Heede ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Dörpen im Landkreis Emsland in Niedersachsen. Die Gemeinde hat etwa 2600 Einwohner und erstreckt sich auf einer Fläche von 31,1 km².

Geografie

Geografische Lage Die Gemeinde Heede liegt im nördlichen Teil des Emslandes westlich der Ems.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde gehören die Siedlung Kleines Feld (im Süden), Schukenbrock und Kaltentange (im Norden), Heederfähr (im äußersten Norden, an der Ems), Heederfeld (im Westen) sowie Neuheede mit Neuheede-Siedlung im äußersten Westen, an der Grenze zu den Niederlanden.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinde Rhede und die Stadt Papenburg, im Osten die Gemeinden Lehe und Dörpen, im Süden die Gemeinde Dersum. Im Westen grenzt sie an die Niederlande.

Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete Das Gebiet der Gemeinde Heede gehört hydrologisch zum Flusssystem der Ems. Prägend für die Hydrologie der Gemeinde sind die Ems, die die östliche Gemeindegrenze bildet, mit ihren Alt- und Nebenarmen, kleinere Stillgewässer sowie Moor- und Niederungsflächen.

Im Bereich von Heede befinden sich mehrere ehemalige Flussschlingen und Altgewässer, die durch Flussbegradigungen und wasserbauliche Maßnahmen seit dem späten 19. Jahrhundert vom Hauptstrom getrennt wurden. Ein bedeutendes Beispiel ist das Emsaltwasser Heede, ein ehemaliger Mäander der Ems, der heute als Stillgewässer erhalten ist. Die Entstehung steht im Zusammenhang mit dem Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals und der Verkürzung der Schifffahrtswege.

Zu den Stillgewässern zählt insbesondere der Heeder See, ein Freizeit- und Badesee. Daneben bestehen weitere kleinere wassergefüllte Abgrabungen und Nebengewässer in der Emsniederung.

Die Moor- und Feuchtgebiete Heedes gehören landschaftlich zum westlichen Randbereich des ehemaligen Bourtanger Moores. Bedeutend ist vor allem das Heeder Moor beziehungsweise Neuheeder Moor, ein seit 2001 unter Naturschutz stehender Hochmoorrest nordwestlich des Ortskerns (NSG WE 237). Das ursprünglich etwa 500 Hektar große Moorgebiet wurde durch Torfabbau und Kultivierung stark verändert; erhalten geblieben sind rund 102 Hektar naturnaher Moorflächen.

Weitere Feuchtlebensräume finden sich entlang der Emsniederung sowie in vermoorten Senken und Entwässerungsbereichen. Charakteristisch sind Feuchtwiesen, Röhrichte, Gräben und kleinräumige Niedermoorbereiche. Diese Lebensräume besitzen Bedeutung für den regionalen Natur- und Klimaschutz sowie als Rückzugsräume für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten.

Geschichte Zum ersten Mal wird Heede als heithe in einer Schenkungsurkunde des ansässigen Edelmanns im Jahre 1177 erwähnt. Darin schenkt der Siguin, Ministeriale des Bistums Münster, seinen Hof samt Kapelle dem münsterschen Domkapitel. Vermutlich besteht die Siedlung aber bereits seit dem ausgehenden 8. Jahrhundert.

Schon in der ersten geschichtlichen Zeit des Emslandes tritt das „Haus Heede“ als Besitz des Bistums Münster auf, was mit dem Umstand zusammenhängt, dass der nördliche Teil des Emslandes, der sogenannte sächsische Emsgau (die alten Kirchspiele Aschendorf, Rhede und Heede) nicht von Osnabrück, sondern von Münster aus durch den hl. Liudger missioniert worden ist. Im Jahre 1252 erlangte das Hochstift Münster die Herrschaft über den größten Teil des Emslandes und musste diesen Besitz gegen seine Nachbarn, besonders von Westen (Niederlande) und Norden (Ostfriesland), zu schützen. Zu diesem Zwecke errichtete es sich eine Reihe von Burgen längs der Ems, deren nordwestlichste beim Hause Heede angelegt wurde. Für diesen Zweck lag sie an der militärisch wichtigen Stelle, der schmalen wasserfreien Landzunge durch das Bourtanger Moor zwischen Westerwolde und dem Emsland. Die örtliche Ministerialenfamilie taucht erstmals 1308 mit Gottfried von Heede in den Quellen auf. 1364 erhält Coep von Heede die Burg zu Heede vom Bistum Münster zum Lehen. Zu Ende des 14. Jhs. war sie im Besitz der Familie von Oltman, die sich später auch von Heede nannte. Nachdem dieses Geschlecht 1670 im Mannesstamm ausstarb, gelangte das Gut schließlich an den Erbkämmerer des Bistums Münster, Franz Wilhelm Freiherr von Galen. Das Herrenhaus neben der Kirche ist 1855 niedergelegt worden.

