Volk in Bewegung & Der Reichsbote (ViB) ist eine als rechtsextrem und neonazistisch eingestufte Zeitschrift. Sie erscheint seit 2008 im neonazistischen Nordlandverlag im thüringischen Fretterode und ist das Nachfolgeprojekt von Volk in Bewegung, von 2000 bis 2007 beim Verlags- und Medienhaus Hohenberg verlegt. Darin aufgegangen ist der Der Reichsbote. Anzeiger des Freistaates Preussen. Zeitung für Politik, Wirtschaft und Kultur (2004–2008). Herausgeber ist der militante Neonazi Thorsten Heise.
Geschichte Die Aktivitäten der Zeitschrift waren Gegenstand zahlreicher Verfassungsschutzberichte, so wird sie im Verfassungsschutzbericht 2009 des Bundesministeriums des Innern (BMI) als neonazistisch klassifiziert.Bundesministerium des Innern (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht 2009. Berlin 2010, S. 132. Laut Jörg Geibert, Innenminister von Thüringen, erschienen in der Zeitschrift „größtenteils neonazistische und geschichtsrevisionistische“ Beiträge.Jörg Geibert: Aktuelles Lagebild über die verschiedenen Erscheinungsformen des Politischen Extremismus in Thüringen. In: Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz (Hrsg.): Wehrhafte Demokratie und Verfassungsschutz. Erfurt 2011, S. 20. Speziell gehe es auch um die deutsche Kriegsschuldfrage.Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht 2009. Hannover 2010, S. 105. Zum Teil werden antisemitische Verschwörungstheorien kolportiertBundesministerium des Innern (Hrsg.): Antisemitismus in Deutschland. Erscheinungsformen, Bedingungen, Präventionsansätze. Berlin 2011, S. 21. und entsprechende „Sprachcodes“ verwendet, so der Unabhängige Expertenkreis Antisemitismus beim BMI.Bundesministerium des Innern (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht 2013. Berlin 2014, S. 126. Christoph Kopke, Antisemitismusforscher, verortet das Periodikum ebenfalls im Neonazismus und verweist auf den Nordland-Verlag aus dem Dritten Reich.Christoph Kopke: Nordland-Verlag (1933–1945). In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Band 6: Publikationen. Im Auftrag des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. De Gruyter Saur, Berlin u. a. 2013, ISBN 978-3-11-025872-1, S. 503 f. Der Fachjournalist Anton Maegerle bezeichnet die Zeitschrift NS-apologetisch und nennt rechtsextreme Referenten bei Lesertreffen aus dem europäischen Ausland.Anton Maegerle: FPÖ-Politiker referiert vor Neonazis. Blick nach Rechts, 21. September 2012.
In der Zeitschrift wurde laut Angaben der Bundesregierung 2013 die Identitäre Bewegung mehrmals positiv dargestellt.Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Heidrun Dittrich, Jens Petermann und der Fraktion DIE LINKE (Drucksache 17/14749): Rechtsextreme Tendenzen in der „Identitären Bewegung“. Deutscher Bundestag, Drucksache 17/14811, 1. Oktober 2013, S. 5.
Zu den Autoren des Blattes gehören u. a. Ulf Bergmann, Rigolf Hennig, Gerd Honsik, Sascha Krolzig, Horst Mahler, Richard Melisch, Alois Mitterer, Bernhard Schaub, Dietrich Schuler, Tomislav Sunić, Angelika Willig und Gerd Zikeli.
Des Weiteren sehen sowohl Kreise der AfD als auch das Bundesamt für Verfassungsschutz es als gesichert an, dass Björn Höcke unter dem Pseudonym Landolf Ladig für die Zeitschrift schrieb. Höcke dementierte dies.
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Einzelnachweise
Kategorie:Neonazistische Organisation Kategorie:Rechtsextreme Zeitschrift Kategorie:Antisemitisches Periodikum Kategorie:Geschichtsrevisionismus (deutscher Rechtsextremismus) Kategorie:Zeitschrift (Thüringen) Kategorie:Deutschsprachige zweimonatliche Zeitschrift Kategorie:Ersterscheinen 2008