Die Liste von Flugzeugentführungen stellt eine Auswahl von Entführungsfällen dar.
1968 bis 1980 Datum Vorfall Tote Erste Entführung durch palästinensische Gruppen, bei der drei Mitglieder der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) ein El-Al-Flugzeug auf dem Weg von Rom nach Athen in ihre Gewalt brachten. Nach Algier umgeleitet, dauerten die Verhandlungen über 40 Tage. Sowohl die Entführer als auch die Geiseln kamen frei, Israel entließ im Gegenzug 16 palästinensische Häftlinge.Michael Newton: The Encyclopedia of Kidnappings, S. 96, Facts On File, New York 2001 (englisch) Dies war die erste und einzige erfolgreiche Entführung eines El-Al-Fluges. Leila Chaled und ein weiterer PFLP-Aktivist entführten am 29. August die Maschine auf dem Flug TWA 840 auf dem Weg von Rom nach Tel Aviv. Anders als erwartet war Jitzchak Rabin, damals israelischer Botschafter in den Vereinigten Staaten, nicht an Bord. Die Entführer dirigierten die Maschine nach Damaskus. Dort ließen sie bis auf zwei jüdische Passagiere alle Geiseln frei. Am Boden sprengten die Entführer die Boeing 707; das Bild vom abgerissenen Cockpit ging um die Welt. Im Dezember gestattete Syrien den israelischen Passagieren die Ausreise nach Athen und erhielt im Gegenzug 13 gefangene Syrer zurück. Das Flugzeug wurde repariert mit der Nase der 1968 verunfallten 707 von BOAC-Flug 712. Eine Boeing 727 wurde auf einem Flug von Tokio-Haneda nach Fukuoka von 9 Entführern der Rote Armee Fraktion (Japan) entführt. Die Entführer wollten ursprünglich nach Havanna, sie sind jedoch letztendlich in Pjöngjang gelandet, wo auch die letzten Geiseln freigelassen wurden. Bei dieser Flugzeugentführung gab es keine Todesopfer (siehe auch Japan-Air-Lines-Flug 351). bis12. September 1970 Bewaffnete Mitglieder der PFLP kaperten am 6. September vier Flugzeuge, die sich auf dem Weg nach New York City befanden: Die Maschinen auf den Flügen TWA 741 (planmäßige Route TLV – ATH – FRA – JFK) und Swissair 100 (ZRH – JFK) landeten auf dem ehemaligen Militärflugplatz Dawson’s Field bei Zarqa, Jordanien. Im Falle des El Al-Flugs 219 (TLV – AMS – JFK) vereitelte ein durch die Piloten durchgeführter Sturzflug die Entführung: die Entführerin Leila Chaled wurde überwältigt und nach der Landung in London festgenommen, ihr nicaraguanisch-US-amerikanischer Begleiter Patrick Argüello von einem an Bord befindlichen Sicherheitsmann erschossen. Zwei weiteren PFLP-Mitgliedern war der Einstieg zum El Al-Flug verwehrt worden; so entführten sie stattdessen die Maschine auf dem Pan Am-Flug 93 (BRU – AMS – JFK) nach Kairo. Am 9. September kaperte ein PFLP-Sympathisant ein fünftes Flugzeug auf dem BOAC-Flug 775 (BOM – BAH – BEY – LHR) und zwang dieses ebenfalls zur Landung auf Dawson’s Field, um Leila Chaled freizupressen. Die Entführer ließen die nicht-jüdischen ihrer Geiseln frei und sprengten am 12. September die Flugzeuge. König Hussein verhängte daraufhin das Kriegsrecht, der Beginn des Schwarzen Septembers. Gegen US-amerikanischen Widerstand ließ Großbritannien Leila Chaled frei, im Austausch gegen die verbliebenen Geiseln; sechs weitere militante Palästinenser wurden aus schweizerischen und deutschen Gefängnissen freigelassen. 