mini|Der Personenwagen FFJ CB 1 ist erhalten und gehört dem Nordsjællands Jernbaneklub
Die Bahnstrecke Fjerritslev–Frederikshavn war eine private normalspurige eingleisige Bahnstrecke zwischen Fjerritslev und Frederikshavn in Nordjütland. Die Strecke mit einer Gesamtlänge von fast 133 km wurde in mehreren Abschnitten eröffnet. Sie wurde von der Eisenbahngesellschaft Fjerritslev–Frederikshavn Jernbane (FFJ) gebaut.
Die Gesellschaft betrieb diese Strecke mit zwei Ästen, der Strecke Nørresundby–Fjerritslev und der Strecke Nørresundby–Sæby–Frederikshavn, genannt. Später kam die Nebenbahn Ørsø–Asaa, genannt, hinzu. Der westliche Zweig wurde genannt. Dieser Name ist jedoch nicht eindeutig, da er auch von der Thisted–Fjerritslev Jernbane (TFJ) verwendet wurde, die in Thisted mit der Bahnstrecke Thisted–Fjerritslev anschloss.
Geschichte Fjerritslev–Frederikshavn Jernbane Im großen Eisenbahngesetz vom 8. Mai 1894 waren die Bahnstrecken Nørresundby–Fjerritslev und Sæby–Frederikshavn enthalten. Die Konzessionen wurden am 26. Juni 1896 erteilt. Die Gesellschaft Fjerritslev–Frederikshavn Jernbane (FFJ) bewarb sich für beide Strecken.
Das Eisenbahngesetz schrieb vor, dass die beiden Bahnen die Möglichkeit haben sollten, die DSB-Strecke zwischen Nørresundby und Aalborg zu verwenden. Der Bahnhof Aalborg sollte vergrößert werden, bevor er die Endstation für die beiden Strecken werden sollte. Die Fjerritslevbane begann in Nørresundby und die Sæbybane von einer 1874 angelegten temporären Station mit dem Namen Nørresundby Havnebane.
1910 wurde die Sæby Havnebane gegründet und 1914 kam die Bahnstrecke Ørsø–Asaa hinzu. Hier fuhren Züge in der Regel die Strecke Dronninglund–Ørsø–Asaa, später fuhren Züge bis nach Aalborg durch. Damit war eine ursprüngliche Idee verwirklicht: die ersten Pläne der Sæbybane bestanden aus den Abschnitten Nørresundby–Asaa und Frederikshavn–Sæby mit Anschluss an einen Punkt der Asaabane.
Die Gesamtlänge betrug 136,9 km. Hinzu kamen die von der Gesellschaft befahrenen 2,6 km zwischen Aalborg und Nørresundby, die den Danske Statsbaner gehörten. Ab 1942 wurde die Kiesbettung durch eine Schüttung aus Schotter ersetzt.
Die meisten Bahnhofsgebäude wurden von Paul Severin Arved Paulsen aus Randers entworfen.
Bahnstrecke Nørresundby–Fjerritslev Die Einweihung der 50,1 km langen Strecke erfolgte am 19. März 1897. Beim Bau wurden Schienen mit einem Metergewicht von 17,5 kg verlegt.
Dieser Streckenabschnitt wurde am 1. April 1969 stillgelegt.
