Max Schneider (* 21. Oktober 1904 in Radelfingen; † 13. August 1979 in Losone) war ein schweizerisch-deutscher Physiologe.
Nach dem Abitur in Riga (1922), wo sein Vater Ernst Schneider (1878–1957) als Professor für Psychologie und Pädagogik an der dortigen Universität lehrte, studierte er Medizin an den Universitäten München, Bern und an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Im Juli 1929 promovierte er in Freiburg zum Dr. med. und im März 1930 erhielt er die Approbation als Arzt. Seit Oktober 1929 war er in Freiburg als planmäßiger Assistent am Physiologischen Institut und seit Januar 1931 als planmäßiger Assistent an der Universitäts-Kinderklinik tätig. Im April 1932 wechselte er als planmäßiger Assistent an das Physiologische Institut der Georg-August-Universität Göttingen. Im Juli 1934 habilitierte er sich dort bei Hermann Rein und wurde Privatdozent für Physiologie. Im April 1938 erfolgte seine Ernennung zum Oberassistenten. Kurz darauf wechselte er als stellvertretender Abteilungsvorsteher an das Physiologische Institut der Universität Berlin und wurde dort im Oktober 1938 als Privatdozent für Physiologie deren Medizinischer Fakultät zugewiesen. Max Schneider trat im Juni 1933 der SS bei und wurde mit Wirkung vom 1. Mai 1937 Mitglied der NSDAP (Nr. 5074728).Bundesarchiv Berlin, R 4901/13276; Gesamtverzeichnis des Lehrkörpers der Universität Berlin, bearbeitet von Johannes Asen, Leipzig 1955, S. 176.
1940 wurde er zum planmäßigen außerordentlichen Professor und Direktor des Physiologischen Institut der Medizinischen Akademie Danzig ernannt, wo er – finanziell unterstützt von der DFG, bei der er im Oktober 1941 Gelder beantragt hatte – unter anderem die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung des Gehirns, insbesondere bei Sauerstoffmangel, untersuchte, was von Hubertus Strughold als kriegswichtig bescheinigt worden war. Mit dem physiologischen Thema habilitierte sich 1943 Schneiders Mitarbeiter Werner Noell, der mit Schneider 1941 die Durchblutungsversuche in der Zeitschrift Luftfahrtmedizin veröffentlichte und mit Richard Lindenberg, Oberarzt bei Hugo Spatz, nach Kriegsende von den Amerikanern angeworben wurde.Ernst Klee: Deutsche Medizin im Dritten Reich. Karrieren vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-10-039310-4, S. 189 und 197, Anm. 85 (zu Werner Noell, unter anderem Oberarzt einer Instituts-Außenstelle des Reichsluftfahrtministeriums bei Alois Kornmüller). Im März 1943 wurde Schneider zum ordentlichen Professor für Physiologie und Direktor des Physiologischen Instituts der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln berufen, wo Kurt Wiemers drei Jahre als Assistent wirkte,Universität Köln, Personal und Vorlesungsverzeichnis für das Wintersemester 1944/45, S. 18; K. L. Scholler: Kurt Wiemers zum 65. Geburtstag. In: Anästhesie Intensivtherapie Notfallmedizin. Band 20, Nr. 2, 1985, S. 98 f., hier: S. 98. und wo er bis zu seiner Emeritierung 1971 tätig war.gaeromeddb: Max Schneider 1957 wurde er in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen.
Einzelnachweise
Kategorie:Humanphysiologe Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität zu Köln) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1904 Kategorie:Gestorben 1979 Kategorie:Mann