Melchior Baumgartner (* 25. Dezember 1621 in Augsburg; † 1686 ebenda) war ein deutscher Kunsttischler (Kistler).
Leben Baumgartner war der Sohn von Ulrich Baumgartner, dem ‚wohl besten Augsburger Möbeltischler seiner Zeit‘. In: Masterpieces of the J. Paul Getty Museum: Decorative Arts. Getty Publications 1997, ISBN 0-89236-454-8, S. 45 books.google.com Er führte die Werkstatt seines Vaters weiter, die auf die Herstellung von Kunstschränken (zu seiner Zeit Schreibtische genannt) in Zusammenarbeit mit anderen Kunsthandwerkern spezialisiert war.
Die ältere kunstgeschichtliche Forschung zweifelte an der Existenz Melchior Baumgartners, da ihm historisch Werke zugeordnet waren, die eindeutig sein Vater hergestellt hatte. Oskar Doering (1858–1936) deutete den Namen als Fehlschreibung Ulrich Baumgartners durch Paul von Stetten. Von Stetten hatte ihm den 1632 als Geschenk der Stadt Augsburg an König Gustav II. Adolf (Schweden) übergebenen Kunstschrank, heute im Museum Gustavianum in Uppsala, Multimedia-Präsentation. zugeschrieben, was nicht stimmen konnte. Erst Georg Himmelheber wies 1975 seine Existenz nach und konnte ihm Werke eindeutig zuordnen.Georg Himmelheber: Ulrich und Melchior Baumgartner. In: Pantheon. 33, 1975, S. 113–120.
Seit dem 8. Mai 1656 war er verheiratet mit Maria, geb. Wegeler.
Werke 1646/55: Kunstschrank mit Lapislazuli-Platten für Kurfürstin Maria Anna, Bayerisches NationalmuseumKabinettschrank der Kurfürstin Maria Anna, Witwe des Kurfürsten Maximilian I. von Bayern um 1650: Kabinettschrank mit Elfenbein-Furnier, Victoria and Albert MuseumTable cabinet um 1650: Kabinettschrank mit Pietra-dura-Einlagen, 2006 für die Sammlung des Fürsten von Liechtenstein erworbenMelchior Baumgartner Cabinet um 1650: Kabinettschrank mit Pietra dura-Einlagen, Königliche Sammlung, Schloss RosenborgJewel cabinet 1655/59: Kabinettschrank mit Elfenbein-Furnier (Werkstattarbeit), Metropolitan Museum of ArtCabinetry by the workshop of Melchior Baumgartner 1655: Kunstschrank mit Silberemailleplatten, Bayerisches Nationalmuseum 1659: Kabinettschrank mit Pietra-dura-Einlagen, Schloss Güstrow 1659: Schachbrett für Herzog August II. (Braunschweig-Wolfenbüttel) 1664: Schatulle mit Bergkristall, 1740 zweitverwendet für eine Spieluhr, Royal Collection, Windsor CastleClock, organ and mahogany case, c. 1740 um 1650: Kabinettschrank mit Elfenbein-Furnier, 2007 bei Christie’s versteigertAuktionskatalog Kabinettschrank mit Elfenbein-Furnier (Umkreis), Wunderkammer, Me Collectors Room Berlin Deckelschatulle aus Holz und Elfenbein, 2011 im KunsthandelKunstkammer Georg Laue München:
Literatur
Georg Himmelheber: Ulrich und Melchior Baumgartner. In: Pantheon. 33, Nr. 2, 1975, , S. 113–120.
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Einzelnachweise
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