mini|Luftaufnahme Eingangsbereich 2017 mini|Eingang zum Familiengarten, im Hintergrund der „Eberkran“ Der Familiengarten Eberswalde ist ein zur Zweiten Brandenburgischen Landesgartenschau 2002 entwickelter Landschaftspark auf den Flächen des „Altwerks“ des Walzwerks Finow und dient seitdem als Freizeit- und Veranstaltungsgelände. Der Umgestaltung ging ein Wettbewerb voraus. 2003: Von der Industriebrache zur Kunstlandschaft Der Garten verbindet Industriekultur mit Gartenkunst und Freizeitnutzung.

Geschichte mini|hochkant|Ein Trio-Walzgerüst des alten Walzwerks Das Finowtal ist die älteste Industrielandschaft der Mark Brandenburg. Das früher als „märkisches Wuppertal“ bezeichnete Areal entstand Anfang des 17. Jahrhunderts in Eberswalde und Heegermühle (heute E.-Finow) mit den Stadtteilen Kupferhammer, Messingwerk und Eisenspalterei entlang des Finowkanals. Das Walzwerk stellte nach der deutschen Wiedervereinigung seine Produktion ein, etliche große Produktionsanlagen blieben ungenutzt stehen.

Im Jahr 1998 hat die Brandenburgische Landesregierung einen Wettbewerb zur Umgestaltung des ehemaligen Altwerks (Walzwerk Finow in Eisenspalterei) durchgeführt. Aus den Vorschlägen ging die Umwandlung in einen Freizeitbereich unter Einbeziehung der Industriebauten hervor, eingereicht und ausgeführt durch das Landschaftsarchitekturbüro Topotek 1 aus Berlin. Schließlich wurde 2002 hier die Zweite Brandenburgische Landesgartenschau unter dem Motto Blütenträume am Finowkanal eröffnet und erhielt die offizielle Bezeichnung Familiengarten.

Lage und Beschreibung mini|links|Besucher im Jesusgarten bei den Eberswalder Wirtschaftstagen (EWITA) 2003, rechts der Eberkran

Der im Westen der Eberswalder Innenstadt gelegene Familienpark (Adresse Am alten Walzwerk 1, 16227 Eberswalde) befindet sich rund 60 km nördlich von Berlin und kann mit der Eisenbahn und dem Eberswalder O-Bus oder mit dem Auto erreicht werden. Er ist jährlich vom 1. April bis 31. Oktober gegen Eintritt zugänglich.

Die Gartenanlagen umfassen unter anderem einen Asiatischen Garten mit Bonsais und einer Modelleisenbahn, einen Japanischen Garten, einen Jesusgarten genannten begehbaren Wassergarten, einen Apothekergarten und einen Heckengarten aus Hainbuchen. Spielplätze, eine Tourismusinformation, Gastronomie sowie Tagungs- und Veranstaltungsräumlichkeiten sind ebenfalls vorhanden.Oliver Weinlein: Bootstour im Walzwerk, Berliner Zeitung, Printausgabe 23. Juli 2026, S. 9 (Artikel online).

Daneben sind technische Anlagen und Bauwerke zu besichtigen, unter anderem das Blechenhaus, die Hufeisenfabrik, Reste des alten Walzwerks und – als Wahrzeichen Eberswaldes und weithin sichtbare Landmarke – der aus den 1950er Jahren stammende Eberkran oder Montageeber genannte Kran mit einer Aussichtsplattform.

Mit Tretbooten können die Betriebsarchen,Der Begriff bezeichnet einen Bereich des Artenschutzes und der biologischen Vielfalt (Biodiversität) auf Unternehmensgeländen, hier wohl im übertragenen Sinn Denkmalschutz für die betriebsnotwendigen Wasseranlagen. die unterirdische Welt der Sinterkanäle, befahren werden; Überreste der ersten Walzstraße sowie zwei Schornsteine sind ebenfalls vorhanden. Vom eigentlichen Altwerk ist jedoch nicht mehr viel erhalten geblieben.

Weitere Attraktionen des Parks sind eine Dampfspeicherlokomotive und die ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommene, etwa 20 t schwere „größte Taschenuhr der Welt“. Außerdem gibt es einen Barfußpfad und direkt am Finowkanal einen Grillplatz, einen Biergarten und die „wahrscheinlkich längste Sitzbank Europas“z mini|Puhdys-Konzert 2005

Neben Veranstaltungen lokaler Bedeutung wie dem Finowkanalfest wird der Familienpark auch für Konzerte überregional bekannter Künstler genutzt, 2006 u. a. von Bonnie Tyler und Matthias Reim. Open-Air-Konzerte finden auf der bis zu 4.000 PersonenFreilichtbühne des Familiengartes. fassenden Freilichtbühne statt, Hallenkonzerte in der als Stadthalle genutzten Hufeisenfabrik.

Die Diskothek Altwerk auf dem Gelände des ehemaligen Rohrleitungsbaus nahe dem Altwerk hat nichts mit dem eigentlichen Altwerk zu tun, sie nutzt nur diesen Namen.

Für kleinere Besucher entstand ein Märchenwald, für den der Holzkünstler Jürgen Bergmann ein russisches Hexenhaus gestaltete sowie einen fliegenden Teppich und einen Zauberberg mit einem großen Drachen. Der Drache enthält eine Rutsche. Auf dem Gelände wurde zudem in eine historische Kranbahn eine Riesenrutsche eingebaut, die ihren Einstieg in acht Metern Höhe hat.

Literatur Christian Härtel: Ein Industriegebiet im Wandel. be.bra, Berlin 2002 (Begleitbuch zur Landesgartenschau, Führer durch die Anlagen und geschichtlicher Hintergrund zum Finowtal).

Weblinks

familiengarten-eberswalde.de

Fußnoten

Kategorie:Bauwerk in Eberswalde Kategorie:Parkanlage in Brandenburg Kategorie:Umgenutztes Bauwerk