Karl August Friedrich („Fritz“) Neuhaus (* 3. April 1852 in Elberfeld (heute Stadtteil von Wuppertal); † 5. September 1922 in DüsseldorfKunst-Auktionshaus G. Adolf Pohl (Hrsg.): Künstlerischer Nachlaß Professor Fritz Neuhaus † Düsseldorf. Versteigerungskatalog, Hamburg, 1922, S. 9 (Digitalisat).) war ein deutscher Genre- und Historienmaler der Düsseldorfer Schule.

Leben mini|Festspiel vor Kaiser Wilhelm I. im Malkasten am 6. September 1877, Wandgemälde im Ratssaal des Düsseldorfer Rathauses, 1892–1896, Darstellung des Kaisers und seiner Entourage im Malkasten-Haus bei der Aufführung eines Tableau vivant von Karl Hoff nach Wilhelm Camphausens Gemälde Blüchers Rheinübergang bei KaubVolker Frech: Lebende Bilder und Musik am Beispiel der Düsseldorfer Kultur. Magisterarbeit, 2001, ISBN 3-8386-3062-9, S. 9, Fußnote 17 (E-Book: 978-3-8324-3062-7, books.google.de). mini|Die Ermordung des Grafen Helfenstein, 1879 mini|Verleihung der Bochumer Stadtrechte auf der Burg Blankenstein im Jahr 1321 durch Engelbert II. von der Mark, 1895, Gemälde im Bochumer Ratssaal Neuhaus, Sohn von Johann Friedrich Neuhaus und Mathilde de Wejs, wuchs in weniger begüterten Verhältnissen in Elberfeld auf. Nach einer Lehre bei einem Lithografen in BarmenDaheim. Ein deutsches Familienblatt und Illustrationen. Band 20, 1884, S. 9 besuchte er von 1873 bis 1880 die Kunstakademie Düsseldorf, wo er zunächst bei Eduard Gebhardt, dann bei Wilhelm Sohn die Malklassen besuchte.

1878 debütierte er mit dem Bild Aschermittwoch auf der Berliner Ausstellung. Zu dieser Zeit hatte er sein Atelier im Wunderbau in der Pempelforter Straße.Verzeichniss der Werke lebender Künstler ausgestellt im provisorischen Ausstellungsgebäude auf dem Cantianplatz, 1878 Fritz Neuhaus im Wunderbau mit Aschermittwoch Am 25. November 1880 heiratete er Bertha Amalie Georgine Zilcher aus Witzenhausen, die Tochter des dortigen Metropolitans Carl Alexander Wilhelm Zilcher (* 1810).Civilstand der Oberbürgermeisterei Düsseldorf. Eheversprechen. Maler Karl August Friedrich Neuhaus u. Bertha Amalie Georgine Zilcher, e. v. h., l. v. Witzenhausen. In Düsseldorfer Volksblatt (No. 309) vom 16. November 1880 (uni-duesseldorf.de)Neuhaus, Fritz K. A. Fr., Prof. In: Herrmann A. L. Degener (Hrsg.): Wer ist’s? IV. Ausgabe, A. L. Degener, Berlin/Leipzig 1909, S. 984 (Google Books) Im Herbst 1881 weilte er in Rom.Friedrich Noack: Das Deutschtum in Rom seit dem Ausgang des Mittelalters. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1927, Band 2, S. 422

Ab 1884 war er Lehrer für figurales Zeichnen und Malen an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf und unterhielt dort auch sein Atelier.Neuhaus, Fritz, Maler, Jacobistr. 12, Atelier: Kunstgewerbeschule. In: Adreßbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf für 1886. S. 143 (uni-duesseldorf.de). Ende der 1880er Jahre konnte er sich eine Wohnung im großbürgerlichen Stadthaus Inselstraße 26 am Düsseldorfer Hofgarten leisten.Adreß-Buch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf 1889, Adressbuch-Eintrag, abgerufen im Portal adressbuecher.genealogy.net am 15. März 2015 1892 beteiligte er sich an dem Wettbewerb zur Ausmalung des Düsseldorfer Rathaussaales. Sein Entwurf belegte den dritten PlatzBenedikt Maurer, Elisabeth Scheeben: Die Malerschule zuhause. Örtliche Kunstvereine und die Stadt Düsseldorf als Auftraggeber. In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819–1918. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, Band 1, S. 308. und wurde ab 1894 auf einer Schmalseite des Saals realisiert. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Wandgemälde zeigte eine Theaterszene vom Kaiserfest, dem Festspiel zu Ehren Kaiser Wilhelms I. im Künstlerverein Malkasten.Benedikt Maurer, Elisabeth Scheeben, S. 310, Abbildung 6.

