawerden von serbischen Offizierenim Königspalast ermordet. zentriert|147px|Szene aus The Great Train Robbery Edwin S. Porter dreht den ersten Western: Der große Eisenbahnraub. 1903 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1351/52 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1895/96 (Jahreswechsel 11./12. September) Baha'i-Kalender 59/60 (Jahreswechsel 20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1308/09 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2446/47 (südlicher Buddhismus); 2445/46 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 76. (77.) Zyklus Jahr des Wasser-Hasen 癸卯 (seit 29. Januar, davor Wasser-Tiger 壬寅) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1265/66 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4236/37 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1281/82 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1320/21 (30./31. März) Japanischer Kalender Meiji 36 ();Kōki 2563 Jüdischer Kalender 5663/64 (21./22. September) Koptischer Kalender 1619/20 (11./12. September) Malayalam-Kalender 1078/79 Rumi-Kalender (Osmanisches Reich) 1318/19 (1. März) Seleukidische Ära Babylon: 2213/14 (Jahreswechsel April) Syrien: 2214/15 (Jahreswechsel Oktober) Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2445/46 (1. April) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1959/60 (Jahreswechsel April)
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Europa
1. Januar: Adolf Deucher wird zum dritten Mal Bundespräsident der Schweiz. 3. Januar: In Wien beginnt eine deutsch-tschechische Ausgleichskonferenz für Böhmen. Die Verwaltungsbezirke sollen in deutsche, tschechische und zweisprachige Bezirke neu gegliedert werden. Die Konferenz wird am 20. Januar 1903 ergebnislos abgebrochen, nachdem die Tschechen die Gleichberechtigung beider Sprachen forderten. 2. April: Die französische Regierung verpflichtet alle Gemeinden zum Bau öffentlicher Schulgebäude. 1600 konfessionelle Schulen müssen ihre Tätigkeit bis zum 31. Juli 1903 einstellen. 9. April: Der russische Zar setzt die finnische Verfassung außer Kraft. Ein Ausnahmegesetz gibt dem Generalgouverneur Nikolaj Bobrikow diktatorische Vollmachten. 19. April: In Kischinew/Russland kommt es zu dreitägigen Massenpogromen von russischen Christen gegen Juden, bei denen die Polizeikräfte nicht eingreifen. Nach internationalen Protesten erklärt das russische Innenministerium die Judenverfolgung mit deren sozialistischen Aufruhr gegen Zar Nikolaus II. Journalisten vermuten eher eine Sündenbock-Politik angesichts der Wirtschaftsmisere, der weitverbreiteten Armut und wachsenden Arbeiterunruhen. 1. Mai: Der Staatsbesuch König Edwards VII. in Frankreich leitet die britisch-französische Annäherung ein; am 6. Juli folgt der Gegenbesuch des französischen Präsidenten Émile Loubet mit seinem Außenminister Delcassé. Das Verhältnis beider Staaten war seit der Faschoda-Krise 1898 getrübt, mündet nun aber 1904 in den Abschluss der Entente Cordiale. 11. Juni: Der serbische König Alexander I. und seine Gattin Draga werden von serbischen Offizieren im Königspalast ermordet. 12. Juni: In Frankreich wird die zweijährige Wehrpflicht eingeführt. Die Friedensstärke des Heeres wird auf 600.000 Mann festgelegt. 16. Juni: Bei den Wahlen zum 11. Deutschen Reichstag erhält die SPD 31,7 % und 81 Mandate, das Zentrum 19,8 % und 100 Mandate, die Deutsch-Konservativen 10,0 % und 54 Mandate und die Nationalliberalen 13,9 % und 51 Mandate. Damit behalten die Befürworter von Schutzzöllen und Flottenvorlage eine komfortable Mehrheit (237 der 397 Sitze). 19. Juni: Die Kantonspolizei Bern legt eine Akte über den bereits in anderen Kantonen als notorischer Unruhestörer polizeiauffällig gewordenen italienischen Sozialisten Benito Mussolini an.