115. Oktober 1970Die erste bekannte Entführung aus der Sowjetunion fand am 15. Oktober 1970 statt. Ein Litauer und sein Sohn saßen in einer Antonow An-24B der sowjetischen Aeroflot (CCCP-46256) auf dem Flug von Batumi nach Sochumi und erzwangen eine Abweichung in die Türkei. Eine Flugbegleiterin wehrte sich zuvor und wurde von den Entführen erschossen.https://de.rbth.com/geschichte/88987-udssr-ersten-mal-passagierflugzeug-erfolgreich--ausland-entführtZwischenfallbericht AN-24B CCCP-46256, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 19. Januar 2025.1 Ein Mann, der sich selbst Dan Cooper nannte, entführte eine Boeing 727 der Northwest Orient Airlines und erhielt im Austausch für die 30 Passagiere 200.000 Dollar und vier Fallschirme. Er ließ die Maschine Richtung Mexiko fliegen, sprang aber während des Fluges mit Fallschirm und Lösegeld über die Heckklappe der 727 ab. Der Fall wurde nie aufgeklärt. bis 23. Februar 1972 Arabische Terroristen der PFLP unter Wadi Haddad entführten eine Boeing 747 („Baden-Württemberg“) der Lufthansa auf dem Flug von Tokio nach Frankfurt und zwangen sie zur Landung in Aden (Südjemen). Die deutsche Bundesregierung zahlte für die Freigabe von Flugzeug, Besatzung und Passagieren fünf Millionen US-Dollar Lösegeld. Vier palästinensische Terroristen des Schwarzen Septembers entführten eine Boeing 707 auf dem Sabena-Flug 571 mit 101 Insassen kurz nach dem Start in Wien. Nach der Landung in Lod wurde die Maschine von einem israelischen Spezialkommando befreit. Bei der Befreiung starben die beiden männlichen Entführer und eine der Geiseln. Die beiden späteren israelischen Premierminister Ehud Barak und Benjamin Netanjahu gehörten dem Befreiungskommando an.3 Eine Let L-410, die von Marienbad nach Prag fliegen sollte, wurde von zehn jungen Tschechoslowaken nach Weiden in der Oberpfalz entführt, um politisches Asyl in der Bundesrepublik Deutschland zu beantragen. Sie schmuggelten zwei Pistolen mit an Bord, mit denen sie die Flugbegleiter überwältigten. Der Pilot wurde dabei in einem Handgemenge erschossen. Lubomír Adamica, einer der Entführer, wurde wegen Mordes angeklagt und erhängte sich schließlich in Untersuchungshaft. Kroatische Terroristen des kroatischen Volkswiderstands (HNOtpor) unter Tomislav Rebrina (1936–2013) brachten den schwedischen Scandinavian-Airlines-Systems-Flug 130 von Göteborg nach Stockholm in ihre Gewalt und zwangen ihn zur Landung in Madrid. Die Entführung der Douglas DC-9 „Gunder Viking“ wurde als Flugzeugentführung von Bulltofta () bekannt. Zwei arabische Terroristen (PFLP) entführten die Kiel, eine Boeing 727 der Lufthansa, auf ihrem Flug Damaskus-Beirut-Ankara-München (LH 615) mit 13 Passagieren und sieben Besatzungsmitgliedern an Bord. Die deutsche Regierung ließ die drei überlebenden Geiselnehmer der Geiselnahme bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 frei. Die Gefangenen wurden in Zagreb übergeben und später die Geiseln nach dem Weiterflug auf dem Flughafen in Tripolis freigelassen. Die israelische Regierung und Presse kritisierten dieses „weiche Verhalten“ der Deutschen, unter dem vor Neuwahlen stehenden Bundeskanzler Brandt, heftigst. Es wurde das Flugzeug auf dem Southern-Airways-Flug 49 entführt, welches nach einer Lösegeldübergabe letztendlich in Havanna landete, wo die Entführer verhaftet wurden. Zwischenzeitlich gab es die Drohung, das Flugzeug auf einen Atomreaktor stürzen zu lassen. Diese Änderung des Gefährdungspotentials führte dazu, dass mit 5. Januar 1973 die physische Untersuchung aller Flugpassagiere in den USA eingeführt wird. bis3. November 1973Nach inoffiziellen sowjetischen Berichten wurde eine sowjetische Passagiermaschine über Zentralrussland von vier jungen Leuten entführt. Die Entführer erlaubten dem Piloten, auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo zum Tanken zu landen, während sie