Friedrich August Leopold Karl von Schwerin (* 11. Dezember 1750 in Berlin; † 16. September 1836 ebenda) war ein preußischer Generalmajor und Chef des Leibkürassierregiments sowie Ritter des Johanniterordens und Erbherr von Bohrau, Kreis Oels. Am 6. Januar 1787 wurde er in den preußischen Grafenstand erhoben.

Leben Herkunft mini|Gräfliches Wappen derer von Schwerin Seine Eltern waren der königliche Oberstallmeister Gneomar Konrad Bogislav von Schwerin (1721–1769) und dessen Ehefrau Illsabe Sophie Dorothea, geborene von Bredow (1722–1788). Sie war eine Tochter des Oberst Johann Ludwig von Bredow. Sein Vater war ebenfalls Ritter des Johanniterordens und designierter Komtur von Lagow mit Sitz auf der Johanniterburg Lagow. Seine Großeltern waren der königliche Oberstallmeister Friedrich Bogislav von Schwerin († 1747) und dessen Ehefrau Dorothea von Canitz († 1760), eine Tochter des Generalmajors Christoph Albrecht von Canitz.Johann Friedrich Seyfart: Helden-, Staats- und Lebensgeschichte Sr. Majestät Friedrich des Grossen. Band 8, Frankfurt und Leipzig 1766, S. 10. (Digitalisat) Das Allianzwappen der Großeltern findet sich bis heute an der Dorfkirche Märkisch Wilmersdorf (vorm. Wendisch Wilmersdorf) wieder.

Militärlaufbahn Schwerin kam 1765 als Standartenjunker in das Regiment Gensdarmes, zudem wurde er am 22. März 1765 als Johanniter-Ritter-Anwärter aufgenommen. Am 12. Mai 1788 wurde er Kornett und am 4. Mai 1773 Leutnant. Als solcher nahm er am Bayerischen Erbfolgekrieg teil. Dann am 31. Mai 1782 wurde Schwerin Stabsrittmeister und am 4. November 1788 Rittmeister sowie Kompaniechef. Am 31. Mai 1789 wurde er Major. Aufgrund einer Erkrankung erhielt er am 9. März 1793 zwei Monate Urlaub, um in Karlsbad zu kuren. Nach seiner Rückkehr am 2. Mai 1793 wurde er als Johanniter-Ritter aufgenommen.

Schwerin nahm dann 1794/95 am Feldzug in Polen teil. Nach dem Krieg wurde er am 8. Juni 1798 Oberstleutnant und am 6. Juni 1799 Oberst und Kommandeur des Regiments Gensdarmes. Am 17. Oktober 1805 erhielt er das Leibkürassierregiment als Chef. Am 29. Oktober 1805 wurde er zunächst Brigadier und am 20. Mai 1806 Generalmajor mit Patent vom 2. Juni 1806. Er nahm auch am Vierten Koalitionskrieg teil, kämpfte bei Auerstedt und konnte sich bis Prenzlau zurückziehen. Dort musste er aber mit anderen kapitulieren. Am 30. Mai 1807 erhielt er seinen Abschied mit einem Dank für die geleisteten Dienste. Am 10. Oktober 1808 war auch das Kriegsgerichtsverfahren wegen der Kapitulation bei Prenzlau abgeschlossen, bei dem er freigesprochen wurde. Er starb am 16. September 1836 in Berlin.

Von seinem Onkel Friedrich Albert von Schwerin hatte er 1789 das Gut Wendisch Wilmersdorf bei Trebbin geerbt, und von dessen Witwe 1814 auch das Gut Bohrau, dazu kam 1833 noch ein Anteil am Lehen am alten „v. Schwerinschen Hauptstammsitz“ Spantekow.

Familie Schwerin heiratete am 3. Oktober 1785 in Berlin Luise Gräfin von der Schulenburg-Kehnert (1767–1847), Tochter des Generals Friedrich Wilhelm von der Schulenburg-Kehnert. Das Paar hatte mehrere Kinder, darunter:

Christian Ludwig Friedrich Wilhelm (1787–1858), Geheimer Justiz- und Kammergerichtsrat, Stammvater des w. Wilmersdorfer Zweiges ⚭ 1838 Luise Wilhelmine Christiane Ebel (1819–1901) (Eltern des Fritz Graf von Schwerin) Adolf Leopold Albrecht (1789–1808), Leutnant a. D. Ludwig August Leopold (1794–1863), Leutnant ⚭ 1820 Eugenie Corona Sophia Gräfin von Reichenbach-Goschütz (1797–1867) Luise Friederike Laura (*/† 1809)

Literatur Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 3, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. O. [Hamburg], o. J. , , S. 187, Nr. 1100. Ludwig Gollmert, Wilhelm Graf von Schwerin, Leopold Graf von Schwerin: Geschichte des Geschlechts von Schwerin. Band 2: Biographische Nachrichten über das Geschlecht von Schwerin. Verlag Wilhelm Gronau, Berlin 1878, Tafel XIV (Digitalisat), S. 265 f. (Digitalisat)

Weblinks Schwerin, Friedrich August Karl Leopold von. [22. März 1765]. Aufschwörungstafel, In: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz. (GStA-PK) X. HA, Rep. 9, Nr. 582 Johanniterorden | Archivportal-D

Einzelnachweise

Friedrich August Leopold Karl Friedrich August Leopold Karl Kategorie:General der Frühen Neuzeit (Brandenburg-Preußen) Kategorie:Regimentsinhaber der Frühen Neuzeit Kategorie:Person im Siebenjährigen Krieg (Preußen) Kategorie:Person im Kościuszko-Aufstand (Preußen) Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Preußen) Kategorie:Person (Johanniterorden) Kategorie:Geboren 1750 Kategorie:Gestorben 1836 Kategorie:Mann