mini|links|Peter I. nach der Krönung am 15. Juli 20. Juni: Aufgrund des zwischen dem Königreich Schweden und dem Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin geschlossenen Vertrages endet die schwedische Herrschaft über Wismar, Neukloster und Poel auch de jure. 24. Juni: Peter I. wird neuer König von Serbien. 29. Juli: Blutige Niederwerfung von Streiks und Unruhen in Kiew, Odessa, Tiflis und Baku durch russisches Militär 30. Juli: In Brüssel wird insgeheim der II. Parteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands eröffnet. Er muss bald darauf nach London verlegt werden, weil die Polizei die Delegierten zum Verlassen Belgiens auffordert. 2. August: Am Elias-Tag erhebt sich die christliche Bevölkerung in Makedonien, organisiert durch die Geheime Makedonisch-Adrianopeler Revolutionäre Organisation gegen die osmanisch-türkische Herrschaft im Ilinden-Preobraschenie-Aufstand. Die kurzlebige Republik Kruševo wird gegründet. Am 6. August, Verklärungstag dehnt sich der Aufstand auch auf Ostthrakien aus. Die Rebellion wird von osmanischen Truppen niedergeschlagen, dabei sterben tausende Kämpfer und Zivilisten, 200 Dörfer werden dem Erdboden gleichgemacht, was eine Flüchtlingswelle auslöst. 22. August: Die Streiks der Crimmitschauer Textilarbeiter beginnen; teilweise streiken über 9.300 Arbeiter 11. August: Nach der Ermordung des russischen Konsuls Rostkowski in Monastir durch einen türkischen Gendarmen fordert der russische Außenminister Wladimir Nikolajewitsch Lamsdorf nicht nur die Bestrafung des Mörders, sondern auch die Entlassung aller türkischen Beamten, denen Übergriffe gegenüber Christen vorgeworfen werden.
23. August: 6. Zionistenkongress in Basel: Theodor Herzl schlägt als provisorische Lösung für die bedrohten ukrainischen Juden eine Heimstatt in Uganda vor; Endziel bleibe aber ein Staat in Palästina. 23. August: Auf ihrem zweiten Parteitag in Brüssel und London bilden sich in der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands die Fraktionen der Bolschewiki und Menschewiki heraus. 11. September: Die Wahlen zum norwegischen Parlament enden mit erheblichen Verlusten für die liberale Regierungspartei. 13. September: Der Parteitag der SPD in Dresden lehnt den von Eduard Bernstein vertretenen Revisionismus ab. August Bebel setzt sich mit seiner Politik gegen seine innerparteilichen Gegner durch. 3. Oktober: Abkommen von Mürzsteg zwischen Russland und Österreich-Ungarn im Jagdschloss Mürzsteg, die den Bestand des Osmanischen Reichs garantieren, dieses zugleich aber zu Reformen in Makedonien auffordern
mini|links|Die WSPU in Kingsway 1911 10. Oktober: Sechs Frauen um Emmeline und Christabel Pankhurst gründen in Manchester die Women’s Social and Political Union, eine Frauenstimmrechtsvereinigung. Sie sind die ersten, die den Beinamen Suffragetten bekommen werden. In Russland wird die sozialistische zionistische Jugendorganisation Zeire Zion gegründet.
Vereinigte Staaten/Karibik/Zentralamerika
23. Februar: Die USA pachten von Kuba für 99 Jahre die Bucht von Guantánamo als Marinestützpunkt. Die jährliche Pacht beträgt 2000 $. 3. März: Der US-Kongress genehmigt ein neues Einwanderungsgesetz. Einwanderer sollen eine Kopfsteuer zahlen, Anarchisten sollen von der Einwanderung ausgeschlossen werden. 14. März: Der US-Senat ratifiziert den Hay-Herrán-Vertrag mit Kolumbien über den Panamakanal. 17. Oktober: Die USA und Großbritannien einigen sich auf den Verlauf der Grenze zwischen Alaska und Kanada.
mini|hochkant|Holding Up The Wrong Man, Karikatur zur Einmischung Roosevelts in Panama 3. November: Landung von US-Kriegsschiffen in Panama, dessen Sezession von Kolumbien mit dieser von den USA inszenierten Aktion (auch „Operettenrevolution“ genannt) in die Wege geleitet wird 18. November: In Washington D.C. wird der Hay-Bunau-Varilla-Vertrag zwischen den USA und Panama geschlossen, der den USA die Panamakanalzone samt Hoheitsrechten verschafft.