Der Ursprung der Scharpenburg liegt in der Gemarkenteilung des Gutes Heede im Jahre 1467, als die Brüder Coep und Werenbold von Heede ihr Erbe teilten und Coep sich eine eigene Wohnung baute, aus der später die Schärpenburg entstand.Rudolf Vom Bruch: Die Rittersitze des Emslandes. Verlag Aschendorff, Münster 1962, . 1479 kam diese durch Heirat an Johann von Campe und 1517 auf die gleiche Weise an Hans von Scharpenberg, dem Drosten des Emslands. Damit bekam die bis dahin noch Heede genannte Burg den Namen Scharpenburg. 1596 wurde sie im spanisch-niederländischen Krieg von den Spaniern eingenommen. 1642 kam sie durch Heirat an Friedrich von Pinninck, dessen Nachkommen den Namen von Pinninck von Scharpenburg annahmen. 1673 wurde das Herrenhaus im zweiten niederländischen Krieg des Münsteraner Fürstbischofs Christoph Bernhard von Galen niedergebrannt. Anschließend wurde mit finanzieller Unterstützung des Bischofs ein neues Wohnhaus errichtet. 1755 starb das Geschlecht der von Pinninck von Scharpenburg im Mannesstamm aus. Danach folgten unterschiedliche Besitzer in rascher Folge, bis 1862 das Gut in den Besitz der Familie Perreau de Pinninck de Scharpenburg kam. Es wurde unter ihren Nachkommen zersplittert.

Nach einer Aufzählung des Jahres 1653 bestand die Scharpenburg damals aus Herrenhaus, Brauhaus, Scheunen und dem Garten. Die im 19. Jahrhundert noch vorhandenen Überreste besaßen ganz den Charakter der bekannten westfälischen Wasserburgen: einen mit breitem, doppeltem Graben geschützten viereckigen Platz, auf dem die Burg stand.

mini|Alte Linde in Heede Bei der sogenannten Köppel steht eine riesige uralte Linde, die von den Einwohnern auch „dicke Linde“ genannt wird. Der Umfang beträgt 15,39 m (2016). Sie soll die Burglinde der ehemaligen Schärpenburg gewesen sein, die vom Schwedischen General Rabenhaupt im letzten holländischen Krieg des Bischofs von Galen zerstört wurde. Bekannt ist der Baum als „1000jährige Linde“ und zieht viele Gäste an, die dieses ungewöhnliche und einzigartige Naturdenkmal beeindruckt betrachten.

Die Gründung der alten Petrus-Kirche geht auf das Reich der Sage zurück. Noch heute gibt es eine Holztafel auf der steht:

Heede gehörte die meiste Zeit des heiligen römischen Reiches zu Münster, nach dem Hauptschluss der außerordentlichen Reichsdeputation (Reichsdeputationshauptschluss) 1803 kam Heede an das Herzogtum Arenberg-Meppen. 1810 wurde das Herzogtum von Frankreich annektiert und dem Lippe-Département eingegliedert. In dieser sogenannten „Franzosenzeit“ war Heede im Arrondissement Neuenhaus Kantonshauptort des gleichnamigen Kantons Heede. Zu diesem Kanton gehörten die Mairie Heede und die Mairie Rhede mit den Orten Rhede, Borsum, Brual und Neurhede in der Mairie Rhede und Heede, Dersum, Neudersum, Sustrum, Langen und Walchum in der Mairie Heede.Johann Gottfried Kißling, Der französische Kaysersaat, 1813.

Herkunft des Ortsnamens Alte Bezeichnungen des Ortes sind um 1378 Heyde, Hethe, Hede, Heda.

Der Ortsname gehört zu „haithi“, niederländisch „heed“, mittelniederdeutsch „heide“, althochdeutsch „heida“ für „Heide“. Das äußerst häufige Namenelement „haithi“ wird teils als Bezeichnung für eine „waldlose, mit Erica bewachsene Fläche“ erklärt.