Bahnhöfe Ryå: die Betriebsstelle wurde 1913 mit der Eröffnung der Hjørring–Løkken–Aabybro Jernbane (HLA) als Trennungsbahnhof eingerichtet, zwischen 1913 und 1952 nur von Zügen der HLA bedient, Fahrkartenverkauf nur für den Verkehr auf der Privatbahn, keine Güterwagenabfertigung. Ulveskov: der 1949 errichtete Haltepunkt war ein beliebtes Ausflugsziel. Dort lag Kobberøds Tivoli mit Autoscooter und Tretbooten. Der Eigentümer des Vergnügungsparks Filip Kobberød konnte die Bahngesellschaft davon überzeugen, einen Haltepunkt zu errichten. Viele Kinder aus ganz Nordjütland führten ihren Schulausflug mit Sonderzügen durch. Dies endete nach der Stilllegung der Bahnstrecke, da der Vergnügungspark abseits der öffentlichen Straßen lag. Arentsminde: ursprünglich eine besetzte Fahrkartenverkaufsstelle (), später Bahnhof mit Einrichtungen für Viehverladung. Halvrimmen: ursprünglich eine besetzte Fahrkartenverkaufsstelle, später Bahnhof mit 146 m Kreuzungsgleis sowie Ladegleis mit Portalkran. Jægerum: Haltepunkt mit Anschlussgleis zur Kiesgrube Jægerum. Brovst: Bahnhof mit 450 m Kreuzungsgleis sowie Ladegleis und Endrampe für Viehverladung.Livet på stationen er beskrevet i Bjarne Nielsen Brovst: Min fars station ISBN 978-87-7851-170-6 Skovsgård: Bahnhof mit 450 m Kreuzungsgleis sowie Ladegleis und Endrampe. Bonderup: Bahnhof mit 450 m Kreuzungsgleis und Einrichtungen für Viehverladung. Skræm: die in den letzten Jahrzehnten als Haltepunkt eingestufte Station besaß ursprünglich eine besetzte Fahrkartenverkaufsstelle. Fjerritslev: der Bahnhof gehörte den beiden Bahngesellschaft FFJ und Thisted–Fjerritslev Jernbane gemeinsam. Die große Station hatte 19 Weichen, ein Lagerhaus, einen Wasserkran, eine Drehscheibe, einen Lokschuppen und ein Übernachtungsgebäude, die ebenfalls gemeinsam genutzt wurden.
Erhaltene Bahnhofsgebäude Die Bahnhofsgebäude in Vadum, Brovst und Fjerritslev wurden abgerissen. Erhalten sind die Gebäude in Biersted, Aabybro, Birkelse, Arentsminde, Halvrimmen, Skovsgård, Bonderup und Skræm.
Erhaltener Bahndamm Rund 30 Kilometer des ehemaligen Bahndammes sind erhalten. Der Wanderweg Vadum Banesti wurde am 3. September 2014 eingeweiht. Er folgt sechs Kilometer dem Damm auf drei Streckenabschnitten zwischen Aalborg Vandskistadion und Biersted. Der Banestien führt rund 4,5 Kilometer von Biersted Richtung Aabybro. Zwischen Årup und Fjerritslev sind 13 Kilometer als Schotterweg erhalten, der auch von Fahrzeugen benutzt werden kann.
Bahnstrecke Nørresundby Havn–Sæby–Frederikshavn Die 77,7 Kilometer lange Strecke Nørresundby Havn–Sæby–Frederikshavn wurde am 18. Juli 1899 eröffnet. Beim Bau wurden Schienen mit einem Metergewicht von 17,5 kg verlegt. 1909 wurde begonnen, die Strecke östlich von Nørresundby mit Schienen mit 22,5 kg/m auszurüsten.
Die Strecke wurde in zwei Teilabschnitten stillgelegt: zwischen Sæby und Frederikshavn erfolgte die Betriebseinstellung am 27. Mai 1962. Dafür erhielt die FFJ eine Ablösesumme von 100.000 Kronen. Mit der Stilllegung konnten im Stadtgebiet von Frederikshavn 16 Bahnübergänge aufgelöst werden. Die bereits zu dieser Zeit existierenden Pläne einer Verlegung des Bahnhofes in Frederikshavn enthielten nur Vorschläge für die Bahnstrecke Frederikshavn–Skagen.
Die Stilllegung des Abschnittes Nørresundby–Sæby sowie die anschließende Nebenstrecke Ørsø–Asaa erfolgte am 31. März 1968. Hintergrund der Stilllegung war der Bau einer neuen Autobahnstrecke. Durch die Einstellung der Strecke konnte auf verschiedene Brückenbauten verzichten werden.
