Funny van Money (* 20. Jahrhundert) ist eine deutsche Kulturwissenschaftlerin und Autorin.

Leben und Werk Funny van Money (Künstlername)Sabine Schmidt: In: Buchjournal. 10. September 2012.Noemi Mihalovici: In: Der Freitag. 10. Oktober 2012. studierte „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ an der Universität Hildesheim. Aufgrund der ausbleibenden Bafög-Förderung arbeitete Money während des Studiums als Tabledancerin.

Die Erfahrungen mit diesem Nebenjob verarbeitete Money in ihrem ersten und autobiografischen Roman This is Niedersachsen und nicht Las Vegas, Honey. Sie ging mit der ethnologischen Methode der teilnehmenden Beobachtung vor, um die Regeln zu verstehen, nach denen Tabledance kulturtechnisch funktioniert. Dabei schreibt Money über das Tabledancen aus einer feministischen bzw. postfeministischen und sexpositiven Perspektive. Money analysierte während der Tabledance-Arbeit das Publikum und ihre Mittänzerinnen sowie die dortigen Hierarchien und Strukturen. Sie beschreibt, inwiefern Tabledancerinnen reflektiert sind und stereotype Figuren beim Tanz brechen.Julia Prosinger: In: Der Tagesspiegel. 26. August 2012. Bei der Beschreibung des Tabledance spielt sie auch mit dem Voyeurismus des Lesepublikums. Ergänzt wird das Ganze durch eine Liebesgeschichte ihrer Figur mit einem Mann aus ihrem Herkunftsdorf, der ihrer Arbeit skeptisch gegenübersteht. Money bewertet Tabledance in ihrem Roman – da es kein richtiges Leben im Falschen gäbe – als das „Falsche im Falschen“ – „das Nicht-Authentische ist angenehm offensichtlich.“ Immer wieder schiebt sie Fakten aus der Musikbranche ein, beispielsweise die Information, dass Jennifer Lopez und Courtney Love einst als Tabletänzerinnen gearbeitet haben.Money verfasste das Buch in einer Sprache, die sich an Gonzo-Journalismus anlehnt.

Margarete Stokowski lobte an Moneys Werk, dass sie „zwei Gefahren der Rotlichtliteratur“ umgangen habe: Sie beschreibe ihre Figur weder als Opfer noch romantisiere sie Sexarbeit als Selbstbefreiung und Triebauslebung. Laut Thomas Neumann ermöglicht dieser Roman der Popliteratur mit seinem ironischen Humor eine kritische Perspektive auf die Gesellschaft und lässt sich mit Werken von Irvine Welsh und Charles Bukowski vergleichen.

Ihren Debütroman reichte Money erfolgreich als Abschlussarbeit für ihr Studium ein. Den Klappentext für die Veröffentlichung verfasste der Hildesheimer Professor für Kulturjournalismus Stephan Porombka.

Der Fotograf und Filmregisseur Bruce LaBruce erstellte 2012 eine Fotoserie, für die er Money auf öffentlichen Wegen inszenierte, wie sie an Laternen und Masten von Straßenschildern in Berliner Vorstadtvierteln tanzt bzw. wie sie in schummrig beleuchteten Räumen Plastikpalmen hält.

Im Jahr 2013 verarbeitete sie im Wechsel mit Jannis von Oy in der Kolumne Neue Liebe: Funny van Money entdeckt die Stadt Anekdoten aus ihrem Leben als Zugezogene im Berliner Stadtmagazin Zitty.

Funny van Money lebt in Berlin und im Voralpenland.Andreas Merkel: In: Andy Warhol's Interview. 2. Juni 2014.

Werke

als Hörbuch: This is Niedersachsen und nicht Las Vegas, Honey, gekürzte Lesung, Regie: Gabriele Kreis, gelesen von Julia Nachtmann, 4 CDs, 300 Minuten, Hörbuch, Hamburg, ISBN 978-3-89903-392-2.

Weblinks

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Einzelnachweise

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