Manaurie (, ) ist ein Dorf mit Einwohnern (Stand: ) in der südwestfranzösischen Gemeinde Les Eyzies im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Als bis 2018 selbstständige Gemeinde gehörte Manaurie zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda. Die Bewohner werden Manauriens und Manauriennes genannt.
Der Erlass der Präfektin vom 11. Oktober 2018 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2019 die Eingliederung von Manaurie als Commune déléguée zusammen mit den früheren Gemeinden Les Eyzies-de-Tayac-Sireuil und Saint-Cirq zur Commune nouvelle Les Eyzies fest.
Geografie
Manaurie liegt etwa 33 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa 19 Kilometer westnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 42 Kilometer nordnordöstlich von Bergerac in der Landschaft des Périgord noir, im gleichnamigen, touristisch benannten Landesteil. Das Ortsgebiet erstreckt sich über den nordwestlichen Teil von Les Eyzies. Es liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von den Flüsschen Manaurie, Ruisseau de Navarre, Labinche und Ruisseau de Lavaure. Der Ort erstreckt sich über eine waldreiche Hügellandschaft, deren Erhebungen Höhen über erreichen. Sein Gebiet wird von den genannten Fließgewässern markant eingeschnitten und vom Tal der Vézère im Südosten begrenzt. Der topografisch höchste Punkt im Ortsgebiet mit befindet sich im Norden am Weiler Calais an der Grenze zur Nachbargemeinde Fleurac. Der tiefste Punkt mit wird im äußersten Osten beim Austritt der Manaurie aus dem Ortsgebiet angetroffen. Das Zentrum des Orts befindet sich oberhalb des Tals der Manaurie auf etwa Höhe.
Umgeben wird Manaurie von drei Nachbargemeinden und zwei Communes déléguées von Les Eyzies:
Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes ist spät belegt am Ende des 14. Jahrhunderts in der Form Manauria (1382). Er kommt von einem Personennamen germanischen Ursprungs, Manaud, ansonsten weit vertreten im Okzitanischen, gleichermaßen mit den Varianten Maynaud und Magnaud. Diese Art von Namensbildung mit dem Suffix -erie oder -ie ist im Périgord verbreitet und steht im Zusammenhang mit den Rodungen im Mittelalter.Siehe Tanet, Hordé, Seite 208
Die Gegend um Manaurie war dank ihrer strategischen Lage an mehreren Wasserläufen und wildreichen Wäldern bereits in prähistorischer Zeit besiedelt. Sie beherbergt bedeutende archäologische Stätten im Vézère-Tal. Die Fundstätte Micoque, eine der ältesten prähistorischen Stätten der Region, zeugt von einer mehrere hunderttausend Jahre währenden menschlichen Besiedlung. Der Ort ist außerdem für den Abri du Poisson (Fischunterstand) bekannt, wo der Prähistoriker Jean Marsan 1912 eine einzigartige Fischskulptur aus der Gravettien-Zeit entdeckte. Die Fundstätte Oreille d’Enfer () vervollständigt dieses reiche Erbe aus der Altsteinzeit.
Im 12. Jahrhundert geriet der Ort in den Mittelpunkt der Rivalitäten zwischen Frankreich und England. 1152 trat die Heirat von Eleonore von Aquitanien mit Heinrich II. das Périgord an die Engländer ab. In der Folge brachen zahlreiche Konflikte zwischen den Königreichen Frankreich und England aus. Beide erhoben bis 1454, dem Jahr der Schlacht bei Castillon, Anspruch auf das Gebiet. Die Franzosen errangen in dieser Zeit einen Sieg über die Engländer.
Die Dordogne-Region war zudem stark von den Hugenottenkriegen zwischen Katholiken und Protestanten zwischen 1562 und 1598 betroffen. In der Gegend um Manaurie wurden in dieser Zeit viele Schlösser errichtet, darunter das Herrenhaus Roucaudou.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 war Manaurie eines der designierten Gastdörfer zur Aufnahme der evakuierten elsässischen Bevölkerung, insbesondere der Einwohner von Marckolsheim.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Die einschiffige romanische Pfarrkirche Saint-Pierre-ès-Liens mit ihrem Glockengiebel stammt aus dem 12. Jahrhundert, doch wurde sie nach dem Ende des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) in einfachen gotischen Formen überarbeitet. Sie erhielt größere Fenster, ein neues Westportal und einen großen Kapellenanbau auf der Südseite. Die kleine Apsis hat einen flachen Abschluss. Das außerhalb des Ortes stehende Renaissanceschlösschen Roucaudou hat einen runden Treppenturm auf der Nordseite und einen nach Süden orientierten Wohntrakt mit Kreuzstockfenstern. Ein älterer Donjon befindet sich in unmittelbarer Nähe. Der Baukomplex wurde im Jahr 1974 als Monument historique eingeschrieben und wird heute als Landhotel genutzt. Nahe der Grenze zum Nachbarort Les Eyzies-de-Tayac-Sireuil finden sich mehrere Abris, unter denen wahrscheinlich schon prähistorische Menschen Schutz suchten; in späterer Zeit wurden hier Häuser errichtet. Trotz seines mittelalterlichen Aussehens stammt das Schloss Cap Del Roc aus dem 19. Jahrhundert. Das Schloss Lortal wurde im 17. Jahrhundert im Renaissance-Stil errichtet. Im Jahr 1690 war der Seigneur von Lortal ein Meister-Eisenschmied in Manaurie. Chartreuse La Sablière
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Gemeindeauflösung 2018 Kategorie:Commune déléguée im Département Dordogne Kategorie:Les Eyzies Kategorie:Ersterwähnung 1382