Bahnhöfe Nørresundby Havnestation: Der Bahnhof hatte einen Lokschuppen, eine Drehscheibe sowie einen Wasserturm und eine Werkstatt für die Fahrzeugbehandlung, in der nach der Stilllegung der Strecke 1968 noch bis zum Abriss der Gebäude 1969 gearbeitet wurde. Langholt: Bahnhof mit Kreuzungsmöglichkeit und Ladegleis. Die Station lag vier Kilometer in Horsens östlich von Vodskov und wurde Langholt Hovedgård genannt, um Verwechslungen mit Horsens in Østjylland zu vermeiden. Der Ort heißt nunmehr Langholt. Rørholt: Bahnhof mit Gehege für zu verschickendes Vieh, kombiniertem Überhol- und Ladegleis. Ursprünglicher Name Bolle nach dem naheliegenden Ort, die letzten Betriebsjahre nur noch Haltestelle. Dronninglund: Bahnhof mit Überhol- und Ladegleis, Wasserturm, Wasserkran, Portalkran sowie Drehscheibe und einständiger Lokschuppen für den Triangel-Triebwagen der Strecke nach Asaa. Dybvad: Bahnhof mit Abstellgleisen und Anschlussgleisen zur Kartoffelmehlfabrik und zum Ziegelwerk. Volstrup: Bahnhof mit Überhol- und Ladegleis, die letzten Betriebsjahre nur Haltestelle. Sæby: Bahnhof mit Restaurant, Abzweig der Hafenbahn, ab 1962 Endstation.
Frederikshavn G Südlich der DSB-Station hatte die FFJ einen eigenen Güterbahnhof Frederikshavn G. Dort waren ein halbrunder, dreiständiger Lokschuppen sowie ein einständiger Lokschuppen und weitere Gebäude für die Güterabfertigung und Übernachtung vorhanden.
Erhaltene Bahnhofsgebäude Die Bahnhöfe Nørresundby H (1969), Langholt, Stae (Anfang der 1970er Jahre), Gandrup, Dronninglund, Sæby (Güterschuppen teilweise vorhanden), Bangsbo und Frederikshavn G wurden abgerissen. Erhalten sind die Gebäude in Vodskov, Vester Hassing, Ulsted, Rørhol, Ørsø, Asaa, Agersted, Præstbro, Dybvad, Hørby, Volstrup und Understed.
Erhaltener Bahndamm Der Bahndamm ist auf rund 13 Kilometer erhalten. Am bekanntesten ist der Sæbybanestien mit zwölf Kilometern. In Sæby verläuft die ehemalige Strecke in der Mitte der Europastraße 45, so dass es nur vier Kilometer einen gesonderten Fahrradweg auf dem ehemaligen Bahndamm gibt. 2004 wurde von der Aalborg Kommune der Syrestien in Nørresundby angelegt, bei dem einfach der Zwischenraum zwischen den beiden Schienen mit Asphalt gefüllt wurde.
Betrieb Nach der Eröffnung der Strecken fuhren täglich drei Personenzugpaare sowie nach Bedarf zwei bis drei Güterzugpaare. 1914 verkehrten auf der Fjerritslevbane werktags vier Personenzugpaare und ein Güterzugpaar, an Sonntagen fünf Personenzugpaare. Auf der Sæbybane waren vier Personenzugpaare unterwegs, der Güterzug fuhr nach Bedarf auf einzelnen Teilstrecken. Im Laufe der 1920er Jahre wurden erstmals einige lokbespannte Personenzüge durch Triebwagen ersetzt.
Im Sommer 1947 verkehrten auf der Fjerritslevbane werktags sieben und an Sonntagen sechs Personenzugpaare. Auf der Sæbybane waren dies sechs beziehungsweise fünf Personenzugpaare.
