Journiac (, ) ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de la Vallée de l’Homme. Die Bewohner werden Journiacois und Journiacoises genannt.
Geografie
Journiac liegt etwa 28 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa 27 Kilometer westnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 34 Kilometer ostnordöstlich von Bergerac in der Landschaft des Périgord noir, im gleichnamigen touristisch benannten Landesteil. Das Gemeindegebiet wird entwässert vom Ruisseau de Ladouch (oder Ruisseau de Journiac), der hier entspringt.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Journiac liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteine teils aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine recht bewaldete Hügellandschaft auf mit Erhebungen meist über . Der topografisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit Höhe im Nordwesten zwischen den Lieu-dits la Plantade und le Souquier, der tiefste Punkt mit Höhe im äußersten Süden beim Austritt des Ruisseau de Ladouch aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt im Tal des Ruisseau de Ladouch auf etwa Höhe.
Rund 56 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 44 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich heterogen genutzt.
Journiac wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:
Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Journiac Naturrisiken manifestieren sich in Journiac neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Waldbrände.
Durch den großen Anteil von Waldflächen ist die Gemeinde stark gefährdet in Bezug auf Waldbrände. Deshalb besteht im gesamten Gemeindegebiet zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten sowie eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.
Wie die Risikokarte zeigt, ist etwa ein Viertel des Gemeindegebiets von einer mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Ein technologisches Risiko bildet einen verschmutzten oder potenziell verschmutzten Standort, der weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt ist. Es handelt sich hierbei um die kommunale Mülldeponie.
Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes erschien in der Schreibweise Jornhac ein Jahrhundert später als die Errichtung seiner Kirche im 12. Jahrhundert. Dann ist der Name verbunden mit einer Burg in Castrum de Jornacho, erwähnt im Jahr 1370, und in einer anderen, latinisierten Form, Jornhacum, in 1382. Er setzt einen gallorömischen Personennamen, Juronius, fort, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Juroniacum, Anwesen des Juronius).Siehe Tanet, Hordé, Seite 183
Überreste aus gallorömischer Zeit scheinen eine menschliche Besiedlung seit Beginn unserer Zeitrechnung zu bestätigen. Die leicht zugänglichen Wasserquellen der Flüsse erklären die Wahl dieses Standorts. Darüber hinaus wurde beim Lieu-dit La Simonie in der Nähe der Römerstraße zwischen Vesunna (Périgueux) und Divona Cadurcorum (Cahors) ein früheres Oppidum (befestigte Siedlung) entdeckt. Luftaufnahmen enthüllten zudem die Überreste einer römischen Villa bei la Plantade.
Das Dorf Journiac erlebte im Laufe der Zeit einen wirtschaftlichen Aufschwung. Dies spiegelt sich insbesondere im Bau der Kirche im 12. Jahrhundert wider. Die gewaltsamen Ereignisse, die die Region in den folgenden Jahrhunderten heimsuchten, veranlassten die Bewohner, die Kirche als Zufluchtsort im Falle eines Angriffs zu befestigen. Im Hundertjährigen Krieg wurde sie jedoch niedergebrannt, bevor sie wieder aufgebaut wurde. Im 16. Jahrhundert blieb die Region von den Hugenottenkriegen (1562–1598) nicht verschont, in denen Katholiken und Protestanten aufeinanderprallten. Während der Französischen Revolution wurde die Pfarrei Journiac zur Gemeinde Journiac.
Während des Zweiten Weltkriegs beherbergte Journiac die Lasserre-Gruppe, eine Gruppe der Geheimarmee unter der Führung von Maurice Lasserre.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Die Pfarrkirche Saint-Saturnin war ursprünglich ein einschiffiger romanischer Bau, von dem nur die flachschließende Apsis erhalten ist. Das wehrhafte wirkende Untergeschoss des Turms wurde im 15. Jahrhundert hinzugefügt. Im 17. oder 18. Jahrhundert erhielt die Kirche zwei Seitenschiffe, eine neue Portalzone mit einer aufgeblendeten Fächerrosette als oberem Abschluss sowie ein Glockengeschoss auf dem Turm. Das alte und das neue Rathaus sind durch eine Fachwerkbrücke untereinander verbunden und bilden ein hübsches Ensemble. Am Ortsrand befindet sich ein überdachter Waschplatz.
Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 220 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Journiac erwerbstätig, entsprechend 75,2 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (74,5 %) niedriger war als bei den Frauen (75,8 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 28 Personen im Jahr 2022 mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 2016 (13). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 6,6 % (2016) nur auf 12,5 % (2022). Insbesondere bei den 15- bis 24-Jährigen stieg die Arbeitslosenquote von 15,4 % auf 40,3 %.
Branchen und Betriebe 45 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Journiac wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Fertigung, Bergbau und andere Industrien511,1 %Baugewerbe817,8 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1022,2 %Immobilien24,4 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten920,0 %Andere Dienstleistungen1124,4 %Gesamt45
Landwirtschaft Journiac liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Walnussöls des Périgord.
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 32 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 24 im Jahr 2000, stieg auf 25 im Jahr 2010 und sank auf 12 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 62,5 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 705 Hektar im Jahre 1988 auf 630 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 22 Hektar auf 52,5 Hektar.
Verkehr Die zur Departementsstraße D 710 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 710, die von Ribérac über Périgueux aus Norden kommend nach Fumel im Süden führt, durchquert das Zentrum der Gemeinde. Die Departementsstraße D 32 kreuzt die d 710 im nördlichen Gemeindegebiet. Sie führt im Westen nach Val de Louyre et Caudeau, im Osten nach Mauzens-et-Miremont. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert