mini|Helma in ihrem Berliner Atelier am Lützowplatz (2013) Helma, auch Helma Petrick, geborene Helma Hartmann (* 8. Mai 1940 in Berlin; † 10. März 2025 ebenda),siehe Todesanzeige im Slider auf der Internetseite der Galerie Poll, abgerufen am 11. März 2025siehe Artikel von Ingeborg Ruthe in der Berliner Zeitung vom 11. März 2025 war eine deutsche Malerin, die in ihrer Arbeit Bezüge zum Surrealismus, zur Art brut und zum Magischen Realismus herstellte.

Leben Der Vater von Helma war Kaufmann, die Mutter stammte aus Thüringen. Kriegsbedingt wuchs Helma in Wurzbach auf. 1948 kehrte die Familie nach Berlin zurück. Nach dem Realschulabschluss studierte sie von 1959 bis 1961 an der Berufsfachschule für Technisches Zeichnen in Berlin. 1964 heiratete sie den Maler Wolfgang Petrick. Aus der Ehe ging die 1965 geborene Tochter Nina hervor. Anfang der 1970er Jahre entstanden erste Gemälde. Sie legte sich den Künstlernamen Helma zu. Von 1979 bis 1985 arbeitete sie mit der Galerie Brusberg zusammen, Ausstellungen in anderen Galerien folgten. Helma lebte und arbeitete in Berlin.

Werk Um 1974 entstanden erste Gemälde in Öltechnik auf Leinen, die von Träumen, Märchen und Visionen erzählen. In ihren frühen Bildern treten Katzen auf, die den Betrachter anblicken.Katzen in einer Landschaft, 1975, Öl auf Leinen, 80 × 68 cm, Sammlung Ulla Pietzsch. Helmas große Formate erstrecken sich häufig über zwei Leinwände. Einige Arbeiten entstanden aus der Berührung mit anderen Künsten, unter dem Eindruck von Gedichten. Dargestellt werden Bäume, Urwälder, Herzformen, Tiere und Grabsteine.

Gemeinsam mit den Künstlern Christiane Meyer, Matthias Müller, Andreas Knäbel, Werner Liebmann und Wolfgang Ludwig arbeitete sie zum Thema „Verwandlung“ von Franz Kafka. Sie waren die ersten Künstler, die nach der Wiedervereinigung 1992 in der Parochialkirche ausstellten.

Der serbische Schriftsteller Bora Ćosić widmete Helma 2008 das Gedicht Der Ursprung.Siehe: Alaska! Gedichte für Lida. Mit Radierungen/Verdrucken von Wolfgang Petrick, übermalt von Helma. Mariannenpresse, Berlin 2008, ISBN 978-3-926433-45-9.Siehe: Helma, Schöner Wohnen. Ausstellungskatalog, Sara Asperger Gallery, Berlin 2008, ohne Seitenangabe. Eberhard Roters beschreibt in einem Text, der sich auf Max Ernst bezieht, die Bedrückung, die von Helmas Traumwelten ausgeht, die zugleich eine Befreiung darstelle: „Es ist die Befreiung nach Innen zu sich selbst. Sie wird in der Tiefe am Grunde des Bewusstseins gefunden. Damit ist Helma in Bezirke vorgestoßen, die weit hinter und unter den Regionen gesellschaftlicher Kommunikation liegen, nämlich in die Schicht des existenziellen Bewusstseinsgrundes.“Siehe: Franz Kafka, Die Verwandlung. Mit einer Einführung von Wolfgang Ludwig und einem Text von Eberhard Roters. Ausstellungskatalog, Berlin 1992.

Galerie

Werkauswahl Katzen in einer Landschaft, 1975, Öl auf Leinen, 80 × 68 cm, Sammlung Ulla Pietzsch, Berlin Mördergrube, 1988, Öl auf zwei Leinwände, insgesamt 200 × 250 cm Verrat, 1989, Öl auf zwei Leinwände, insgesamt 200 × 250 cm Im Märzen der Bauer, 1990, Öl und Papier auf zwei Leinwände, insgesamt 200 × 250 cm Hinter den Bäumen ist eine andere Welt, 1993, Öl auf Leinen, 158 × 104 cm Tiefer Schlaf, 1993, Öl auf Leinen, 200 × 125 cm Stiller Winkel, 1993, Öl auf Leinwand, 120 cm × 90 cm, Neuer Berliner Kunstverein, Berlin Voodoo, 1994, Öl auf Leinen, 100 × 140 cm An der Baumgrenze, 1995, Serie, Mischtechnik auf Papier, 89 × 60,5 cm Gestürzter Engel, 2001, Plexiglas, verschiedene Materialien, 51,5 × 31,5 × 35 cm Paradies, 2002, Öl auf Leinen, 150 × 100 cm Zorn, 2006, Öl auf Leinen, 81 × 60 cm Die Blume des Bösen, 2006, Öl auf Leinen, 81 × 60 cm Metamorphose, 2008, Öl auf Leinen, 150 × 100 cm

Ausstellungen (Auswahl) 1979: Between, Galerie Brusberg, Hannover 1982: Nature morte, Galerie Brusberg, Hannover 1985: Galerie Hermeyer, München 1987: Galerie Loulou Lazard, Berlin 1989: Ansichten der 90er Jahre, Künstlerbund Kiel 1989: Hommage à Egon Schiele, Galerie Epikur, Wuppertal 1991: Fassbender Gallery, Chicago 1991: Galerie Asperger, Knittlingen 1992: Die Verwandlung, Parochialkirche, Berlin 1993: Galerie der Spiegel, Köln 1994: Fassbender Gallery, Chicago 1995: Galerie Asperger, Strasbourg 1996: Städtisches Museum, Engen 1998: Galerie Lagard, Buenos Aires 1999: Fassbender Gallery, Chicago 2000: Kunst im Raum, Installation mit Susanne Wehland, Berlin 2001: Galerie Tammen & Busch, Berlin 2002: Joslyn Art Museum, Omaha 2006: Zorn, Asperger Gallery, Maulbronn 2007: Schöner Wohnen, Sara Asperger Gallery, Berlin 2007: Naturkundemuseum, Jerusalem 2011: Gewinner – Silberfisch & Ruderwanze, Asperger Gallery, Berlin 2015: Schätze aus Privatbesitz II, Pforzheim Galerie, Pforzheim 2016: Helma. Ein neuer Tag, Holthoff-Mokross Galerie, Hamburg 2020: Helma. Dort weiß ich den schönsten Ort, Bull & Stein Gallery, HamburgLink zur Seite der Galerie, abgerufen am 25. Februar 2025 2025: Helma. Traumwelten, Galerie Poll, BerlinLink zur Seite der Galerie

Werkdokumentationen Helma. Ausstellungskatalog, Galerie Hermeyer, München 1985. Franz Kafka, Die Verwandlung. Mit einer Einführung von Wolfgang Ludwig und einem Text von Eberhard Roters. Ausstellungskatalog, Berlin 1992. Helma, Bilder. Ausstellungskatalog, W. Asperger Gallery AG, Zug 1992. Helma, An der Baumgrenze. Ausstellungskatalog, Asperger Gallery, Strasbourg 1995. Helma. Leporello zur Ausstellung in der Galerie Lagard. Mit zahlreichen Abbildungen und einem Text von Jorge Glusberg, Buenos Aires 1998. Helma, Zorn. Ausstellungskatalog, Asperger Gallery, Berlin 2006. Helma, Schöner Wohnen. Ausstellungskatalog, Sara Asperger Gallery, Berlin 2008. Ulla und Heiner Pietzsch (Hrsg.), Laufen Sie, meine Damen, ein Mann ist im Rosengarten. Künstlerinnen. Die Sammlung Ulla Pietzsch, Prestel Verlag, München 2009, S. 52–55. Bernard Schultze, Helma. In: Kunstsammlung Jutta und Manfred Heinrich, hrsg. von Jutta und Manfred Heinrich, Maulbronn 2014, S. 82–87, ISBN 978-3-00-043933-9. Bernhard Schultze, Helma. In: Kritischer Realismus, Junge Wilde und Neoexpressionismus, Berliner Malerei der 1970er und 1980er Jahre, hrsg. von Jutta und Manfred Heinrich, Maulbronn 2024, S. 12–13.

Literatur (Auswahl) John Brunetti, Helma. Fassbender Gallery. In: New Art Examiner, April 1997, Chicago 1997, S. 43, 44. Helma. In: Tools as Art. The Hetchinger Collection, 2002, S. 50, ISBN 0-9662859-1-3. Hommage an ein Modegetränk. In: Der Spiegel, Nr. 9, 24. Februar 2003, S. 61. Matthias Ehlert, re:discover: In Helmas Welt. In: Art Karlsruhe. Magazin 2025, hrsg. Karlsruher Messe- und Kongress GmbH, Zeit Weltkunst Verlag GmbH, S. 27–31.siehe Link zum Artikel vom 27. Januar 2025 auf der Seite "weltkunst.de", abgerufen am 11. März 2025.

Werke in Öffentlichen Sammlungen Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch Kunstsammlung Jutta und Manfred Heinrich, MaulbronnSiehe: https://www.kunstsammlung-heinrich.de/ Neuer Berliner Kunstverein, Berlin

Buchillustration Peter Glückstein, Manuela Reichart, Reinhard Stangl (Hrsg.), Cocktails. Nicolai Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-87584-955-8.

Weblinks

HP der Künstlerin Biografie bei artfacts.net Helmas Arbeiten in der Sammlung des Neuen Berliner Kunstvereins

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Berlin) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1940 Kategorie:Gestorben 2025 Kategorie:Frau