versuchten, die Maschine nach Schweden zu entführen. Regierungsvertreter führten dort fünf Stunden lang Verhandlungen, bevor die Polizei eingriff und zwei der Entführer erschoss.2 Entführung einer B737-130 der Lufthansa (D-ABEY) durch fünf arabische Terroristen (PFLP) vom Flughafen Rom-Fiumicino mit dem Ziel der Befreiung ihrer wegen Mordes in Wien inhaftierten Genossen El-Arid und Khanduran. Zuvor hatten sie das Flugfeld gestürmt und eine Boeing 707-321B (N407PA Clipper Celestial) der Pan Am gesprengt,Hijacking description. Auf aviation-safety.net, abgerufen am 10. Februar 2017 und insgesamt 32 Menschen ermordet.Rome hijacking. In: FLIGHT International vom 27. Dezember 1973 (Online. Auf flightglobal.com, abgerufen am 10. Februar 2017 (PDF, ca. 1,39 MB)) Nach einem überstürzten Start landete die Maschine zunächst in Athen, wo eine italienische Geisel erschossen wurde. Am nächsten Tag erzwangen die Kidnapper den Weiterflug nach Kuwait, wo der Kapitän, trotz Versagung einer Landeerlaubnis, aus Treibstoffmangel zu einer Notlandung auf der durch Lastkraftwagen blockierten Piste gezwungen war. Die Entführer ergaben sich daraufhin den örtlichen Exekutivorganen, wurden in Kuwait aber wieder auf freien Fuß gesetzt und kamen in der Folge straffrei davon.Peter Huemer in einem Beitrag des ORF-Fernsehmagazins Teleobjektiv vom 14. November 1974 Entführung des Flugzeugs auf dem Air-Vietnam-Flug 706. Im Landeanflug auf einen Militärflughafen stürzte die Maschine ab, kein Insasse überlebte.https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19740915-075 bis4. Juli 1976 Der palästinensisch-arabischen und deutschen Entführung eines Verkehrsflugzeugs der Air France wurde am Flughafen Entebbe, Uganda, durch die Operation Entebbe ein Ende bereitet: Israelische Kommandoeinheiten griffen das Gebäude an, das die Entführer und die Geiseln beherbergte; sie töteten alle palästinensischen und deutschen Entführer sowie rund zwanzig ugandische Soldaten und befreiten die 105 zumeist israelischen Geiseln; drei Passagiere und ein israelischer Soldat wurden getötet. Ein mit einem Sturmgewehr und einer Pistole bewaffneter Mann entführte eine Iljuschin Il-18 der ČSA auf dem Weg von Prag-Ruzyně nach Bratislava und erzwang die Landung in München-Riem.Thursday 28 October 1976, Aviation Safety Network. Dort stellte er sich der Polizei und bat um Asyl.UPI: World News Briefs, In: New York Times, 29. Oktober 1976. Die 105 Passagiere nebst fünfköpfiger Besatzung blieben unverletzt und kehrten am Folgetag nach Prag zurück. Der Entführer Rudolf Bečvař wurde 1977 von einem deutschen Gericht zu acht Jahren Haft verurteilt.Europäische Ideen, , Ausgaben 38–43 (1978), S. 17. Im Jahr 1980 verübte Bečvař während seiner Haft in Straubing Suizid.Luftpirat erhängt sich in der Zelle. In: Hamburger Abendblatt, , 31. Juli 1980, S. 2. (Online) bis18. Oktober 1977 Die Entführung des Flugzeugs „Landshut“ der Lufthansa durch arabische Terroristen (PFLP) zwischen Palma de Mallorca und Frankfurt am Main wurde in Mogadischu durch die GSG9 beendet. Die Rote Armee Fraktion war in die Entführung involviert (→ Deutscher Herbst).4 bis19. Februar 1978 Zwei arabische Terroristen (PFLP) kaperten ein Flugzeug auf dem Flughafen Larnaka in Zypern. Die ägyptische Antiterroreinheit Unit 777 flog uneingeladen ein, um das Flugzeug zu befreien. Die zyprische Nationalgarde eröffnete daraufhin das Feuer und 20 Ägypter starben. Später wurde bekannt, dass die Geiselnehmer zum Zeitpunkt der ägyptischen Intervention bereits kapituliert hatten.20
1981 bis 1990