Beide Streckenteile wurden unabhängig voneinander betrieben, es gab keine durchgehende Züge zwischen Fjerritslev und Frederikshavn. Es wäre Dänemarks längste Privatbahn mit 129 km gewesen, aber allein die Strecke Sæby–Frederikshavn war bis 1917 bis zum Bau der Troldhedebane die längste Privatbahn.
Nørresundby Havnestation oder Nørresundby H (wobei das H ausnahmsweise nicht für Hovedbanegård stand) sollte die zentrale Dienststelle der FFJ werden. Es kam jedoch zu einer Zusammenarbeit mit den beiden südlich des Fjords bestehenden Privatbahnen Aalborg–Hadsund Jernbane mit der Bahnstrecke Aalborg–Hadsund und der Aars–Nibe–Svenstrup Jernbane mit der Bahnstrecke Aalborg–Hvalpsund. 1901 wurde eine gemeinsame Werkstatt und ein Betriebswerk errichtet und am 8. Dezember 1902 eingeweiht.
Die drei Unternehmen hatten damit eine gemeinsame Zugleitung sowie einen gemeinsamen Güterbahnhof im Bahnhof Aalborg G. Im gleichen Jahr wurde der erweiterte Bahnhof Aalborg in Betrieb genommen, in dem die überwiegende Mehrheit der Privatbahnzüge endete. Am 16. Oktober 1902 schufen die drei Unternehmen die gemeinsame Betriebsgesellschaft Nordjyllands Forenede Privatbaner, die 1915 in Aalborg Privatbaner umbenannt wurde, nachdem Hjørring Privatbaner mit der Bahnstrecke Hjørring–Hirtshals der Betriebsgesellschaft beigetreten war.
Auf dem Abschnitt Nørresundby–Fjerritslev wurde in den letzten Betriebsjahren versucht, die Reisegeschwindigkeit zu erhöhen. Zusammen mit TFJ wurde die Strecke Aalborg–Thisted mit Schnelltriebzügen (Lyntog) befahren, die nur an den großen Bahnhöfen hielten.
Nach der Stilllegung wurde ein Teil der ehemaligen Eisenbahnstrecke zwischen Sæby und Frederikshavn für den Bau einer neuen Autobahn benutzt. Östlich von Nørresundby wurde die neue Autobahn mit dem Limfjordtunnel zum Teil auf der ehemaligen Bahnstrecke gebaut. Sæbybanen wurde für dieses Projekt ein Jahr vor den anderen Privatbahnen in Aalborg stillgelegt.
Weitere Bahnprojekte Das große Eisenbahngesetz vom 20. März 1918 enthielt eine Nebenbahn von Gandrup nach Hals, möglicherweise mit einer Verlängerung nach Hou. Dieses Vorhaben wurden nicht ausgeführt.
Hafenbahn Norresundby FFJ übernahm am 1. August 1900 die 1,2 Kilometer lange Hafenbahn Nørresundby. Die Schienen mit einem Metergewicht 17,5 kg wurden zwischen 1910 und 1911 durch solche mit einem Metergewicht von 31,5 kg ersetzt.
2002 wurde die Hafenbahn stillgelegt.
Verbindungskurve Krøllen FFJ legte 1900 die einen Kilometer lange Verbindungskurve Krøllen an, der von der Eisenbahnbrücke über den Limfjord in einer scharfen Rechtskurve zur Nørresundby Havnestation führte, so dass die Züge von Sæby den Kopfbahnhof Nørresundby umgehen konnten. Diese Verbindungskurve wurde am 5. September 1900 in Betrieb genommen. Die Schienen mit einem Metergewicht 17,5 kg wurden zwischen 1916 und 1917 durch solche mit einem Metergewicht von 45 kg ersetzt.
Hafenbahn Sæby Die 1,5 Kilometer lange Hafenbahn in Sæby wurde 1910 in Betrieb genommen.