mini|Feier zur Verleihung des Kulturpreises 1966 im Ratssaal des Kieler Rathauses. Am Rednerpult: Stadtpräsident Hermann Köster Der Kultur- und Wissenschaftspreis der Stadt Kiel – ursprünglicher Name Kulturpreises der Stadt Kiel – ist eine mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung, die von der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel anlässlich der Kieler WocheDoris Tillmann, Johannes Rosenplänter (Hrsg.): Kiel Lexikon. Wachholtz, Neumünster 2011, ISBN 978-3-529-02556-3, Lemma Kultur- und Wissenschaftspreis der Stadt Kiel, S. 201–203. vergeben wird. Mit dem Preis werden Einzelpersonen, Gruppen oder Institutionen ausgezeichnet, „deren Wirken in besonderer Beziehung zu Kiel oder zu Schleswig-Holstein steht und die sich hervorragende Verdienste, auch über das Land hinaus, erworben haben“.

Geschichte

Erster Preisträger des 1952 eingeführten Kulturpreises der Stadt Kiel war der Maler Emil Nolde. Seitdem wurde der Preis – mit Ausnahme der Jahre 1957, 1978, 1993, 1995, 1997 und 1999 – jährlich vergeben. Seit 2001 trägt die Auszeichnung den Titel Kultur- und Wissenschaftspreis und seine Vergabe als Kulturpreis oder als Wissenschaftspreis erfolgt in einem jährlichen Wechsel.

Im Jahr 1957 wurde der Preis nicht vergeben, weil der Vorschlag Gustav Rudolf Sellner keine Zustimmung fand und weil Gustaf Gründgens als Ersatzkandidat eine Annahme ablehnte. 1978 verzichtete der Maler Heinrich Basedow wegen der Diskussionen um seine politische Vergangenheit auf die Ehrung.Doris Tillmann, Johannes Rosenplänter (Hrsg.): Kiel Lexikon. Wachholtz, Neumünster 2011, ISBN 978-3-529-02556-3, Lemma Kultur- und Wissenschaftspreis der Stadt Kiel, S. 201.

