mini|Ortseingang von Grimschleben mini|Der denkmalgeschützte Schafstall erbaut 1827 von Gottfried Bandhauer Grimschleben ist ein Ortsteil der Stadt Nienburg (Saale) im Salzlandkreis des deutschen Landes Sachsen-Anhalt.
Geografie Geografische Lage Grimschleben liegt nordöstlich von Bernburg (Saale) an der Saale gegenüber der Mündung der Bode, worauf der altsorbische Name des Ortes Budizko nach dem Flussnamen Buda hinweist.Ernst Eichler: Slawische Ortsnamen zwischen Saale und Neiße. Band I, Domowina-Verlag, Bautzen 1985, S. 68 Der Ort gehört zur Stadt Nienburg (Saale).
Geschichte Am 17. April 978 heißt es in einer Schenkungsurkunde von Otto II. über Grimschleben: die „einstmals als slawisch Budisco, jetzt aber deutsch Grimerlovo genannte Burg.“RI II,2 n. 765 vom 17. April 978: „XXX regales mansos in locis subnotatis donamus, in castello scilicet quodam Sclavonice quondam Budizco, nunc autem Theutonice Grimmerslovo, Prudua, Luitatizic, Popouuizic in pago Grimmeslevo in comitatu Thiemmonis scilicet comitis legaliter determinandos“, in: Regesta Imperii Online (Abgerufen am 5. März 2015). Nach dieser Quelle gab es einen Gau oder Untergau Grimschleben (sorbisch Budizko), zu dem 30 sorbische Ortschaften gehörten und der sich gleich nördlich an den Gau Nudzici anschloss.
Die zuvor wichtige Kirche von Budizko wurde unter der Ägide des Klosters Nienburg zu einer Tochterkirche, erhielt aber 1258 wieder den Status einer Pfarrkirche, dessen Pfarrer bis 1332 Erwähnung fanden.Heinrich Lindner: Geschichte und Beschreibung des Landes Anhalt, Verlag Ackermann, Dessau 1833, S. 601 f
Ein Dietrich von Grimschleben kam von 1230 bis 1235 mehrfach in Urkunden vor.Grimschleben.info (abgerufen am 5. März 2015) Dieses Adelsgeschlecht mit Sitz in Grimschleben starb nach Johann Christoph Bekmann im Jahre 1632 aus.Historie des Fürstenthums Anhalt, 7 Tle. Zerbst 1710; Ergänzungsband u.d.T. Accessiones. Zerbst 1716 (Ndr. Dessau 1995)
Nicht lange nach 1332 fiel die alte slawische Siedlung wüst, und aus Grimschleben wurde ein klösterliches Vorwerk. Nach der Säkularisation des Klosters im Mai 1563 kam dieses Vorwerk an die Askanier, welche es zum fürstlichen Amt umgestalteten und verpachteten.Erich Vogel: Chronik des Nienburger Klosters, Teil 2 1004 bis 1563 (Broschüre der Evangelischen Kirchengemeinde St. Johannis und St. Marien sowie Katholische Kirchengemeinde St. Nicolaus), Nienburg/Saale
Während des Dreißigjährigen Krieges fiel im Jahre 1630 der Quartiermeister Freyberg in Grimschleben und in das benachbarte Borgesdorf ein. 1833 bezeichnete Heinrich Lindner den Ort als „herzogliche Domäne mit einer starken Schäferei unweit der Saale, etwas höher gelegen als die benachbarte Aue.“ Er erwähnt auch die „Spuren des Schwedenlagers (von 1644), … ein starker Wall, oder vielmehr Berg, durchgängig von fruchtbarem Erdreich, welcher nach und nach zur Verbesserung der Äcker abgefahren wird.“ Zu diesem Zeitpunkt ist das Vorwerk in die Stadtkirche St. Johanni Nienburg eingepfarrt.Heinrich Lindner: Geschichte und Beschreibung des Landes Anhalt, Verlag Ackermann, Dessau 1833, S. 599 f
Am 20. Juli 1950 wurde Grimschleben nach Nienburg (Saale) eingemeindet.
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Einzelnachweise
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