mini|Paola Gonzaga mini|Leonhard von Görz und Paola Gonzaga Paola Gonzaga (* vermutlich 23. September 1464 in Mantua; † November 1496) war eine Prinzessin aus dem Haus Gonzaga.
Leben Sie wurde als letztes der elf ehelichen Kinder des Markgrafen Ludovico III. Gonzaga und dessen Frau Barbara von Brandenburg in Mantua geboren. Sie kränkelte, hatte Untergewicht und eine angeborene Missbildung an einer Schulter, sodass sie bereits in ihrer Kindheit mehrmals in oberitalienischen Kurbädern mit Trinkkuren und Fango behandelt wurde.Claudia Sporer-Heis:
Auf Grund der Vermittlung ihrer Schwägerin Margarete von Bayern und mit Billigung ihrer Mutter Barbara, die aus dem Hause Brandenburg-Hohenzollern kam, wurden im 15. Jahrhundert transalpine Eheschließungen mit fürstlichen Familien des Reiches bevorzugt. In ihrem zwölften Lebensjahr in 1476 wurde die Heirat zwischen Paola und Graf Leonhard von Görz durch die Görzer Vertreter, Staatsmann Virgil von Graben, Bischof Gerg Golser von Brixen, die Räte Balthasar von Welsberg und Phöbus von Thurn am Hof zu Mantua feierlich versprochen.Christina Antenhofer: Das Brautschatzinventar der Paula Gonzaga, verh. Gräfin von Görtz (1478). Edition und Kommentar. In: Tiroler Heimat. Zeitschrift für Regional- und Kulturgeschichte Nord-, Ost- und Südtirols. Band 83, 2019. Anschließend wurde der Hochzeitsvertrag von Paola und Graf Leonhard unterschrieben. Die Hochzeit fand allerdings erst zwei Jahre später, kurz nach dem Tode ihres Vaters und überstandener Krankheit, in Bozen statt und Paola wurde somit zur zweiten Ehefrau des Görzers. Ihre Mitgift wurde in Brauttruhen aufbewahrt, von denen ein Großteil noch heute erhalten ist und sich in Klagenfurt, Millstatt und Graz befinden.Andrea Mantegna und die Brauttruhen der Paola Gonzaga Dafür wird auch ihre verminderte Schönheit im Vergleich zu ihrer Schwester Barbara, genannt Barbarina Gonzaga, erwähnt.Peter Rückert: Von Mantua nach Württemberg: Barbara Gonzaga und ihr Hof (= Begleitbuch und Katalog zur Ausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg.) Hauptstaatsarchiv Stuttgart, 2012, ISBN 978-3-17-022390-5, S. 15, 40, 41. Paolo Santonino bemerkte, dass die Gräfin wegen ihrer einzigartigen Bildung geliebt und geachtet würde. Ihre Ehe blieb kinderlos, sodass das Geschlecht der Meinhardiner nach dem Tode ihres Mannes, Leonhard von Görz, ausstarb und deren Herrschaftsgebiet durch einen Erbvertrag mit Kaiser Maximilian I. von Habsburg an die Habsburger fiel.
Ihr Bruder Rodolfo Gonzaga († 1495), Herr von Castiglione und Solferino, war der Urgroßvater des Hl. Aloisius von Gonzaga.Genealogische Seite zur Familie
Literatur
Christina Antenhofer: Briefe zwischen Süd und Nord. Die Hochzeit und Ehe von Paula de Gonzaga und Leonhard von Görz im Spiegel der fürstlichen Kommunikation (1473–1500) (= Schlern-Schriften. Band 336). Wagner, Innsbruck 2007, ISBN 978-3-7030-0433-9. Christina Antenhofer: From Local Signori to European High Nobility. The Gonzaga Family Networks in the Fifteenth Century. In: Christopher H. Johnson, David Warren Sabean, Simon Teuscher, Francesca Trivellato (Hrsg.): Trans-regional and Transnational Families in Europe and Beyond: Experiences Since the Middle Ages. Berghahn Books, New York/Oxford 2011, ISBN 978-0-85745-183-5, S. 55–74. Christina Antenhofer: Letters across the borders. Strategies of Communication in an Italian-German Renaissance Correspondence. In: Jane Couchman, Ann Crabb (Hrsg.): Women’s Letters Across Europe 1400-1700. Form and Persuasion. [Women and Gender in the Early Modern World]. Ashgate, Aldershot 2005, ISBN 0-7546-5107-X, S. 103–122. Christina Antenhofer: Das Brautschatzinventar der Paula Gonzaga, verh. Gräfin von Görz. Edition und Kommentar. In: Tiroler Heimat. Zeitschrift für Regional- und Kulturgeschichte Nord-, Ost- und Südtirols. Band 83, 2019, S. 11–57.
Einzelnachweise
Paola ⚭Paola Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Geboren 1464 Kategorie:Gestorben 1496 Kategorie:Frau