Südamerika
10. Januar: Unterzeichnung eines Abrüstungsvertrags zwischen Chile und Argentinien 17. Januar: Während der Blockade der venezolanischen Küste durch britische, italienische und deutsche Kriegsschiffe wird das deutsche Kriegsschiff Panther von dem Fort San Carlos beschossen. Daraufhin zerstören die Kriegsschiffe Gazelle, Vineta und Panther am 22./23. Januar 1903 das Fort. Seit September 1901 forderten Großbritannien, Italien und das Deutsche Reich von Venezuela Entschädigungen für die ihnen entstandene Verluste infolge von revolutionären Unruhen. Venezuela verweigerte diese Entschädigungszahlungen und erschwerte den Handel ausländischer Unternehmen. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, begannen die europäischen Mächte mit der Blockade. Venezuela beugt sich am 24. Februar 1903 den europäischen Ansprüchen. 17. November: Der Vertrag von Petrópolis regelt die Abtretung der Region Acre von Bolivien an Brasilien.
Afrika
17. Juli: Frankreich und Spanien einigen sich auf die Aufrechterhaltung des Status quo in Marokko. Sokoto wird von den Briten unter Frederick Lugard geschlagen. Die von Sokoto losgelöste Region von Konni wird Französisch-Westafrika zugeschlagen.
Indien/China
5. Mai: Großbritannien deklariert den Persischen Golf als „Teil der indischen Grenze“. Dies ist eine Warnung an das Deutsche Reich wegen des Baues der Bagdadbahn und an Russland wegen dessen persischen Interessen. Beginn des Britischen Tibetfeldzugs Der zweite Delhi Durbar wird abgehalten. 1. Dezember: Die chinesische Regierung ordnet die Modernisierung und Reorganisation der Armee an. Japanische Instrukteure bilden die Garnisonen in Peking und kaiserliche Garde aus.
Japan/Korea
13. Dezember: Japanische Truppen landen im koreanischen Mokpo, um gegen streikende Arbeiter vorzugehen. Dabei kommt es zu Zusammenstößen.
Wirtschaft Geldwirtschaft und Wirtschaftslenkung
16. Juli: In Berlin findet eine internationale Währungskonferenz statt. Es wird ein festes Wechselverhältnis zwischen Silber- und Goldwährungen beschlossen. 19. August: In den USA will Präsident Theodore Roosevelt die industriellen Großunternehmen durch die Antitrust-Gesetzgebung auf das öffentliche Wohl verpflichten.
Handels- und Wirtschaftsverbände
29. Januar: Die American Chamber of Commerce in Germany entsteht als erster bilateraler Handelsverband in Deutschland. 21. Juni: In Frankfurt am Main wird der Bund Deutscher Architekten (BDA) gegründet. 24. Mai: Im Hotel Silber in Stuttgart wird die Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung gegründet, die 1911 in den Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) umgewandelt wird. 20. September: Die AFMA (Anstalt für musikalische Aufführungsrechte) entsteht, eine Vorgängerorganisation der GEMA.
Patente und Marken
16. Juni. Der US-amerikanische Apotheker Caleb Bradham erhält das Markenzeichen Pepsi-Cola für das von ihm zehn Jahre zuvor erfundene Erfrischungsgetränk geschützt. 1. Oktober: Reinhold Burger erhält in Deutschland ein Patent auf die von ihm erforschte Isolierkanne. Nach dessen späterem Verkauf werden ab dem Jahr 1920 Thermoskannen als Produkt serienweise hergestellt. 13. Dezember: Der italienische Immigrant Italo Marchioni in Hoboken (New Jersey) erhält das US-Patent Nummer 746.971 für die von ihm erfundene Maschine zur Herstellung von Eistüten aus Waffelteig.
Unternehmensgründungen und -entwicklungen
19. Mai: David Dunbar Buick gründet in Detroit, Michigan, die Buick Motor Company. 16. Juni: Henry Ford gründet in Detroit, Michigan, die Ford Motor Company. 1. Juli: In Essen wird die Firma Krupp in eine Aktiengesellschaft (Friedrich Krupp AG) umgewandelt. 25. Juli: Die Ford Motor Company beginnt mit dem Vertrieb ihres ersten Autos, des „Model A“.