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat in Heede setzt sich aus 13 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die allgemeine Wahlperiode beginnt am 01. November nach der letzten Wahl und endet nach fünf Jahren zum 31. Oktober. §47 NKomVG-Wahlperiode +Sitzverteilung Partei 2026 2021 2016 2011 2006 CDU 10 10 10 10 10 SPD – 2 2 2 2 FDP – 1 1 – 1 HL 3 – – 1 – Einzel – – – 1 – HL: Heeder ListeEinzelbewerberin 2011: Marietta Wegmann

Bürgermeister 1824–1841 Jan Coßmann 1841–1858 Nikolaus Hunfeld 1858–1862 Arnhold Olker 1862–1873 Johann Hermann Pelster 1873–1889 Hermann Schuckenbrock 1889–1910 Ägidius Wocken 1910–1918 Hermann Schuckenbrock 1918–Juli 1926 Bernhard Werdmann Juli–September 1926 Johann Terfehr 1926–1945 Hermann Connemann 1945–1946 Bene Bögemann 1946–1952 Ägidius Wocken 1952–1973 Bernhard Thörner 1973–1989 Gerhard Brand 1989–2001 Heinrich Eden (CDU) 2001–2007 Alois Soring (CDU) seit April 2007 Antonius Pohlmann (CDU)

Wappen, Flagge und Dienstsiegel rechts|80px|Wappen der Gemeinde Heede (Emsland) Die Gemeinde Heede (Emsland) führt Wappen, Flagge und Dienstsiegel Wappenbeschreibung „Das Wappen ist von Rot und Gold im Wellenschnitt geteilt, darin ist dargestellt in verwechselten Farben eine Linde mit dickem Stamm, vorn begleitet von einem roten Schlüssel mit Doppelkreuzbart und ringförmigem Griff, hinten von einer roten Ähre.“ Bedeutung Hauptmotiv des Wappens ist das örtliche Naturdenkmal, die Riesenlinde zu Heede. rechts|100px|Gemeindefarben Flaggenbeschreibung „Die Flagge in Form eines querrechteckigen Tuches ist dreimal von Rot und Gelb waagerecht gestreift und im vorderen Drittelpunkt mit dem Gemeindewappen belegt. Die Farben der Gemeinde Heede sind Rot und Gold.“ Dienstsiegel Das Dienstsiegel enthält im Siegelrund das Gemeindewappen mit zweizeiliger Umschrift, oben +GEMEINDE HEEDE+; unten: LANDKREIS EMSLAND.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Hochaltar in der Sankt-Petrus-Kirche in Heede mini|Sankt-Marien-Kirche in Heede

1000-jährige Linde („Riesenlinde zu Heede“) – größte Linde Europas; Stammumfang: 15,39 m, Höhe: 20 m, Kronendurchmesser: ca. 35 m, Alter: 600 – 1000 Jahre. Im Oktober 2019 wurde die Linde als erster Baum in die Liste der „Nationalerbe-Bäume“ aufgenommen.Nationalerbe-Bäume, abgerufen am 17. Mai 2020. Petruskirche Marienkirche Begegnungsstätte 950 Meter lange 5-Mast Wasserskianlage „Blue Bay“ Heeder Kirmes im Oktober Schützenfest im Juli Heeder Moor Herzogwald Festival „Heeder See in Flammen“ im August Am Heeder See finden die Gäste Wochenend- und Ferienhäuser, einen Campingplatz, einen Imbiss, Volleyballfelder, Trampoline und natürlich die Wasserskianlage.

Marienverehrung in Heede Bekannt wurde Heede vor allem dadurch, dass sich in den Jahren 1937 bis 1940 Marienerscheinungen ereignet haben sollen. Vier Mädchen (Grete Ganseforth, Anni Schulte, Maria Ganseforth und Susanne Bruns) im Alter von elf bis dreizehn Jahren berichteten, sie hätten die Muttergottes gesehen, die als „Königin des Weltalls“ und „Königin der Armen Seelen“ verehrt werden wolle.Johannes Brinkmann (Hrsg.): Heede. Gnade und Auftrag. Johannes-Verlag, Leutesdorf, 2. Aufl. 1985, S. 34 (Namen der Kinder) und S. 31 (Titel der Muttergottes). Die Erscheinungen sollen sich meist auf dem Friedhof neben der Petruskirche zugetragen haben. Jedes Jahr besuchen ca. 70.000 Pilger Heede. Die Bischöfe von Osnabrück reagierten zurückhaltend bis ablehnend. Es kam gelegentlich zu Konflikten. Eine Untersuchung durch die römisch-katholische Kirche hat bis heute nicht stattgefunden. Bischof Franz-Josef Bode von Osnabrück setzte den Spekulationen in gewisser Weise ein Ende, indem er im Jahre 2000 erklärte, dass Heede eine Gebetsstätte der Mutter Gottes sein solle, eine kirchliche Untersuchung und damit gegebenenfalls eine Anerkennung der Erscheinungen aber nicht eingeleitet werde.über die Maria in Heede

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|Schleuse bei Heede (Luftbild 2013) Die Gemeinde liegt an der Bundesautobahn 31, den Bundesstraßen 70 (Moormerland-Wesel) und 401 (Heede-Oldenburg). Nahe der Ortschaft trifft der Küstenkanal auf die Ems.

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