Preisträger 1952: Emil Nolde, Maler 1953: Eduard Erdmann, Pianist und Komponist 1954: Reinhold Tüxen, Landschaftsgestalter und Pflanzensoziologe 1955: Andreas Gayk, Oberbürgermeister von Kiel (Postume Verleihung) 1956: Hans Egon Holthusen, Schriftsteller und Essayist 1957: Keine Vergabe 1958: Internationale Wettbewerbe: 1. Preis Anne Kültzer-Winter für die Wandgestaltung im Opernhaus Kiel 1959: Kulturpreis in vier gleichen Teilen: Helmut Seemann, Berlin, Wolf Hirtreiter, München, Fritz During, Raisdorf und Klaus Pfeifer, Freiburg im Breisgau, für die Freiplastik auf dem Seegartenplatz 1960: Wolfgang Liepe, Gelehrter und Hebbel-Forscher 1961: Detlef Kraus, Pianist und Hal Koch, Förderer der Volkshochschulbewegung in Dänemark 1962: Lilli Martius, Kunsthistorikerin 1963: Wilhelm Lehmann, Dichter und Schriftsteller 1964: Bernhard Minetti, Schauspieler 1965: Wilhelm Neveling, Architekt BdA 1966: Peter Ronnefeld, Komponist, bis 1965 Generalmusikdirektor in Kiel (Postume Verleihung) 1967: Per Hækkerup, dänischer Außenminister und Politiker 1968: Rudolf Hell, Erfinder und Unternehmer 1969: Yun I-sang, Komponist 1970: Fritz Baade, Wirtschaftswissenschaftler 1971: Troels Fink, Kgl. dänischer Generalkonsul in Flensburg 1972: Peter Cornelius, Fotograf 1973: Stanisław Lorentz, Musikwissenschaftler, Museologe und Kunsthistoriker 1974: Hans-Jürgen Heise, Lyriker 1975: Hilda Heinemann, Kulturpolitikerin 1976: Alfred Kamphausen, Museumsdirektor 1977: Peter Nagel, Maler und Grafiker 1978: Keine Vergabe 1979: Ernst Schlee, Museumsdirektor 1980: Hans Gebhard, Chorleiter und Organist 1981: Harald Duwe, Maler 1982: Karl Dietrich Erdmann, Historiker 1983: Heinz Reincke, Schauspieler 1984: Johannes Gebhardt, Keramiker 1985: Karl Rickers, Journalist 1986: Hartwig Beseler, Kunsthistoriker 1987: Carla Henius, Mezzosopranistin 1988: Raffael Rheinsberg, Bildender Künstler 1989: Wolfdietrich Schnurre, Schriftsteller 1990: Diethelm Hoffmann, Präsident der Architekten- und Ingenieurkammer 1991: Jens Christian Jensen, Kunsthistoriker 1992: Klaus Tennstedt, Dirigent 1993: Keine Vergabe 1994: Polnisches Theater, TheaterensembleDoris Tillmann, Johannes Rosenplänter (Hrsg.): Kiel Lexikon. Wachholtz, Neumünster 2011, Lemma Polnisches Theater, S. 286. 1995: Keine Vergabe 1996: Wolfgang Butt, Skandinavist, Übersetzer 1997: Keine Vergabe 1998: Annemarie Zornack, Lyrikerin 1999: Keine Vergabe 2000: Elsbeth Arlt, Bildende Künstlerin 2001: Karl Lennert, Pathologe 2002: Friederike Woebcken, Chorleiterin und Musikpädagogin 2003: Herbert Giersch, Wirtschaftswissenschaftler 2004: Hans Kock, Bildhauer 2005: Stefan Rose-John, Biochemiker und Stefan Schreiber 2006: Eckart Cordes, Buchhändler 2007: Heinrich Detering, Literaturwissenschaftler und Klaus Wallmann Meeresgeologe und Chemiker 2008: Stefan von Dobrzynski, Jazzmusiker 2009: Friedhelm Taube, Agrarwissenschaftler und Konstantin Khalturin, Zoologe 2010: Feridun Zaimoglu, Schriftsteller 2011: Uta Pohl-Patalong, Theologin und 2012: Jolanta Sutowicz, Festivaldirektorin und Bernhard Schwichtenberg, Bildender Künstler 2013: Martina Gerken, Elektrotechnikerin und Robert Alexy, Rechtswissenschaftler 2014: Cristóbal Halffter, Komponist 2015: Rainer Herges, Chemiker 2016: Ulrich Behl, Zeichner, Grafiker, Objektkünstler 2017: Ruth Schmitz-Streit, Mikrobiologin 2018: Marko Gebbert, Schauspieler 2019: Annette Haug, Archäologin 2020: Arne Rautenberg, Lyriker 2021: Daniela Berg, Neurologin 2022: Gudrun Wassermann, Bildende Künstlerin, Dokumentarfilmerin 2023: Hinrich Schulenburg, Evolutionsökologe und Genetiker 2024: Ellen Dorn, Schauspielerin 2025: Claudia Baldus, Medizinerin 2026: Oswald Egger, Lyriker

Quellen

Stand 2025: Kultur- und Wissenschaftspreise der Stadt Kiel Stand 2010: Doris Tillmann, Johannes Rosenplänter (Hrsg.): Kiel Lexikon. Wachholtz, Neumünster 2011, ISBN 978-3-529-02556-3, Lemma Kultur- und Wissenschaftspreis der Stadt Kiel, S. 201–203.

Einzelnachweise

Kategorie:Kultur (Kiel) Kategorie:Wissenschaft in Kiel Kategorie:Auszeichnung (Schleswig-Holstein) Kategorie:Regionale Auszeichnung Kategorie:Kulturpreis (Deutschland) Kategorie:Wissenschaftspreis (Deutschland) Kategorie:Erstverleihung 1952