Rudolf Wittig (* 10. Oktober 1900 in Warnsdorf; † 26. August 1978 in Dresden) war ein deutscher Bildhauer.
Leben mini|Ölbergrelief, St. Annenkirche, Annaberg-Buchholz 1932 mini|Relief Das Leben auf dem Bau, Dresden 1954 mini|Relief Ratschaisenträger übergibt einen Liebesbrief, Dresden 1955 Wittig absolvierte zunächst eine Lehre als Steinbildhauer, Holzschnitzer und Glasmaler und war als Glasmaler in Haida tätig. Er studierte ab 1919 an der Kunstgewerbeschule Dresden unter Karl Groß sowie von 1924 bis 1927 an der Kunstakademie Dresden bei Karl Albiker.Simone Simpson: Zwischen Kulturauftrag und künstlerischer Autonomie: Dresdner Plastik der 1950er und 1960er Jahre. Böhlau Verlag, Köln und Weimar 2008, S. 152.
Er war ab 1929 in Dresden als selbstständiger Bildhauer tätig. Das Adressbuch verzeichnet ihn zuletzt 1943 in der Beilstraße, die während der Luftangriffe auf Dresden schwere Schäden erlitt.
Neben kleineren Kunstwerken, die sich unter anderem im Besitz des Dresdner Stadtmuseums befinden, schuf Wittig vor allem Bauplastik. Für das Westportal der St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz entstand 1932 ein Ölbergrelief. Wittig arbeitete bereits vor 1932 an der Bauplastik am Wasserturm Klotzsche, die die Tänzerin Marianne Vogelsang (1912 – 1973) als Knieende zeigt.Rudolf Wittig. In: Joachim Uhlitzsch: Kunst im Aufbruch, Dresden 1918–1933. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Dresden 1980, S. 333. Im Zuge der Renovierung des Turms wurde die Bauplastik 2004 separat vor dem Wasserturm aufgestellt.Wasserturm Klotzsche auf das-neue-dresden.de.
In der Zeit des Nationalsozialismus war Wittig obligatorisch Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste.
Nach Ende des NS-Staats war Wittig vor allem in Dresden tätig. Er gehörte 1947 zu den Gründungsmitgliedern der Dresdner Künstlergruppe Das UferPetra Jacob: Kollektivierung der Phantasie?: Künstlergruppen in der DDR zwischen Vereinnahmung und Erfindungsgabe. transcript Verlag, 2007, S. 128. und war jahrelang Mitarbeiter der Zwingerbauhütte, die den Dresdner Zwinger wiederherstellte. Im Rahmen des Wiederaufbaus der Stadt gehörte er zudem zu den Bildhauern, die an der künstlerischen Neugestaltung des Altmarkts beteiligt waren, so schuf er ein Relief am Café Prag. Gemeinsam mit Max Lachnit erhielt er 1958 den Auftrag zur künstlerischen Gestaltung der Löwen-Apotheke auf der Wilsdruffer Straße. Wittigs Entwurf sah dabei eine „herauskragende Fahne aus Weißblech“ vor, die von der Jury zugunsten von Lachnits Löwenentwurf abgelehnt wurde.Simone Simpson: Zwischen Kulturauftrag und künstlerischer Autonomie: Dresdner Plastik der 1950er und 1960er Jahre. Böhlau Verlag, Köln und Weimar 2008, S. 157. Weitere Arbeiten umfassen Reliefs für ein Gebäude der TH Dresden und das Neue Rathaus.
Darstellung Wittigs in der bildenden Kunst
Hans Theo Richter: u. a. Bildniskopf Rudolf Wittig (1969, Kreidezeichnung, 49,2 × 31,5 cm)
Werke (Auswahl) Brunnen sowie Reliefs an Sparkasse und Schule in Neusalz an der Oder vor 1932: Frau mit Ziege, getönter Gips vor 1932: Studie zur Bauplastik Knieende – Die Tänzerin Marianne Vogelsang, getönter Gips um 1932: Stehende, Holz 1932: Rotbüffel, Bronze 1932: Ölbergrelief, Westportal der St. Annenkirche in Annaberg-BuchholzBarbara Bechter (Bearb.): Georg Dehio – Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler: Sachsen II. Deutscher Kunstverlag, München 1998, S. 10. 1934/1935: Knabe mit Hund, Steinguss?; vormals Dresden-Klotzsche, Hauptstraße 26, vor der damaligen 83. Oberschule 1935: Relief Knieende – Die Tänzerin Marianne Vogelsang am Wasserturm Klotzsche Sinnende (Statue, Bronze; 1947 ausgestellt auf der Ersten Ausstellung Dresdner Künstler)https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/399500/43 1950er-Jahre: Büste Hermann Ilgen, vor dem Stadthaus WurzenBronzebüste von Ilgen. In: Leipziger Volkszeitung, 8. Dezember 1997, S. 1. 1951: Volkstanzgruppe, Gips für MetallgussDer Bildindex der Kunst & Architektur nennt das Werk als Exponat auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung.
Lt. Katalog war Wittig auf der Ausstellung jedoch nicht vertreten. 1953: Bronzeskulptur Junge Bäuerin (mit Ziege) 1954: Sandsteinrelief zum Thema Das Leben auf dem Bau am Erker des Studentenwohnheim „Prof. Dr. Fetscher“ in Dresden 1955: Relief Ratschaisenträger übergibt einen Liebesbrief, Arkaden des Café Prag, DresdenWalter May, Werner Pampel, Hans Konrad: Architekturführer DDR, Bezirk Dresden. VEB Verlag für Bauwesen, Berlin 1979, S. 23. 1957: Elementare Erscheinungen der Physik, Flachreliefs am Eingang D des Physikalischen Instituts der TH Dresden 1962/65: Wappen der Partnerstädte, Westflügel des Neuen Rathauses, DresdenWalter May, Werner Pampel, Hans Konrad: Architekturführer DDR, Bezirk Dresden. VEB Verlag für Bauwesen, Berlin 1979, S. 24.Georg Dehio – Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler: Dresden (Sonderband). Deutscher Kunstverlag, München 2005, S. 70.
Teilnahme an Ausstellungen (mutmaßlich unvollständig)
1933: Dresden („Gemeinsame Ausstellung 3 Künstlergruppen. Künstlervereinigung, Deutscher Künstlerverband, Dresdner Sezession“) 1934: Dresden, Brühlsche Terrasse („Sächsische Kunstausstellung“) 1948: Leipzig, Museum der bildenden Künste, „Ausstellung Dresdner Künstler“https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/354282/12
Literatur
Rudolf Wittig. In: Joachim Uhlitzsch: Kunst im Aufbruch, Dresden 1918–1933. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Dresden 1980, S. 332–333.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Dresden) Kategorie:Bildhauer (DDR) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1900 Kategorie:Gestorben 1978 Kategorie:Mann