Quissac [] () ist eine südfranzösische Stadt mit Einwohnern (Stand: ) im Département Gard in der Region Okzitanien.
Geografie Quissac liegt in den südöstlichen Ausläufern der Cevennen in einer Höhe von ca. 80 m ü. d. M. ca. 45 km nordöstlich von Montpellier am Fluss Vidourle.Quissac – Karte mit Höhenangaben Das Klima ist gemäßigt; Regen fällt über das ganze Jahr verteilt.Quissac – Klimatabellen An der östlichen Gemeindegrenze verläuft der Fluss Crieulon mit seinem Hochwasserstaudamm Barrage de la Rouvière.
Geschichte Die Geschichte der Kleinstadt reicht bis ins Mittelalter zurück; die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1274. Im 16. Jahrhundert setzte sich auch hier der Protestantismus weitgehend durch, wurde jedoch durch das Edikt von Fontainebleau (1685) verboten und anschließend verfolgt. Die Revolutionsjahre brachten den Kult der Vernunft und den Kult des höchsten Wesens; danach fand eine gewisse Liberalisierung statt.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2017Einwohner 1277 1770 1606 1460 2272 3216 Das Bevölkerungswachstum Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist im Wesentlichen auf die Ansiedlung von Handwerk und Kleinindustrie zurückzuführen.
Wirtschaft Die Einwohner von Quissac lebten jahrhundertelang als Selbstversorger von den Erträgen ihrer Felder und Gärten; auch die Viehzucht (Schafe, Ziegen) spielte eine gewisse Rolle. Nachdem Quissac über eine Nebenstrecke an das französische Eisenbahnnetz angeschlossen worden war, erlebte die Stadt um die Jahrhundertwende 1900 einen kleinen wirtschaftlichen Aufschwung.
Sehenswürdigkeiten Die Kirche Saint-Faustin-et-Saint-Jovite stammt aus dem Mittelalter; der weitgehend aus nur grob behauenen Bruchsteinen errichtete Bau wurde jedoch nach (Teil-)Zerstörungen während der Hugenottenkriege (1562–1598) im 17. Jahrhundert nahezu komplett erneuert. Die protestantische Kirche (temple) entstand in den 1830er Jahren; die auf Säulen ruhenden Seitenemporen wurden etwa 10 Jahre später eingebaut. Der äußerlich schlichte klassizistische Bau mit seinem imposanten Portikus wurde im Jahr 2012 zum Monument historique erklärt. Das Rathaus (Hôtel de Ville) entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die alte Brücke über den Vidourle wurde mehrfach bei Überschwemmungen des Flusses in Mitleidenschaft gezogen. Der großflächige Bautenkomplex des Château de Sabatier wurde im 18. Jahrhundert anstelle einer ursprünglich mittelalterlichen Domäne erbaut.
Verkehr Quissac hatte einen Bahnhof an der Bahnstrecke Le Vigan–Quissac, die in diesem Abschnitt 1872 von der Compagnie des chemins de fer de Paris à Lyon et à la Méditerranée eröffnet wurde. 1969 endete der Personenverkehr, 1989 wurde auch der Güterverkehr eingestellt. Auf der 1991 stillgelegten Strecke wurde ein Fuß- und Radweg (Voie verte) angelegt.
Durch die Stadt verläuft die ehemalige Nationalstraße N 99, die 1973 zur Departementsstraße D 999 abgestuft wurde.
Persönlichkeiten Raphaëlle Agogué (* 1981), Schauspielerin, in Quissac aufgewachsen
Weblinks
Ville de Quissac bei cartesfrance.fr
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Okzitanien Kategorie:Weinbauort in Frankreich