1898 wurde Neuhaus der Titel Professor verliehen.Zeitschrift für bildende Kunst. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1899, Band 10, S. XXIX.Centralblatt für die gesammte Unterrichts-Verwaltung in Preussen. 1898, S. 760. Anfang 1900 wohnte er in der Rosenstraße 52,Neuhaus, Fritz, Professor, Maler, Rosenstr. 52. Atelier Kunstgewerbeschule. In: Adressbuch der Stadt Düsseldorf für das Jahr 1901. S. 318 (uni-duesseldorf.de). 1912 zog er in das neu erbaute Haus Prinz-Georg-Straße 96. Der Sohn Carl Neuhaus, von Beruf Kunstbildhauer, verblieb in der Rosenstraße.Neuhaus, Fritz, Prof., Prinz Georgstr. 96 II; Neuhaus, Karl, Kunstbildhauer, Rosenstr. 52. In: Adreßbuch für die Stadtgemeinde Düsseldorf, 1912. S. 374 (uni-duesseldorf.de).Neuhaus, Fritz, Prof., Rosenstr. 52; Neuhaus, Karl, Kunstbildhauer, Rosenstr. 52. In: Adreßbuch für die Stadtgemeinde Düsseldorf, 1911. S. 357 (uni-duesseldorf.de). Der Sohn Fritz Berthold Neuhaus, der ein Tier- und Landschaftsmaler wurde, ließ sich in Hamborn nieder.

Wie etwa auch Theodor Rocholl und Johann Peter Theodor Janssen zählte Neuhaus zu den besonders „kaisertreuen“ Vertretern und des Wilhelminismus in der Düsseldorfer Kunst.Bettina Baumgärtel: Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung. In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819–1918. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, Band 1, S. 46 Außer dem Künstlerverein Malkasten gehörte er der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft an.Mitglieder der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft im Jahre 1899. Webseite im Portal wladimir-aichelburg.at, abgerufen am 15. März 2015.

Werke (Auswahl) Aschermittwoch, 1878 Die Ermordung des Grafen Helfenstein (Szene aus dem Bauernkriege, Der Bauernkrieg), 1879Abbildung auf der Webseite Die Blutrache zu Weinsberg im Portal bauernkriege.de, abgerufen am 14. März 2015.Raimond Selke: Der Bauernkrieg. In: Martina Sitt (Hrsg.): Angesichts der Ereignisse. Facetten der Historienmalerei zwischen 1800 und 1900. Böhlau Verlag, Köln 1999, ISBN 3-412-11998-9, S. 70, Auszug im Portal academia.edu, abgerufen am 15. März 2015. Des Prinzen erster Ritt, 1880 König Friedrich Wilhelm I. von Preußen begegnet einem Zug Salzburger Emigranten, 1882 Der Große Kurfürst im Haag, 1884 Der junge Despot, 1886, ausgestellt auf der Münchener Jubiläumsausstellung 1888 im Glaspalast und auf der World’s Columbian Exposition 1893Columbische Weltausstellung in Chicago. Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches. 1893, S. 217, Katalog-Nr. 5116. Der barmherzige Samariter, 1887 Die Erschießung der Schill’schen Offiziere, 1888, Preußen-Museum Wesel Marschall Vorwärts (Gebhard Leberecht von Blücher), 1891 Festspiel vor Kaiser Wilhelm I. im Malkasten am 6. September 1877 (Besuch Kaiser Wilhelms I. beim Malkasten), Entwurf 1892, Ausführung 1894–1896 Verleihung der Stadtrechte auf Burg Blankenstein, 1895, Gemälde im Ratssaal Bochum Huldigung der Industrie vor den Hohenzollern, 1896–1898, Gemälde im Ratssaal Bochum Ankommende Flüchtlinge in winterlicher Stadt, 1898 Apotheose, 1898–1901, Gemälde im Ratssaal BochumPaul Küppers: Rathausbilder. Bochum 1929Clemens Kreuzer: Kulturstadt Bochum vor hundert Jahren. In: Bochumer Zeitpunkte, Nr. 6, 2000, Seite 13 (online)

Literatur Hermann Alexander Müller: Biographisches Künstler-Lexikon. Verlag des Biographischen Instituts, Leipzig 1882, S. 390 (retrobibliothek.de). Friedrich Schaarschmidt: Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunst, insbesondere im XIX. Jahrhundert. Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf 1902, S. 278 und Abbildung (Graf Helfenstein) S. 285 ().

Weblinks

Fritz Neuhaus, Datenblatt im Portal rkd.nl (Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie) Die Erschießung der Schill’schen Offiziere (1888), Webseite im Portal lichtbild.org Fritz Neuhaus artnet.de

Einzelnachweise

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